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Buch zur Stadtgeschichte könnte 2026 erscheinen

1175 Jahre auf 450 Seiten

Drensteinfurt

Großstädte wie Münster, aber auch kleinere Kommunen wie Dülmen oder Olfen haben es: ein Buch, in dem die gesamte Stadtgeschichte gebündelt ist. Drensteinfurt feiert 2026 sein 1175. Stadtjubiläum – und bis dahin möchte man gerne auch ein solches Werk herausbringen.

Von Nicole Evering

Historiker Dr. Ralf Klötzer soll die Drensteinfurter Stadtgeschichte in Buchform pressen. Foto: Jeschke

Das hat der Ausschuss für Schule, Sport und Kultur am Donnerstagabend beschlossen – allerdings nur unter einem Vorbehalt.

Denn aus dem ersten Konzept, das Archivar Dr. Ralf Klötzer für die Ausschussmitglieder vorbereitet hatte, ging auch hervor, was das Projekt in etwa kosten soll. Angedacht sind auf gut 450 Seiten etwa 30 Kapitel. In ihnen soll es unter anderem um die erste Besiedelung, die Stadtwerdung, die Kommunale Neugliederung 1975, den Strontianitbergbau, die Weltkriege, die Menschen, Vereine und Kirchen in allen drei Ortsteilen gehen. Für Autorenhonorare, Redaktions- und Herstellungskosten listete Klötzer insgesamt rund 40 000 Euro auf. Zusätzlich sei eine Aufstockung seiner eigenen Arbeitszeit von jetzt 16 auf dann 24 Wochenstunden ab 2023 sinnvoll, um sich dem Projekt adäquat widmen zu können.

FDP: Falsches Signal an die Bevölkerung

Das seien schon enorme Kosten, befand Heidi Pechmann (Grüne) und stellte die Frage, ob solche Ausgaben in Zeiten, in denen man eigentlich einen Sparkurs fahren müsse, angemessen seien. Ins gleiche Horn stieß Teresa Michels (FDP): In Richtung der Bevölkerung sei dies das falsche Signal. Es wurden verschiedene Vorschläge gemacht, das Projekt zu verschieben, zeitlich zu straffen oder die Kosten durch eine andere Aufgabenverteilung zu reduzieren.

Für das Projekt stark machten sich derweil Heinz Töns (CDU) und Elmar Stracke (SPD). „Der Zeitdruck ist da“, meinte Töns, denn es werde immer schwieriger, noch Bürger zu finden, die zum Beispiel Personen auf historischen Fotos wiedererkennen könnten. Er fordere eine solche „Chronik“ schon seit vielen Jahren, und immer wieder sei der Plan verschoben worden. Das Jubiläum 2026 sei doch auch ein guter „Knebel“, bis dahin fertig werden zu müssen. Auch Stracke appellierte an die Fraktionen, sich dem Beschlussvorschlag anzuschließen. Klötzer habe in den vergangenen 21 Jahren viel für die Stadt geleistet. Nun solle man die Chance nutzen, ihn zum Abschluss seines Berufslebens sein Wissen und alle gesammelten Informationen zusammentragen zu lassen. Und weniger kosten werde ein solches Buch später sicherlich auch nicht.

Heinz Töns (CDU)

Ausschussvorsitzender Andreas Brinkmann (CDU) ergänzte, dass bei einem solchen Projekt die Gewinnmaximierung eher nicht im Vordergrund stehe. Allerdings müsse man den Beschlussvorschlag anpassen, da die nötigen Haushaltsmittel für die Jahre 2023 bis 2026 ohnehin erst noch bereitgestellt werden müssten. Unter diesem Vorbehalt gab der Ausschuss – bei einer Grünen-Gegenstimme – das Go für das Projekt „Stadtgeschichte für Drensteinfurt, Walstedde, Rinkerode“.

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