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„Truck Stop“ heizt Ahlener Stadtfest zum Auftakt ein

Wilder, wilder Westen in Ahlen City

Ahlen

Country, Schlager und Deutschpop: Ahlen kommt zum Auftakt des 35. Stadtfestes schnell in Stimmung. Und weil es was aufzuholen gibt, wird bis weit in die Nacht gefeiert. Top Act auf der Bühne: die Gruppe „Truck Stop“.

Von Martin Feldhaus

Zugabe-Rufe auch nach zwei Stunden „Truck Stop“: Das Ahlener Stadtfest startet am Freitagabend auf vollem Marktplatz stimmungsgeladen. Foto: Ulrich Gösmann

Stimmung, Stimmung und? Richtig: wieder Stimmung! Das 35. Ahlener Stadtfest startet am Freitagabend mit einem musikalischen Dreierpack, der es in sich hat: Country, Schlager und Deutschrock ¬– eine Mischung, die keine Wünsche offenlässt. Feierlaune? Vorprogrammiert!

Da stehen sie und singen: „Truck Stop“ bringt Ahlen schnell in Stimmung. Foto: Ulrich Gösmann

Los geht’s sofort mit einem echten Höhepunkt, auf den sich viele Besucher schon im Vorfeld besonders gefreut haben: Die renommierte Country-Band „Truck Stop“, die im Jahr 1973 gegründet wurde, lässt die Herzen vieler Ahlener höherschlagen. Der wilde Westen? Beginnt am Freitag bereits mitten im Münsterland. Überall finden sich Cowboyhüte und auf der Bühne gibt es großes Kino: „Truck Stop“ intoniert einen gelungenen Mix aus schnellen Stücken und eher ruhig-melancholischen Liedern – und der kommt an. „Das ist schon richtig gute Countrymusik, die können was“, findet etwa Markus Möhl angesichts satter Gitarrenklänge. Währenddessen schallt es von der Bühne: „Ich möcht’ so gern Dave Dudley hör’n.“ Schon der erste groß Truck-Stop-Hit, der einst Platz 20 der Singlecharts erreichte, animiert fast jeden zum Mitsingen.

Mittendrin, statt nur dabei ist auch Heike Kupke. Sie präsentiert einen Zeitungsartikel aus dem Jahr 1975: Schon da waren die Country-Legenden in Ahlen zu Gast, im restlos ausverkauften Juk-Haus saßen mehrere hundert Jugendliche teils auf dem Boden. „Damals war ich 15 Jahre alt“, so Kupke. Der Eintritt habe 50 Pfennig gekostet. „Ich war nach dem Konzert begeistert“, erinnert sie sich. 47 Jahre später ist sie es angesichts zwei Stunden geballter Country-Klänge erneut. Den damaligen Zeitungsartikel fand sie in einer Zigarrenkiste voller Kindheitserinnerungen wieder, als sich Truck Stop zum Stadtfest ankündigte. „Ich habe mich riesig gefreut“, so Kupke, für die es am Freitag zurück in die eigene Jugend geht.

Heike Kupke ist mit Zeitungsartikel auf dem Marktplatz. Die Ahlenerin erlebte „Truck Stop“ 1975 live im Juk-Haus. Damals war sie 14, der Eintritt kostete 50 Pfennig. Foto: Ulrich Gösmann

Nach dem musikalischen Ausflug in den wilden Westen ein Stimmungscheck von Moderatorin Jenny Heimann. Ergebnis: Daumen hoch. „Gold, Glitzer und Schwarz steht nicht nur für Country, sondern auch für Schlager“, betont sie und leitet über zum Teltower Mitch Keller. Der hat vor allem eines im Gepäck: Jede Menge positive Energie. „Steh auf, wenn du fällst und fang an zu kämpfen“, singt er etwa in einer seiner eingängigen wie mitreißenden Schlagerkompositionen. Der Musiker aus Ahlens Partnerstadt bietet von eher langsameren und gefühlvollen Balladen bis hin zu mitreißenden Partyschlagern alles, was das Herz begehrt. Scheu vor dem Publikum? Ist für Keller ein Fremdwort. Schon früh stürmt er von der Bühne direkt auf Ahlens „gute Stube“ und singt einfach inmitten der Stadtfestbesucher. Die Stimmung erreicht den Siedepunkt, als Keller, der im Hintergrund bereits für verschiedene Schlagergrößen arbeitete, den Klassiker „Verdammt ich lieb‘ Dich“ von Matthias Reim bringt. Kurze Zeit später leuchten viele Taschenlampen in den Ahlener Nachthimmel. Zugaben? Die Ahlener bestehen gleich auf mehrere.

Aus Hameln bzw. Guxhagen in der Nähe von Kassel reisen Eike Tegen, Jonas, Stefan Bahlke und Michael Ganss an. Foto: Martin Feldhaus

Und zum Abschluss? Stürmt die Coverband „Deutschrockmafia“ voller Elan die Bühne. Das Quintett aus Paderborn gibt Vollgas und nimmt das feiernde und tanzende Publikum mit auf einen wilden musikalischen Ritt durch verschiedene Musikepochen. Ihr Motto: „Alles nur geklaut“, wie es einst die legendären Prinzen in ihrem Kulthit besungen haben. Auf dem immer noch gefüllten Marktplatz findet die Band zwischen den Altmeistern des Deutschrock und der modernen Bewegung deutscher Rock- und Pop-Musik ihren energetischen Spannungsbogen. Los geht’s mit Andreas Bouranis Hymne der Weltmeisterschaft 2014. „Ein Hoch auf uns“ lässt bei vielen Erinnerungen an einen unvergesslichen Sommer und den WM-Triumph in Brasilien wiederaufleben. Ein Auftakt, der Lust auf mehr macht – und hält, was er verspricht. Stücke, wie „1000 und eine Nacht“ oder auch „Dein ist mein ganzes Herz“ entpuppen sich nach wie vor als Stimmungsanheizer. Auch weit nach Mitternacht.

Warten auf Countryklänge: Jan und Bianka Keller aus Ahlen outen sich als „Truck Stop“-Fans. Foto: Martin Feldhaus

Kein Zweifel, Country, Schlager und Deutschrock haben es nach dreijähriger Pause zurückgebracht: Schon zum Auftakt am Freitag steigt in Ahlen wieder das Stadtfestfieber. Zwischen die Wersestädter mischen sich Gäste aus Differdingen, Berlin-Schönefeld und Penzberg. Letztere in bayrischen Trachten. Francois Meisch (Differdingen) und die Penzberger Musikanten läuten gleich nach dem Fassanstich durch Bürgermeister Dr. Alexander Berger sogar das musikalische Programm ein. Zusammen feiern: Die Partnerstädte lösen schon am Freitag ein, was die Stadtfahnen hoch über dem Marktplatz versprechen. Das Wetter hält, Cocktails, Biere und andere Kaltgetränke schmecken. So kann es beim 35. Stadtfest weitergehen...

Nach Mitternacht und noch längst nicht partymüde... Foto: Ulrich Gösmann

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