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Außergewöhnliches Hobby

Aus Autoschrott werden Aliens

Everswinkel

Die Science-Fiction-Filmreihe „Alien“ ist Kult, nicht nur durch die von dem Bildhauer HR Giger geschaffenen Gestalten. In Reminiszenz an sie, baut Christian Vlasak in seiner Freizeit imposante Alien-Figuren – gänzlich aus Schrottteilen, die zuvor in Autos verbaut waren. Auf seinen Plattformen auf Facebook und Instagram wächst seine Fangemeinde. Denn Vlasak kreiert meisterhaft Metallfiguren from outter space. Mit großer Liebe zum Detail und fachlicher Raffinesse.

Von Peter Sauer

Bekannt aus den "Alien"-Filmen mit Sigourney Weaver: Der Everswinkeler Christian Vlasak baut kultige Filmfiguren aus glänzendem Metall - zusammengesetzt aus unzähligen (Auto-)Schrottteilen. Foto: Peter Sauer

Alte oder verunfallte Autos kommen auf den Schrottplatz. Entweder landen sie sofort in der Presse oder werden noch nach wertvollen Einzelteilen „ausgeschlachtet“. Christian Vlasak aus Everswinkel ist so ein Schrottverwerter.

Tagsüber Karosseriebauer – abends Aliengestalter

Tagsüber arbeitet der 31-Jährige als Karosseriebauer in Münster-Hiltrup. Nach Feierabend und am Wochenende besucht er Schrottplätze im Umkreis von 60 Kilometern, um ganz besondere Autoteile aufzustöbern. Nein, nicht für Autos. Denn Christian Vlasak beschäftigt sich in seiner kleinen Hobbywerkstatt zwischen Everswinkel und Raestrup künstlerisch mit den Schrottteilen. Und nicht nur die Schrotthändler sind baff, welchen neuen kreativen und ästhetischen Wert der Everswinkeler aus den Schrottteilen schöpft.

Die "Batman"-Figur von Christian Vlasak leuchtet via App im Handy. Foto: Peter Sauer

Christian Vlasak baut Figuren aus den kultigen „Alien“- und „Star Wars“-Kinostreifen ebenso originalgetreu und detailreich nach wie Charaktere aus den „Transformers“-Filmen.

Christian Vlasak schweißt an seinen Figuren wie hier ein Modell aus dem Film "Star Wars". Foto: Peter Sauer

„Um mein Material zu bekommen, hänge ich auch mal in Containern voller Schrott, um die Motoren auseinander zu nehmen“, sagt Christian Vlasak. Seit 2016 baut und schweißt der Everswinkeler seine beeindruckenden Metallskulpturen zusammen, die eine besondere Ästhetik ausstrahlen. Sie entstehen nach eigenen Vorzeichnungen. „Ich rechne die Sachen alle durch, habe Pappschablonen zum Größenvergleich.“

Alles passiert bislang (noch) unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Einzige Ausnahme: sein größtes Kunstwerk steht auf einem Grundstück an der Ecke Freckenhorster Straße / Graf-Droste-Straße 2. Mitten in einem gepflegten Wohngebiet ragt da eine Meter hohe Alien-Skulptur in den Himmel von Everswinkel und erfreut nicht nur Grundstücksinhaber Tim Bosenius.

Viel Zeit für ein aufwendiges Hobby

Warum investiert Christian Vlasak nach Feierabend eigentlich so viel Zeit in sein ganz besonderes Hobby? „Schweißen macht mir einfach Spaß und ich bin ein Fan der Alien-Filme. Science-Fiction ist voll meine Welt. Dieses Grenzenlose regt die Fantasie an. Mit Science Fiction kann man gut aus dem Alltag aussteigen.“

Er experimentierte zunächst im Kleinen, um seine eigenen Aliens zu entwerfen. So baute er Spinnen mit acht Beinen aus alten Zündkerzen, einen Oktopus aus Ventilköpfen, Zahnrädern, Fahrradketten und Stoßdämpfern oder eine glänzende Kobra aus hunderten von Unterlegscheiben. Christian Vlasak hat auch ein gutes Auge für kleine Deko-Accessoires – Hauptsache aus Metall.

Zwei der Besten von Christian Vlasak: Furcherregender Alienkopf und ein Gremlin-Kobold mit einer Säge Foto: Peter Sauer

Fast so groß wie eine Haustür ist seine Drachenfigur. „Der Drachen ist aus meiner Fantasie entstanden“, sagt Christian Vlasak, „den kann man sich gut vor die Haustür stellen. Unten ist noch Platz für ein Schild für die Hausnummer.“ Das Gitter-Gestell hat er mit Außenputz verkleidet und mit seinem Kumpel Tim, der Stuckateur ist, zusammengebaut.

Auch "Star-Wars"-Figuren baut Christian Vlasak. Mehr unter: vlasibautwas scrap Metal Art Foto: Peter Sauer

Für seine nicht minder imposante Batman-Skulptur musste er noch Material nachordern. Allein die zunächst veranschlagten 480 Muttern reichten bei weitem nicht aus. Sein Batman aus blankem Metall wurde schließlich noch mit Klarlack beschichtet. „Das grüne Licht aus seiner Hand kann ich übrigens per App steuern.“

Die Metallskulpturen baut Vlasak vorwiegend für sich, manche für seine Kumpels – als einzigartiges Geschenk.

Auftragsarbeiten sind dagegen nicht so seine Welt. „Ich muss einfach mein eigenes Ding machen.“ Einzige Ausnahme: Zum 25-jährigen Bestehen des Kunstvereins Everswinkel arbeitet Christian Vlasak gerade an einer ganz besonderen Edelstahlfigur, die im Herbst im Außenbereich des Vitusdorfes aufgestellt werden soll. „Das ist aber alles noch streng geheim.“

So kann Christian Vlasak erreichen

Info und Kontakt: Instagram und Facebook unter: vlasibautwas scrap Metal Art

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