43 Jahre bei der Volksbank: Rolf Weishaupt verabschiedet sich in den Ruhestand

Der vorsichtige Kaufmann

Ennigerloh

Er ist mit Herzblut Banker. „Das war mein Traumjob“, erzählt Rolf Weishaupt. Doch die Begründung, die der gebürtige Oelder nennt, könnte auch von einem Sozialarbeiter stammen: „Mir hat es Spaß gemacht, mit Menschen umzugehen“, erzählt der Vorstandsvorsitzende der Volksbank eG.

Beate Kopmann

Rolf Weishaupt, Vorstandsvorsitzender der Volksbank eG, ist seit Anfang des Jahres im Ruhestand. Foto: Beate Kopmann

Zum Jahresende verabschiedete Weishaupt sich nun in den Ruhestand. Mit 61 Jahren und vielen neuen Plänen. Hinter sich lässt er 43 Jahre Tätigkeit in der Volksbank – davon 30 Jahre als Vorstandsmitglied und 23 Jahre als Vorstandsvorsitzender. „Geld ist nicht alles“, betont der Banker und fügt hinzu: „Mich hat man nie mit Geld locken können.“

Rolf Weishaupt

Dabei ging Weishaupts Karriere schon früh steil bergauf. „Ich war 31 Jahre alt, als ich Vorstandsmitglied wurde.“ Eine Laufbahn, die heute gar nicht mehr vorstellbar ist. Schon mit zwölf Jahren habe er Banker werden wollen, erzählt der 61-Jährige. „Vielleicht, weil ich immer gut in Mathe war.“ Mehrere Fusionen hat er in all den Jahren federführend begleitet. „Meine erste Station war die Spar- und Darlehnskasse Oelde, die 1977 mit Stromberg fusionierte“. Darauf folgte die Volksbank Oelde-Ennigerloh-Neubeckum, die 2015 mit der Volksbank Ahlen-Sassenberg-Warendorf fusionierte und 2019 mit der Volksbank im Ostmünsterland. Das Geschäftsgebiet der heutigen Volksbank eG erstreckt sich über den Ostteil des Kreises Warendorf sowie über den westlichen Teil des Kreises Gütersloh. „Unser Haus ist jetzt 135 Jahre alt und kerngesund wie in keinem anderen Jahr vorher“, sagt Weishaupt stolz, der von sich behauptet, dass er die Rolle des vorsichtigen Kaufmanns immer zu 120 Prozent erfüllt habe. „Vielleicht habe ich das manchmal zu drastisch gelebt. Aber ich war immer Stratege und habe nie den kurzfristigen Erfolg gesucht.“

Rolf Weishaupt

Weil die Bank vom Vertrauen der Kunden lebe, habe er sich als Treuhänder verstanden, erklärt Weishaupt. Er nimmt dennoch für sich in Ansprich, „quirlig und innovativ“ zu sein.

Und diesen Wesenszug will der 61-Jährige nun auf neue Weise leben. In diesem Jahr geht der Ex-Banker für drei Monate mit seiner Frau auf Tour – aber nicht, wie man vielleicht meinen könnte – auf eine große Kreuzfahrt durch Südamerika. Nein: Weishaupt hat zwei Vespas gekauft. Zusammen mit seiner Frau will er Richtung Spanien aufbrechen, wo die beiden sich in jungen Jahren kennengelernt haben. „Wir machen erst eine Testfahrt, vielleicht in die Lüneburger Heide. Später wollen wir dann ungefähr 150 Kilometer am Tag schaffen – Richtung Spanien.“

Besonders komfortabel dürfte die Tour nicht werden. Aber das macht nichts. Weishaupt winkt ab. „Meine Frau hat schon den Jakobsweg gemacht. Alleine. Sie kann mit wenig Gepäck auskommen. Ich auch.“

Zeit, ein Hobby zu pflegen, hatte Weishaupt während seiner Berufstätigkeit nicht. „Aber ich werde jetzt anfangen, Golf zu spielen.“ Wie das Leben sich sonst entwickeln werde, wolle er bewusst offen lassen. Klar ist nur: „Mein Leben wird nicht nur aus Urlaub bestehen.“ Das ist ihm schlicht zu langweilig. Allerdings werden Weishaupt und seine Frau häufiger nach Kanada reisen. „Dort lebt meine Tochter. Wir können jetzt mehr Zeit mir ihr verbringen, aber zu nahe auf die Pelle rücken werden wir ihr auch nicht.“

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