Ansiedlung in Oelde

Amazon noch Baustelle

Oelde

Das dürfte eng werden: Ursprünglich wollte Amazon in Oelde im Herbst an den Start gehen. Laut Investor Gazeley soll das Projekt baulich dann auch abgeschlossen sein. Aber ohne Personal wird Amazon nicht starten. Dafür benötigt das Unternehmen üblicherweise ein halbes Jahr.

Beate Kopmann

Noch sind die Bauarbeiter im Gewerbegebiet Aurea schwer beschäftigt. Dass der Online-Riese Amazon – wie ursprünglich angekündigt – im Herbst bereits die Arbeit in Oelde aufnehmen wird, ist unwahrscheinlich. Foto: Reinhard Baldauf

Bis zu 2000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze sollten beim Onlinehändler Amazon in Oelde entstehen. Von Anfang als gute Nachricht bewerteten dies das Jobcenter Kreis Warendorf, aber auch die Arbeitsagentur und Kommunen im Kreis: Sie alle sehen in der Amazon-Ansiedlung die Chance, Menschen in Arbeit zu bringen, die auf dem Markt sonst eher schlechte Karten haben.

Dass das Unternehmen in Oelde allerdings noch im Herbst 2019 an den Start gehen kann – wovon mehrfach die Rede war – dürfte bezweifelt werden. Das Großprojekt im Gewerbegebiet Aurea sieht immer noch aus wie eine Baustelle.

Konkrete Nachfragen bei Amazon laufen allerdings ins Leere. „Wir haben den Bau eines Logistikzentrums in Oelde noch nie bestätigt und auch keinen Zeitplan herausgegeben“, sagt Amazon-Sprecher Stephan Eichenseher. Deswegen könne er zu einer möglichen Verzögerung nichts sagen. Da müsse man sich schon an den Investor werden. Wer das sei, wisse er im Moment auch nicht. Kein Problem. Dass der Investor Gazeley heißt, ist bekannt. Der weltweit führend Entwickler von Logistikimmobilien, bestätigt allerdings in einem Satz, dass das Objekt plangemäß im Herbst 2019 fertiggestellt wird.

Trotzdem rechnet auch das Jobcenter Kreis Warendorf nicht wirklich damit, dass der Online-Händler noch dieses Jahr an den Start gehen könnte. Dr. Ansgar Seidel, Leiter des Jobcenters, hatte schon vor längerer Zeit darauf hingewiesen, dass Amazon üblicherweise ein halbes Jahr vorher bekannt gebe, wenn Personal gesucht werde. Damit dürfte der Zug für dieses Jahr abgefahren sein.

Deswegen wartet auch die Mitarbeiterin des Jobcenters, die demnächst eigens für die Amazon-Akquise zuständig sein soll, weiter auf grünes Licht. Erste Vorarbeiten hat sie gemacht – etwa geguckt, welche Leistungsempfänger für die Vermittlung zu Amazon in Frage kommen. Weitere Maßnahmen können aber erst erfolgen, wenn ein konkreter Zeitplan vorliegt.

Unklar ist ferner, wie viele Stellen der Versandriese in Oelde schaffen will. Zwischenzeitlich war nur noch von 1200 bis 1800 Arbeitsplätzen die Rede.

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