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Verein „Wersetal 80“ feiert Geburtstag

Angler sind auch Naturschützer

Drensteinfurt

40 Jahre ist es in diesem November her, dass sich ein Dutzend Angelfreunde getroffen hat, um den Verein „Wersetal 80“ zu gründen. Dieser runde Geburtstag wird am 6. Juli mit einem „Tag der offenen Tür“ auf der Werseinsel gefeiert, zu dem alle Interessierten willkommen sind. 

Nicole Evering

Vorsitzender Erhard Stratmann (re.) und sein Stellvertreter Peter Jeske blicken auf 40 Jahre Angelverein „Wersetal 80“ zurück. Aus diesem Anlass laden sie alle Interessierten zum „Tag der offenen Tür“ am 6. Juli auf die Werseinsel ein. Foto: Nicole Evering

Sonnenschein und Vogelgezwitscher. Der Verkehrslärm der nahe gelegenen Sendenhorster Straße ist nur zu erahnen. Ganz langsam plätschert der Fluss vorbei. Frühsommerliche Idylle. Auf der Werseinsel lässt es sich aushalten.

Dass es dieses kleine Naherholungsgebiet mitten in der Stadt gibt, ist dem Angelverein „Wersetal 80“ zu verdanken. Er hat den Uferstreifen gepachtet – natürlich in erster Linie, damit seine Mitglieder dort ihrem Hobby nachgehen können. Zugleich hat der Verein sich aber auch dem Naturschutz verschrieben. Er sorgt für Sauberkeit am und im Fluss, hat vor Kurzem Wildblumen und Hecken angepflanzt und erst vor wenigen Tagen ein Insektenhotel aufgestellt.

40 Jahre ist es in diesem November her, dass sich ein Dutzend Angelfreunde in der Gaststätte „Zur Werse“ getroffen hat, um einen Verein zu gründen. „Bis dahin haben wir einfach so, ohne Berechtigungsschein, geangelt“, erinnert sich der zweite Vorsitzende Peter Jeske schmunzelnd, der damals zu den Gründungsmitgliedern gehörte. Die Idee, das Hobby der Männer auf ganz legale Füße zu stellen, habe Wilfried Drauschke gehabt, der auch prompt zum ersten Vorsitzenden gewählt wurde. Vier Jahrzehnte später hat nun Erhard Stratmann diesen Posten inne. Und der Verein hat statt der damals zwölf heute 200 Mitglieder.

Hobby für alle Generationen

Mehr als ein Viertel davon ist jünger als 18 Jahre, was beweist, dass Angeln ein Hobby für alle Generationen ist. Die entsprechende Jugendgruppe gibt es seit gut 30 Jahren. „Es war von Anfang an unser Bestreben, auch den Nachwuchs fürs Angeln zu begeistern. Denn sonst kann ein Verein nicht existieren“, meint Jeske.

Auf die Frage, was die beiden Männer am Angeln so schätzen, nennt Stratmann „die Ruhe“. Und „das Naturerlebnis“, ergänzt Jeske. Doch auch die Gemeinschaft spielt eine Rolle. „Am meisten Spaß macht es zu zweit“, findet der 79-jährige zweite Vorsitzende. Denn manchmal mache der Fisch an der Angel solch ein Spektakel, dass zwei weitere helfende Hände sehr willkommen seien, um ihn zu keschern.

Doch zurück zu den Anfängen des Vereins, als es im Fluss kaum Fische gegeben hat und die Werseinsel noch eine echte Müllkippe gewesen ist. Mehrere Container mit alten Reifen und wild entsorgten Fahrrädern mussten die Vereinsmitglieder abtransportieren, um sich ihren Traum vom eigenen Angelrevier zu erfüllen. Dass viele Menschen heute leider nicht bedeutend achtsamer sind, wenn es um ihre Umwelt geht, zeigt sich jedes Jahr aufs Neue, wenn der Angelverein gemeinsam mit dem Angelsportclub Rinkerode und dem Kanu-Club Albersloh bei seinem „Umwelttag“ die Werse und ihre Ufer vom Müll befreit.

Zeltlager und „Schnupperangeln“

Dies ist nur eine der regelmäßigen Veranstaltungen im Jahresprogramm. Das Pfingst-Zeltlager, das „Schnupperangeln“ als Teil des städtischen Sommerferienprogramms, die Kurse zum Erwerb des Fischereischeins und natürlich das vereinsinterne, gemeinschaftliche Angeln an etwa zehn Tagen im Jahr gehören überdies dazu. Ihr schmuckes Vereinsheim, in dem die Abende oft beim Grillen gemütlich ausklingen, haben die Mitglieder vor 30 Jahren errichtet.

Angeln geht aber verständlicherweise nur, wenn sich im Fluss auch Fische tummeln. Lediglich Stichlinge und ein einziges Rotauge habe man damals beim allerersten Angeltermin nach Vereinsgründung gefangen. Heute schwimmen Hechte, Zander, Barsche, Schleien und Aale in der Werse. Auch dafür sorgen die Vereine aus Drensteinfurt und Rinkerode, die jedes Jahr mehr als 3500 Euro in neuen Fischbesatz auf ihrem gepachteten, 18 Kilometer langen Teilstück der Werse zwischen Ahlen und Wolbeck investieren. „Was wir rausholen, wird akribisch vermerkt und im Herbst wieder nachgesetzt“, erklärt Peter Jeske, der dort selbst schon einen 14-Kilo-Karpfen gefangen hat.

„Tag der offenen Tür“ am 6. Juli

Sein 40-jähriges Bestehen feiert der Angelverein „Wersetal 80“ am Samstag, 6. Juli, ab 11 Uhr am Vereinsheim und auf der Werseinsel an der Sendenhorster Straße. Neben geladenen Gästen und befreundeten Vereinen sind zu diesem „Tag der offenen Tür“ alle willkommen, die sich für den Angelsport interessieren oder auch nur einen geselligen Tag verbringen möchten. Speisen und Getränke sind für kleines Geld zu haben. Angeboten werden auch die selbst geräucherten Makrelen, die beim „Tag der Natur“ des Heimatvereins 2017 ein echter Renner gewesen sind. Zu Gast sein wird der mehrfache deutsche Meister im Feedern-Angeln, Michael Zammataro, der sein Können vorführt und den Besuchern Tipps gibt. Kinder können sich im Armbrustschießen ausprobieren. Es wird eine kleine Angel-Ausstellung geben. Bei der Tombola sind Preise für den Anglerbedarf zu gewinnen. Ein Los kostet einen Euro, jedes zweite gewinnt, verspricht der Vorsitzende Erhard Stratmann. Drei Mitglieder werden an diesem Tag für ihre 40-jährige Vereinszugehörigkeit geehrt: Peter Jeske, Hermann Langer und Rudolf Naerger.

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