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Stillstand in St. Marien und St. Bartholomäus

Wenn zwei auf die Minute falsch ticken

Ahlen

Stillstand an gleich zwei Kirchturmuhren im katholischen Ahlen: St. Bartholomäus und St. Marien stehen auf „halb sechs“.

Von Ulrich Gösmann

Kurz nach 15 Uhr: Die Kirchturmuhren von St.Marien und St. Bartholomäus stehen synchron auf 5.31 Uhr. Und das rund um die Uhr. Foto: Ulrich Gösmann

Passiert immer mal wieder, dass nicht auf die Minute stimmt, was die Zeiger über den Dächern der Stadt zeigen. Mal geht die eine Kirchturmuhr nach, mal die andere vor. Oder beide stehen, wie jetzt im katholischen Ahlen. St. Marien und St. Bartholomäus laufen zur Stunde im Stillstand synchron. Und das auch noch exakt auf die gleiche Minute. Die eine rundum, die andere mit falsch aussendender Botschaft gen Westen. Ein technisch zu erklärendes Phänomen – und keineswegs ein Wink des Himmels. Selig die, die nicht glauben, was sie sehen. Denn irgendwie ist es immer halb sechs.

Ein auf die Uhr von St. Marien gerichtetes Teleobjektiv lässt auch ein Passantenpärchen neugierig aufschauen. Und ihn murren: Seit Wochen liefe da nichts mehr. Sehr irritierend. Insbesondere in den Minuten um halb sechs, wenn der Glaube an das Gesehene am größten ist.

Synchron im Stillstand: Auch in St. Bartholomäus steht auf westlicher Seite die Zeit. Foto: Ulrich Gösmann

Für den direkten Uhrenvergleich kann die alte Pfarre gleich ums Eck nur bedingt Orientierung geben. An drei Seiten tickt St. Bartholomäus zwar richtig. In Richtung Rathaus signalisiert aber auch sie Stillstand, seitdem die Gerüste runter sind. Wie es der Zufall will: Ihre Zeiger hängen ebenso schwer auf halb sechs. Vielleicht sei bei den Arbeiten ja was mit der Uhr passiert, mutmaßt Küsterin Mary Höckelmann. Es sei jedenfalls jetzt an der Zeit, die Glockengießerei anzurufen, die auch für die Turmuhr zuständig sei.

St. Marien ist schon eine gefühlte Ewigkeit länger im Feierabend-Modus. Was hinter den Zifferblättern läuft oder auch nicht, weiß Küsterin Isolde Schnappka. Sie kenne die Uhr nur allzu genau, versichert sie. Und so habe es nur einiger Blicke bedurft, um den Übeltäter an einem Hebel festzumachen, der abgebrochen sei. Ein kleiner technischer Defekt mit großer Aussendungskraft.

Fachleute erklimmen an diesem Donnerstag die vielen Stufen und werden es mindestens noch einmal tun müssen, ehe St. Marien wieder zurück in der Zeit ist. Wann das sein wird, dazu aus der Küsterei noch keine verlässliche (Zeit-)Angabe...

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