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Kunstverein zeigt fünf Kunstschaffende aus vier Ländern

Zuhause – mal poetisch, mal brachial

Ahlen

Es wird eine spannende Ausstellung, die die Blickwinkel verändert. Der Kunstverein lädt zur Vernissage am 9. September ein.

Von Dierk Hartleb

Tetiana Korol stellt zusätzlich ihre Arbeitshose aus, auf der sie ihren Pinsel ausstreift und die zum Kunstobjekt geworden ist. Foto: Dierk Hartleb

Nur eine knappe Woche nach Ende des „Artparcour II“ lädt der Kunstverein zu seiner nächsten Ausstellung ein. Unter dem Titel „Zuhause“ stellt Kurator Sven Henric Olde vier Künstlerinnen und Künstler vor, deren Wurzeln in Russland, Syrien und der Ukraine liegen.

„Es geht in der Ausstellung nicht um das Thema Krieg oder Flucht“, stellt Olde bei der Vorbesichtigung heraus. Das Verbindene sei die Kunst und sie spreche für sich.

Freiheit finden

„In der Kunst finde ich meine Freiheit“, sagt Ahmad Abdulhak. Der gebürtige Palästinenser ist 2015 aus Damaskus geflohen und hat zunächst in Hamm und inzwischen in Bochum ein neues Zuhause gefunden. In seinen Werken – Städteansichten, in denen Erinnerungen und Fiktion verschmelzen, und Ansichten von Menschen – ist die Prägung durch seinen Alltag in Syrien noch sichtbar. Ahmad Abdulhak, der in Damaskus Kunst studiert hat, setzt sein Studium in Dortmund fort.

Ahmad Abdulhak, Sven Henric Olde, Tetiana Korol und Gerd Buller freuen sich auf viele Gäste. Foto: Dierk Hartleb

Tetiana Korol, deren Vorname fälschlicherweise bislang mit a geschrieben wurde, ist stilistisch breit angelegt und malt abstrakt wie gegenständlich. Die Kiewerin hat am ersten Tag ihrer Ankunft angefangen zu malen, berichtet Gerd Buller, der sie mit ihrem Sohn zunächst aufgenommen hatte. In einer Bildsequenz beschäftigt sie sich mit der Natur und ihrer Kraft, ohne sich dabei am Gegenständlichen zu orientieren.

Alina Medvedeva, die man ebenso wie Sergej Davydov aus vorangegangenen Ausstellungen des Kunstvereins kennt, beschäftigen sich mit dem Thema „Zuhause“ auf ganz andere Weise. So zeigt sie eine großformatige Fotografie, die mit einem Beamer an die Wand geworfen wird, mit Birken, wie sie für die Tundra typisch sind. Daneben zeigt sie in einer kleinformatigen Arbeit die Symbiose aus Eiche und Birke. In einem Video, das im Kabinett gezeigt wird, zeichnet Alina Medvedeva mit der Mikroeinstellung einer Kamera nach, wie sich der Samen einer reifen Löwenzahnpflanze (Pusteblume) verteilt und wie die Bilder dabei zwischen poetisch und brachial changieren.

Ahmad Abdulhak mit einer fiktiven Städteansicht von Damaskus, in die er die Hammer Pauluskirche setzte. Foto: Dierk Hartleb

Sergej Davydov ist bekannt für einen brillanten Strich, den er setzt und der ihn zu einem exzellenten Zeichner, Illustrator und Cartoonisten macht. Die Tür, die mitten im Raum steht, hat Sven Henric Olde selbst beigesteuert und ist das Relikt einer Ausstellung beim Kunstverein Oerlinghausen in der früheren Synagoge mit dem Titel „Heimat“.

Musikalisch begleitet wird die Eröffnung von Anne-Kathrin Hoffmann-Quittek und Eduard Oldenburger, die die Besucherinnen und Besucher durch die Ausstellung führen.

„Zuhause – zwischen hier und da“, Eröffnung am Freitag (9. September), 19 Uhr, zu sehen ist die Ausstellung bis zum 2. Oktober in der Stadtgalerie, Königstraße.

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