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FWG verabschiedet Alois Brinkkötter

„Zwischendurch kam doch eine Träne“

Ahlen

Was für ein Abschied! Schülerschaft, Kolleginnen und Kollegen ließen den scheidenden Schulleiter Alois Brinkkötter ein Spalier abschreiten. Und das war sehr, sehr lang.

Von Ralf Steinhorst

Spalier für den scheidenden Schulleiter Alois Brinkkötter Auch ein Dach von Eishockeyschlägern gehörte dazu. Und Foto: Ralf Steinhorst

War es am Freitagvormittag ein Zeugnistag an der Fritz-Winter-Gesamtschule, weil Schülerinnen und Schüler sowie der Schulleiter ein Zeugnis überreicht bekamen? Oder ein Tag, an dem der Schulleiter der Schülerschaft und Mitarbeitenden vielfach dankte und umgekehrt? Egal wie die Betrachtungsweise ausfällt, es geht eine Ära zu Ende. Alois Brinkkötter wurde nach 18,5 Jahren verabschiedet – unter anderem mit einem Spalier. Am Montag ist dann der offiziell letzte Arbeitstag.

Der Tag brachte auch eine mathematische Erkenntnis: ein Spalier von circa 1450 Jugendlichen plus Kolleginnen und Kollegen ergibt eine halbe Runde um das große Areal der Fritz-Winter-Schule – vom Haupteingang über den Werseweg bis hin zum Schulhof über den rückwärtigen Eingang. Jede Klasse hatte sich etwas überlegt und ihren eigenen Bereich im Spalier.

Bunter geht‘s nicht

Zusammen mit Ehefrau Barbara und seiner Familie schritt der zukünftige Ruheständler den Parcours ab, der bunter nicht sein konnte. Ob die Reit AG mit einem kleinen Hindernis, die Imker AG mit standesgemäßer Bienenschutzkleidung, eine Klasse die einen Bogen mit Eishockeyschlägern bildete oder der erste iPad-Kurs der Schule – alle hatten sich nach ihrer Fasson etwas einfallen lassen.

Auch literarisch wurde es, der Zwölfer-Jahrgang trug das Gedicht „Die Entwicklung der Menschheit“ von Erich Kästner vor. Gleich zweimal musste ein die Ziellinie symbolisierendes Band durchschnitten werden.

Und immer wieder Dankeschön-Schilder, die die Mädchen und Jungen Alois Brinkkötter entgegenhielten. „Danke, danke – das ist ja Wahnsinn!“, kam es nicht selten vom scheidenden Schulleiter zurück, der anschließend im kleinen Kreis zugab: „Zwischendurch kam dann doch eine Träne, das war schon beeindruckend.“

Genossen hat er es sichtlich, immer wieder blieb er stehen, um ein paar Sätze mit den Jugendlichen zu wechseln. Das nahm Zeit in Anspruch, die ihn dann doch beunruhigte: „Wie ist der Zeitplan?“ Lehrer Benjamin Fibi beruhigte aber umgehend: „Über einen Zeitplan musst du jetzt nicht mehr nachdenken.“

Abschließend gehörte die Zeit dann den Mitarbeitenden und Schülervertreterinnen. Von den Kolleginnen und Kollegen sowie weiteren Mitarbeitenden gab es ein selbst geschriebenes Buch als Geschenk, von den beiden Schülersprecherinnen Victoria Dramski und Sophia Trottenberg ein Abschlusszeugnis mit lauter Einsen – mit der Bemerkung, die Berechtigung zum Ruhestand erhalten zu haben, weil er den Abschluss im Fachbereich Arbeit bestanden hatte.

SV in die Pflicht genommen

Schelmisch nahm Alois Brinkkötter die Schülervertretung noch in die Pflicht: „Bleibt in der SV aktiv und setzt meine Nachfolgerin Frau Wilmer ein bisschen unter Druck.“ Um dann aber auch gleich allen zu versprechen: „Wir werden uns wiedersehen – nur nicht ganz so oft!“

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