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Baustellenführung durch den umgestalteten Stadtpark

Wohlfühlort statt Durchgangstristesse

Ahlen

Komplimente und Applaus gab‘s am Samstag für den neugestalteten Stadtpark. Die Teilnehmenden der Baustellenführungen brachten aber auch noch Anregungen und Hinweise ein.

Von Martin Feldhaus

Jörg Pieconkowski (l.) und Dennis Thiele erläutern das Konzept des neuen Stadtparks. Foto: Martin Feldhaus

Zuletzt war der Stadtpark eigentlich nur noch ein Durchgangspark, eine Abkürzung, um schneller mit dem Fahrrad oder zu Fuß von A nach B zu kommen. „Das war ein bisschen so wie in einem alten Garten, in dem man sich nicht mehr wohlfühlt“, räumt Jörg Pieconkowski ein. Zeiten, die zum Glück vorbei sind. Denn als der Grünflächenleiter der Ahlener Umweltbetriebe zahlreiche Interessierte am Samstag im Rahmen einer Baustellenführung durch den neu gestalteten Stadtpark führte, war eines ganz offensichtlich: Die alte Tristesse hat für eine kleine grüne Wohlfühloase Platz gemacht.

Diesen im neuen Glanz erstrahlenden Ort der Entspannung und Freizeitgestaltung mitten in der Stadt stellte Jörg Pieconkowski gemeinsam mit Stadtplaner Dennis Thiele vor. Über die breit angelegte Freitreppe gegenüber vom Krankenhaus ging es direkt ins Grün. „Hier hat man das Parkpanorama direkt vor Augen“, so Jörg Pieconkowski. Die Fläche sei jetzt offener und weiter. Der frühere waldartige Zustand sei einer größeren Transparenz gewichen. Geblieben sind jedoch die alten, wertvollen Bäume wie Linden und Rotbuchen, die im Sommer Schatten spenden. Hinzu kommen mehr als 40 neu gepflanzte Bäume, teilweise auch besondere Gewächse, die sich nicht in jeder Parkanlage finden.

Bepflanzung muss noch wachsen

„Es wird im ersten Jahr noch nicht alles perfekt sein“, bat Pieconkowski um Geduld, bis die neue Bepflanzung ihre volle Schönheit entfaltet. Etwa die Zwiebelblumen seien noch sehr spärlich. Nicht mehr geben wird es große, pflegeintensive Blumenbeete wie noch in den 1960er-Jahren. „Das können wir einfach nicht mehr leisten“, verdeutlichte Jörg Pieconkowski.

Als Highlights des Areals dürften sich künftig auch die zahlreichen Bänke und Liegestühle erweisen, die mit ihren hohen Lehnen für viel Komfort sorgen. Hier können etwa Radfahrer eine Pause einlegen und einen Blick auf die Werse sowie das Zwitschern der Vögel genießen. „Die Liegen im Berliner Park waren von Beginn an heiß begehrt“, erklärte Jörg Pieconkowski, warum das Banksystem im Stadtpark sehr großzügig ausfällt.

Großer Andrang herrschte bei den Baustellenführungen. Foto: Martin Feldhaus

Einen weiteren Schwerpunkt im Park bildet die Kunst, die an verschiedenen Stellen präsent ist und Akzente setzt. So erinnert eine Stehle am Eingang zum Spielplatz an Alfred Kitzig, den „Meister der Radierung“. Zudem ist die Skulptur „Tratschende Weiber“ bekanntlich aus der Fußgängerzone in den Park umgezogen und die großen „Twin Towers“ des Künstlers Walter Wittek sind ebenfalls ein echter Blickfang. Allerdings einer, der nicht jedem Passanten sofort etwas sagen dürfte. „Ein Hinweisschild wäre hier sinnvoll“, regte eine Ahlenerin an.

Die Liegen und weiteren Sitzmöglichkeiten direkt neben der renaturierten Werse werden schon gut genutzt. Foto: Martin Feldhaus

Schon jetzt sehr gut angenommen wird der neue Spielplatz um die markante „polynesische Riesenameise“, ein komplexes Kletterkonstrukt, das sogar Erwachsene reizt: Am Samstagvormittag trafen sich hier einige Familien zum Spielen und Verweilen. Ganz fertig ist der große Spielplatz im Parkzentrum, der sich an Erich Kästners Geschichte „Der 35. Mai oder Konrad reitet in die Südsee“ orientiert, aber noch nicht. Eine große Röhrenwenderutsche und Schaukeln sollen im Spätsommer hinzukommen und den Spielspaß dann abrunden.

Weiterhin wird es neben dem Kiosk „Büdchenliebe“, auf der Fläche des alten Spielplatzes eine hohe Schaukel geben, die auch Erwachsene nutzen können.

Die polynesische Riesenameise Foto: Martin Feldhaus

Kleinere Verbesserungsmöglichkeiten machten die Ahlenerinnen und Ahlener aber noch aus. „Hier fehlen definitiv noch ein paar Mülleimer“, merkte ein junger Familienvater an. Diese sollten durchgehend an allen Sitzmöglichkeiten vorhanden sein, um zu vermeiden, das sich Abfall neben den Bänken und Liegen ansammele. Zudem bemerkten aufmerksame Beobachter schon jetzt ersten Müll im Sumpfbecken an der gerade frisch montierten Pergola zwischen der Sumpfiris und Sumpfdotterblumen sowie Zigarettenkippen vor den Bänken am Spielplatz.

Die Pergola erstrahlt im neuen Glanz. Foto: Martin Feldhaus

Dennoch fiel der Tenor der zahlreichen Teilnehmenden fast einhellig positiv aus: „Ich möchte Ihnen ein großes Kompliment aussprechen“, betonte eine Teilnehmerin am Ende der ersten Führung. Eine Einschätzung zur Stadtparkumgestaltung, der sich die weiteren Personen mit Applaus anschlossen. Das freute auch die eigens angereiste Hiltrud Lintel vom Planungsbüro „scape Landschaftsarchitekten GmbH“ aus Düsseldorf.

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