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Innosozial-Kurs „Wie funktioniert Deutschland“

Diese Frauen wollen mitreden können

Kreis Warendorf

Orientierung im Alltag, um sich verständigen zu können: das ist wichtig für die ukrainischen Flüchtlinge, die zu uns kommen. Innosozial hilft. Ob beispielsweise beim Sport oder in der Stadtbücherei.

Von Dierk Hartleb

Bei der DJK Vorwärts Ahlen informierten sich die Ukrainerinnen über das Vereinswesen. Foto: Dierk Hartleb

„Die Frauen sind unheimlich wissbegierig.“ So hat Olga Vasileiadou die knapp 20 Ukrainerinnen kennengelernt, die seit dem 4. Juli an dem Kurs „Wie funktioniert Deutschland“ teilnehmen, den Innosozial in Ahlen durchführt.

An diesem Morgen sind die Frauen zu Gast im Vereinsheim von DJK Vorwärts Ahlen auf dem Lindensportplatz und lauschen interessiert den Ausführungen von Hermann Vöge. Der Wirt des DJK-Clubheims stellt den Gästen den Verein vor und berichtet aus dem Vereinsleben. Interessiert hören die Frauen seinen Ausführungen zum Rehasport zu.

Wie funktioniert Deutschland?

Am Nachmittag steht dann mit der Stadtbücherei ein ganz anderes Thema auf dem Zeitplan. So abwechslungsreich geht es dann auch weiter. Längst nicht alle Programmpunkte sind mit Besichtigungen verbunden, viele Vorträge finden auch in den Räumen der ehemaligen Paul-Gerhardt-Schule am Stadtrand statt, wo die Integrationskurse der Volkshochschule beheimatet sind. „Wir kooperieren bei der Umsetzung des Programms eng mit der Volkshochschule“, erklärt Vasileiadou. Um dorthin zu gelangen, benutzen die Teilnehmerinnen den Bus oder schwingen sich auf das Fahrrad.

In drei Wochen erklären zu wollen, wie Deutschland funktioniert, ist ambitioniert. Entsprechend eng ist das Zeitkorsett. Nicht ausgeklammert werden auch sensible Themen wie Sexualpädagogik. Die Frauenberatungsstelle Beckum, die als Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt zertifiziert ist, war bereits zu Gast in dem Kurs.

Großes Engagement

„Man merkt, dass die Frauen mitreden wollen“, stellt Vasileiadou fest, die als Kulturanthropologin gute Voraussetzungen für die Bildungsarbeit mit Geflüchteten mitbringt. Das Meiste geht allerdings nur mit Hilfe einer Sprachmittlerin.

Breiten Raum ein nimmt die Information über Arbeitsmöglichkeiten und alle Fragen, die mit Arbeitsmarkt und -recht zu tun haben. „Die Frauen dürfen hier arbeiten“, erläutert Vasileiadou den Hintergrund, die bei der Projektdurchführung von ihrer Kollegin Natascha Märcy unterstützt wird.

Weitere Kurse geplant

Weil viele Mütter ihre Kinder mitbringen, läuft parallel eine Kinderbetreuung. Auf dem Lindensportplatz bot sich geradezu an, mit den Kindern Fußball zu spielen. Aber auch sonst ist das Repertoire an Spielen recht groß. „Die große Zahl der Kinder hat uns etwas überrascht“, meint Vasileiadou mit einem Lächeln. Die Zahl ist inzwischen auf 13 angewachsen. Für den Abschluss ist ein Besuch im Freibad geplant, bei hoffentlich gutem Wetter.

Innosozial plant für dieses Jahr noch zwei weitere Kurse, die nach Möglichkeit in Beckum und Warendorf stattfinden sollen, wo der Sozialverband ebenfalls über eigene Angebote verfügt. Dass sich in Ahlen nur Geflüchtete aus der Ukraine gemeldet haben, ist ihrer großen Zahl geschuldet. Prinzipiell steht der Kurs aber auch anderen Zuwandern oder Asylsuchenden offen.

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