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Neue Wohnbebauung „Im Nonnengarten“

Werden die Parkplätze reichen?

Ahlen

Bei nur drei Enthaltungen hat der Rat den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 47.1 „Im Nonnengarten“ gefasst. Ein privater Investor will im Umfeld des Hospizes, für das es eine Bestandsgarantie gibt, vier Mehrfamilienhäuser und zwei Doppelhäuser errichten.

Von Peter Harke

Das kleine Wäldchen zwischen dem Hospiz und der Sporthalle des Gymnasiums St. Michael muss zum Teil geopfert werden für die geplante Wohnbebauung. Foto: Peter Harke

Der Bedarf an Wohnraum ist nicht nur in Großstädten, sondern auch in Ahlen evident. Dem wollen Politik und Verwaltung mit der Ausweisung neuer Baugebiete Rechnung tragen, doch die Planungsverfahren ziehen sich mitunter über Jahre hin, wie aktuell im Fall „Hohle Eiche“, wo es aus verschiedenen Gründen zu erheblichen Verzögerungen bei der Erschließung kommt, so dass vor 2024 voraussichtlich keiner der Bauwilligen, die zum Teil schon Architekten beauftragt haben, dort wird Richtfest feiern können (unsere Zeitung berichtete). Deutlich schneller könnte das Vorhaben eines privaten Investors realisiert werden, der am nördlichen Rand der Innenstadt, zwischen Vorhelmer Weg und Klingerstraße / Im Nonnengarten, insgesamt 49 Wohneinheiten schaffen will. Da es sich hier um eine sogenannte Innenentwicklung handelt, kann das Bebauungsplanverfahren beschleunigt durchgeführt werden, so ist etwa eine Umweltprüfung nicht erforderlich.

Erschließung über Vorhelmer Weg

Konkret beabsichtigt die Nonnengarten GmbH mit Sitz in Münster, im Umfeld der bestehenden Hospizeinrichtung auf dem Areal des früheren Klosters St. Michael eine Wohnbebauung in Form von vier Mehrfamilienhäusern mit 45 Wohnungen im nördlichen Bereich, die über eine neue Anbindung an den Vorhelmer Weg erschlossen werden sollen, und zwei Doppelhäusern im südlichen Bereich, erschlossen über die Klingerstraße und in der Verlängerung die Straße Im Nonnengarten – sie soll verkehrsberuhigt ausgebaut werden – , zu errichten. Die erforderlichen Flächen hat der Bauträger in diesem Jahr von der Kongregation der Schwestern Unserer Lieben Frau erworben, einschließlich des Grundstücks, auf dem sich das Hospiz befindet. Dessen Erhalt ist Bestandteil einer Vereinbarung zwischen dem Investor und der Hospizbewegung.

Die Mehrfamilienhäuser sollen zweigeschossig, die Doppelhäuser eingeschossig, jeweils mit ausgebautem Dachgeschoss unter Satteldächern, ausgeführt werden. Des Weiteren sehen die eingereichten Pläne laut Beschlussvorlage eine „einheitliche und qualitätvolle Fassadengestaltung“ vor. Mit der Umnutzung des ehemaligen Franziskanerklosters in Warendorf habe die Nonnengarten GmbH in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro „P E P“ aus Münster den Nachweis erbracht, solche Projekte „mit hoher architektonischer und städtebaulicher Qualität umzusetzen“.

Stadtplaner Markus Gantefort

Die Verwaltung sieht das Vorhaben nach den Worten von Stadtplaner Markus Gantefort jedenfalls als eine „städtebaulich sinnvolle Entwicklung“ an, „die einen bedarfsgerechten Beitrag zur Angebotserweiterung im Segment moderner und barrierefreier Mietwohnungsbau in zentraler und attraktiver Wohnlage von Ahlen leistet“. Matthias Harman (CDU), Vorsitzender des Stadtplanungs- und Bauausschusses, stellte kurz und bündig fest: „Ein schönes Projekt.“

Dennoch gab es im Fachausschuss auch einige kritische Nachfragen. Petra Päh­ler-Paul (Grüne) erkundigte sich nach dem Stellplatzschlüssel und erhielt von Gantefort die Auskunft: „Eins zu eins.“ Bedeutet: ein Parkplatz pro Wohneinheit. Das sei „völlig unrealistisch“, winkte Pähler-Paul ab, denn fast alle Familien hätten heute zwei Autos. Die Mieter im Nonnengarten wären demnach gezwungen, öffentlichen Parkraum in Anspruch zu nehmen.

Verkehrszählung in Auftrag gegeben

Martina Maury (BMA) sorgte sich auch um die zusätzlich entstehenden Verkehrsströme. Schon heute bildeten sich an der Einmündung des Vorhelmer Wegs in die Warendorfer Straße lange Rückstaus. Die Situation sei bekannt, erwiderte Markus Gantefort, eine Verkehrszählung bereits in Auftrag gegeben. Der Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung und Bauen sicherte zu, die angesprochenen Punkte im weiteren Verfahren zu berücksichtigen. Auch über den Energiestandard sei mit dem Investor noch nicht im Detail gesprochen worden. Gantefort betonte, es gehe zunächst nur um den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 47.1 „Wohnbebauung im Nonnengarten“. Den fasste der Rat dann auch bei drei Enthaltungen.

Der Erhalt der Hospizeinrichtung "Im Nonnengarten" ist langfristig gesichert. Foto: Archiv

Norbert Fleischer (FDP) bezeichnete es als „sehr lobenswert“, dass es eine langfristige Bestandsgarantie für das Hospiz gebe. Nach dem Erwerb des Gebäudes und des Grundstücks un­ter Einbeziehung des südlich angrenzenden ehemaligen Schwesternfriedhofs, wozu der Vorstand durch die Mitgliederversammlung am 21. August ermächtigt wurde, will die Hospizbewegung im Kreis Warendorf, wie berichtet, das Zentrum sanieren und umbauen. Die Pläne sehen unter anderem die Schaffung eines Appartements für Angehörige sowie zusätzliche Flächen für Bildungsarbeit und Trau­erbegleitung vor.

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