Aktueller Bericht zur Coronalage in Ahlen

Zahlen entwickeln sich in richtige Richtung

Ahlen

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in Ahlen immer noch mehr als doppelt so hoch wie im Kreisdurchschnitt, aber tendenziell sind die Infektionszahlen auch in der Wersestadt rückläufig.

Peter Harke

Im ersten Quartal dieses Jahres waren die Über-80-Jährigen noch mit Abstand am stärksten von Corona-Infektionen betroffen. Nachdem diese Altersgruppe priorisiert geimpft worden ist, hat sich ihr Anteil rapide verringert. Foto: Stadt Ahlen

Wie viele Ahlener sind schon gegen das Coronavirus geimpft? Eine Antwort auf diese Frage von Grünen-Fraktionschefin Pe­tra Pähler-Paul musste Ga­briele Hoffmann am Dienstag im Rat schuldig bleiben, da dazu keine Daten vom Kreis vorliegen. Aber dass die Impfkampagne Fahrt aufgenommen hat und wie sich das auf die Altersstruktur bei den Neuinfektionen auswirkt, konnte die städtische Rechtsdirektorin in ihrer Präsentation anhand von Balkendiagrammen anschaulich darlegen. So waren die Über-80-Jährigen im ersten Quartal dieses Jahres mit 131 Infizierten noch überproportional betroffen. Im Zeitraum vom 26. April bis zum 10. Mai hingegen traten in dieser mit höchster Priorität zuerst geimpften Gruppe nur noch zwei Fälle auf. In beiden Schaubildern auffällig hoch die Säulen für die Altersgruppen 20 bis 24 und 45 bis 49 Jahre.

Bürgermeister Dr. Alexander Berger

Insgesamt sind die Zahlen aber auch in Ahlen tendenziell rückläufig. Mit 303 akut Infizierten und einer Sieben-Tage-Inzidenz von 325,7 war laut Hoffmann am 24. April der Höchststand erreicht. Am 11. Mai, dem Tag der Ratssitzung, gab es 196 Infizierte bei einer Inzidenz von 177,1. Immer noch „nicht schön“ sei das, so die Leiterin der städtischen Ordnungsbehörde, aber eine Entwicklung „in die richtige Richtung“. Auch Bürgermeister Dr. Alexander Berger stellte fest: „Die dritte Welle ist schon gebrochen.“ Dennoch plädiere er für eine defensive Herangehensweise an mögliche Öffnungsszenarien. „Wir sind lange noch nicht durch“, so Berger, „wir müssen nach wie vor achtsam sein, um die erreichten Erfolge nicht zu gefährden.“ Ausdrücklich bedankte sich der Verwaltungschef bei den Betreibern der örtlichen Testzentren: „Das läuft außerordentlich gut.“

Von 27.760 Bürgertests nur 152 positiv

Auch dazu hatte Gabriele Hoffmann aktuelle Informationen. Vom 23. März bis zum 10. Mai wurden in Ahlen 27.760 Bürgertests durchgeführt, davon waren 152 positiv, das entspricht 0,5 Prozent. Seit dem 22. April bietet die Stadt ihren Beschäftigten Betriebstestungen in Form von beobachteten Selbsttests an und stellt Bescheinigungen darüber aus. Bisher (Stand Dienstag) erfolgten 515 Testungen, allesamt negativ. Auch die am 29. April eingerichtete Teststation an der Ditib-Moschee an der Rottmannstraße werde gut angenommen.

Dem Einsatz von mobilen Impfteams in sozialen Brennpunkten nach dem Vorbild von Köln oder Münster, wie von SPD und Grünen gefordert, steht die Verwaltung im Prinzip aufgeschlossen ge­genüber. Das ließe sich nach den Worten des Bürgermeisters aber nur zusammen mit dem Kreis realisieren, der den Impfstoff bereitstellen müsste. Die Stadt habe ihrerseits angeboten, das zurzeit nicht mehr genutzte dezentrale Impfzentrum im ehemaligen Bauhof an der Alten Beckumer Straße bei Bedarf „jederzeit“ zu reaktivieren.

Einstimmig beschloss der Rat auf Antrag der Grünen, dass die Stadt für die Kindertageseinrichtungen in eigener Trägerschaft die schon an Grund- und Förderschulen angewendeten Lolli-Tests zur Verfügung stellen soll. Die Kosten dafür muss sie zunächst selbst tragen, eine spätere Re-Finanzierung durch das Land ist noch nicht gesichert. (Weiterer Bericht folgt.)

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