Beckum: Kita zieht in Kirche ein

Alte Kirche – neue Nutzung

Beckum

Bald erfüllt fröhlicher Kinderlärm die Martinskirche. Am 28. August eröffnet in dem früheren Sakralbau am Mühlenweg die katholische Kindertagesstätte St. Martin.

Dierk Hartleb

Die parabelförnige Stahlbetonkonstruktion aus den 50er Jahren erweist sich bis heute als sehr stabil. Auf dem eingezogenen Geschoss ist eine über 500 Quadratmeter große Fläche entstanden. Auch die Außenansicht ist reizvoll. Foto: Dierk Hartleb

Am heutigen Samstag, 27. Juli, findet die offizielle Einweihung statt. Das Staunen ist programmiert: Von der eingezogenen Zwischendecke bietet sich den Besuchern eine einmalige Aussicht auf das parabelförmige bunte Fenster über dem Westwerk den bunten Betonformsteinfenstern an den beiden Seiten des Kirchenschiffs. Auf der über 500 Quadratmeter großen Fläche, die nur von einigen Lichtschächten unterbrochen wird, die Licht in den darunter liegenden Gruppen und Sozialräume leiten, können sich demnächst die Kinder austoben.

Der frühere Altarraum ist offen, so dass das vom Münchner Künstler Roland Friedrichsen als Mosaik gestaltete Kreuz mit Christusdarstellung sichtbar bleibt. Ein runder Begegnungsraum kann für Elternzusammenkünfte und kleinere Veranstaltungen genutzt werden. Die Böden sind in einem freundlichen Grün gehalten.

Dass das Gebäude beim Vorbeigehen weiterhin als Kirche wahrgenommen wird, ist der Tatsache geschuldet, dass der LWL den 2012 profanierten Sakralbau 2016 unter Denkmalschutz stellten. Für ihre Entscheidung hatten die Denkmalschützer mehrere Gründe: ch: Der offen gestaltete Altarraum, der den Priester näher an die Gemeinde rücken ließ, nahm Ergebnisse des Vatikanische Konzils vorweg. Auch architektonisch beschritten die Architekten Bernhard Kösters und Herbert Balke neue Wege, als sie sich für eine Stahlbetonkonstruktion entschieden, wobei der Beton von der in Beckum ansässigen Zementindustrie zur Verfügung gestellt wurde.

Den Umbau des Gebäudes finanziert die Firma Heckmann aus Hamm. Dem auf Wohnungsbau spezialisierten Bauunternehmen ging es beim Kauf allerdings weniger um die Kirche selbst als viel mehr um die daneben liegende 10 000 Quadratmeter große Grünfläche des Westparks, die als Bauland ausgewiesen war und auf der die ersten 28 von insgesamt 56 geplanten Wohneinheiten gebaut werden. Dass das sogenannte Martinsquartier jetzt zudem eine eigene Kita erhält, passt den Hammern gut ins Konzept.

65 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren werde hier künftig in drei Gruppenräumen betreut. Dazu kommen Schlafräume und kindgerechte Toiletten. An der Ausstattung, für die die katholische Kirchengemeinde als Träger der Kita zuständig ist, wird nicht gespart. Anja Junker von der Verbundleitung der Propsteigegemeinde ist von der neuen Einrichtung begeistert: „Wer kann schon später sagen, dass er in einer Kirche in den Kindergarten gegangen ist?“

Von 13 bis 16 Uhr kann die Kita am heutigen Samstag besichtigt werden.

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