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Karina Kuhn ergreift die Initiative

Werbung für die Windeltonne

Ahlen

„Wäre es nicht auch schön, als erste Kommune im Kreis Warendorf als Aushängeschild für eine familienfreundliche Stadt mit der Windeltonne werben zu können?“ Antragstellerin Karina Kuhn (29) traf im Ausschuss für Anregungen auf volle Unterstützung.

Von Ulrich Gösmann

Schnee liegt am Morgen nach ihrem Auftritt im Ausschuss auf den Müllbehältern an der Windthorststraße. Karina Kuhn hatte am Vortag für die Einführung einer Windeltonne geworben. Foto: Ulrich Gösmann

Die Windeltonne wurde Weihnachten für sie zum Thema. „Wir erwarten im Mai unser erstes Kind“, verrät Karina Kuhn. Klar drehte sich beim Festtagsbesuch bei ihrer Schwester in Gütersloh alles um den Nachwuchs – und dann auch um die Windeltonne, die es im Nachbarkreis längst gab. Am Donnerstagnachmittag steht Karina Kuhn im Ahlener Ratssaal am Mikrofon, um in ihrer Heimatstadt für eine Einführung zu werben. Der Ausschuss für Ordnung, öffentliche Einrichtungen, Digitalisierung und Anregungen lobt die Initiative – und das Anliegen. Einstimmig.

Die 120-Liter-Restmülltonne an der Windthorststraße 33 ist am Freitag leer. Nur eine dünne Schneeschicht hat sich auf den Deckel gelegt. „Die Müllabfuhr war gestern hier“, sagt die 29-Jährige. Randvoll sei die Tonne gewesen, wie immer. Kein Wunder bei einem Zwei-Familien-Haushalt. Wie ab Mai die täglichen Windeln bei 14-tägiger Leerung dazu passen sollen – ja, das sei die große Frage.

Karina Kuhn (Antragstellerin)

Vor dem Fachausschuss tritt Karina Kuhn gut vorbereitet in die Offensive: „Viele betroffene Personen werden Platzprobleme mit der Restmülltonne haben.“ Natürlich könne man über den Baubetriebshof den zusätzlich anfallenden Müll entsorgen lassen. Doch dahinter stünden Mehraufwand und Mehrkosten.

Die Antragstellerin wirbt für finanzielle Entlastung nicht nur junger Familien, sondern auch für Haushalte, die durch häusliche Pflege ohnehin schon stark belastet seien. „Außerdem“, wirft sie ein, „habe ich das Gefühl, dass immer mehr Müll in der freien Natur entsorgt wird.“ Dem könne mit dieser zusätzlichen Möglichkeit vielleicht sogar entgegengewirkt werden. Kuhns Credo: „Wäre es nicht auch schön, als erste Kommune im Kreis Warendorf als Aushängeschild für eine familienfreundliche Stadt mit der Windeltonne werben zu können?“ Sicherlich sei das Angebot auch in den Pflegeheimen und Kitas willkommen.

Thomas Kozler (SPD)

„Sehr plausibel erklärt“, findet Thomas Kozler (SPD). Dennis Kykal (CDU) kann das Anliegen als zweifacher Familienvater „voll und ganz nachvollziehen“. Frage nur, ob jeder auch den Platz für eine weitere Tonne habe oder ob es andere Möglichkeiten des Aufstockens gebe, die die Antragstellerin bereits mit dem Stichwort Windelbeutel selbst gegeben hat. Kykal drängt auf Tempo: „Eher schnell als erst im nächsten Jahr.“ Zustimmung formuliert auch Heinrich Wonnemann (Grüne). Ausschussvorsitzender Ralf Marciniak (CDU) sieht glücksbeseelt den Nerv des Gremiums getroffen: „Über solche Anträge freuen wir uns.“

Windeltonne mit im Prüfungspaket

Und nun? Erste Antwort liefert die Verwaltungsvorlage. Der Betriebsausschuss habe im Dezember beschlossen, die Abfallgebührenstruktur auf verschiedene Aspekte hin zu untersuchen und die Abfallgebührensatzung dementsprechend anzupassen. Auch die Windeltonne werde dabei ein Aspekt der Untersuchung sein. Die Verwaltung werde die Angelegenheit jetzt prüfen und eine Stellungnahme abgeben.

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