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Dehoga im Austausch mit Bundestags- und Landtagsabgeordneten

Bürokratie in Pandemie abbauen

Kreis Warendorf.

Das Gastro-Gewerbe gehört mit zu den großen wirtschaftlichen Verlierern der Corona-Pandemie. Nicht nur die Lockdown-Monate, sondern auch die sich ständig ändernden Hygiene-Regeln belasten die Branche. Deshalb gab es jetzt zwei separate Zoom-Konferenzen mit Politikern der SPD und der CDU mit vertretern der Dehoga sowie Hoteliers und Gastronomen.

Von Peter Sauer

Düster sind die Zeiten für Hoteliers, Gastronomen und ihre Mitarbeiter geworden, seit die Corona-Pandemie unser Leben bestimmt.

Sie dürfen öffnen, halten sich an alle Hygieneregeln – aber die Ungewissheit wächst bei den Hoteliers und Gastronomen: Denn die Corona-Auflagen verändern sich stetig und kurzfristig und immer mehr Gäste stornieren ihre Reservierungen oder kommen erst gar nicht mehr.

Auch die Restaurants und Hotels im Kreis Warendorf leiden seit Beginn der Pandemie unter hohen Umsatzeinbußen, der Fachkräftemangel hat sich dort durch Corona massiv verschärft.

Teilnehmer der Dehoga-CDU-Zoomkonferenz waren: Reihe 1, v.l.: Renate Dölling (Geschäftsführerin des DEHOGA im Münsterland), Michael Mersbäumer (Gasthof Mersbäumer, Ostbevern), Dr. Letizia Dieckmann (Büro Rehbaum MdB) Reihe 2, v.l.: Henning Rehbaum MdB, Laura May (Büro Henning Rehbaum MdB), Frederic Forthaus (Pott's Brau- und Backhaus, Oelde) Reihe 3, v.l.: Markus Höner (CDU-Kreisvorsitzende), Daniel Hagemeier MdL, Heiko Weitenberg (Landgasthaus Hohen Hagen, Ennigerloh) Reihe 4: Martina Mersch (Hotel Mersch, Warendorf) Foto: PD

Bereits im Dezember hatte sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Henning Rehbaum mit Vertretern des Hotel- und Gaststättengewerbes (Dehoga) aus dem Kreis getroffen und deren Fragen und Sorgen an die neue Bundesregierung herangetragen. Was die Branche dringend benötige, sei Gewissheit über künftige Hilfsprogramme und die politischen Rahmenbedingungen, erfuhr Rehbaum von Heiko Weitenberg. Der Betreiber des Landgasthofs Hohenhagen in Ennigerloh ist Dehoga-Kreisvorsitzender.

Die Rückmeldung, die Rehbaum aber von den zuständigen Bundesministerien für Arbeit sowie Wirtschaft erhielt, fiel unkonkret und ernüchternd aus. „Wir haben den Eindruck, dass die Regierung die hohe Dringlichkeit bei den Gastwirten nicht sieht“, sagte der Abgeordnete und fügte hinzu, er werde sich weiter in Berlin für die Branche einsetzen.

Personal sollmehr unterstützt werden

Um mühsam im Sommer 2021 angeworbene und eingearbeitete Kräfte zu halten, würde es beispielsweise helfen, wenn Gastwirte ihrem Personal auch weiterhin den steuerfreien Corona-Bonus auszahlen dürften. Das komme Kellnern zugute, denen mit dem Kurzarbeitergeld das komplette Trinkgeld fehlt – ein wichtiger Bestandteil ihres Einkommens. Die Möglichkeit zur Zahlung des Corona-Bonus über den März hinaus haben Rehbaum und seine CDU/CSU-Fraktion nun in einem Antrag im Bundestag gefordert. „Ich erwarte, dass die Regierung jetzt im Sinne der notleidenden Betriebe handelt und unserem Antrag zustimmt“, sagt Rehbaum.

Auch Annette Watermann-Krass und Bernhard Daldrup, die SPD-Abgeordneten für den Kreis Warendorf in Land und Bund sowie Landtagskandidat Frederik Werning beschäftigen sich mit dem Thema. In einer Zoom-Konferenz sprachen sie mit Renate Dölling vom Dehoga-Verband Münsterland. Laut Dehoga stellen die vom Bund gestellten Überbrückungshilfen eine große Hilfe dar.

Kurzfristigkeit der sich stetig ändernden Corona-Maßnahmen sorgt für großen Stress

Auf Nachfrage der SPD-Politiker teilte die Dehoga-Sprecherin mit, dass auch 2022 die Corona-Hilfen für das Gastgewerbe laufen und die Verfahren funktionieren würden. Dennoch wünschen sich die Vertreter des Verbands, das ihren Betrieben in weiteren Bereichen entschiedener geholfen wird.

Die Dehoga-SPD-Zoomkonferenz fand u.a. mit Bernhard Daldrup (oben links, Abgeordneter der SPD im Deutschen Bundestag) und Renate Dölling (rechts/mittig; Dehoga) statt. Foto: Kreis Warendorf

Ein großes Problem stellt die Kurzfristigkeit von Corona-Maßnahmen und Auflagen dar – insbesondere in der Hotellerie. Martina Mersch, Inhaberin des Ringhotels Mersch in Warendorf, hat eine harte Zeit hinter sich: „Verbunden mit einem enormen bürokratischen Aufwand und weiteren nicht pandemie-bedingten Kontrollen ist die Umsetzung oft nur schwer zu stemmen.“

Schneller handeln - auch im Bereich der Schulen

Diese Klage kennt die Landtagsabgeordnete Annette Watermann-Krass nur zu gut: „Auch im Schulsektor erleben wir genau diese Kritik. Das Land reagiert zögerlich und oft erst auf die letzte Minute.“ Für sie ist klar, dass in beiden Lebensbereichen deutlich schneller gehandelt werden muss.

Den Wunsch der Dehoga, ganz allgemein regelmäßige Berichtspflichten zu verlängern oder auszusetzen, wollen die Abgeordneten aufgreifen und besonders gegenüber der Landesregierung vorbringen.

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