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Neues Testzentrum in Drensteinfurt

Apotheke kann Aufwand nicht mehr leisten

Drensteinfurt

Eine neue Schnellteststelle wird ab Montag (29. November) in Drensteinfurt ihre Türen öffnen. Marcel Webers, der bereits Testzentren in Sendenhorst und Everswinkel betreibt, zieht dafür vorübergehend in die einstigen Räume des Bestattungshauses Schulte an der Mühlenstraße. Parallel dazu stellt Apothekerin Kerstin Kämmerer ihr Angebot ein.

Von Nicole Evering

Einen nahtlosen Übergang wollen Kerstin Kämmerer und Marcel Webers sicherstellen. Bis Samstag wird noch in der Wagenfeld-Apotheke getestet, ab Montag übernimmt dann das neue Testzentrum an der Mühlenstraße. Foto: Nicole Evering

„Es ist zunehmend schwierig geworden, das alles zu organisieren“, begründet Kämmerer diesen Schritt. Der reguläre Betrieb der Apotheke werde durch den hohen Aufwand mehr und mehr belastet. Denn obwohl zusätzliches Personal eingestellt worden war: Anrufe und Nachfragen landeten nicht selten trotzdem direkt bei der Stammbelegschaft und banden Arbeitskraft.

Doch die Inhaberin betont: „Ich hätte das Angebot niemals eingestellt, wenn sich kein Nachfolger gefunden hätte.“ Da sieht sie sich auch in der Verantwortung gegenüber den Bürgern, bei denen sie sich ausdrücklich für das Vertrauen der vergangenen Monate bedanken möchte.

Webers, der von Haus aus Einzelhändler ist, hat mittlerweile ausreichend Erfahrungen mit den Bürgertests gesammelt. In Sendenhorst ist er seit der vergangenen Woche neu im Kommunalforum zu finden. Bis zum Ende der Herbstferien war er im ehemaligen Restaurant Zurmühlen ansässig. Für das Testzentrum in Drensteinfurt konnte er kurzfristig das Personal reaktivieren, das bis vor wenigen Wochen in der Albersloher Teststelle im Restaurant Geschermann gearbeitet hat.

Angebot reduziert oder eingestellt

Der Betrieb dort hatte sich mit zunehmender Impfquote nicht mehr gelohnt. Als die Tests ab Mitte Oktober kostenpflichtig wurden, haben viele Betreiber ihr Angebot ganz eingestellt. Kerstin Kämmerer hat zumindest die Testzeiten reduziert.

Doch seitdem die Bürgertests wieder kostenlos zu haben sind und nun in vielen Bereichen die 3G- oder gar die 2Gplus-Regel gilt, hat die Nachfrage wieder deutlich zugenommen. „Die Zahlen explodieren“, so Marcel Webers. Das kann auch Kerstin Kämmerer bestätigen, deren Team alleine in den drei Stunden am Samstag 175 Menschen getestet hat. „An Trink- oder Toilettenpausen war da kaum zu denken“, beschreibt sie den enormen Aufwand für das Personal.

Apothekerin Kerstin Kämmerer

Hinzu komme, dass die anfängliche Dankbarkeit bei so manchen Kunden einem gewissen Corona-Frust gewichen sei. „Es kam in letzter Zeit häufiger vor, dass meine Mitarbeiter regelrecht angefeindet wurden, weil sie sich etwa den Personalausweis zeigen lassen müssen“, berichtet die Apothekerin, die dafür kein Verständnis hat. „Wir halten uns doch nur an die Regeln, die der Gesetzgeber vorgibt.“

Wie zum Beweis klopft plötzlich eine ältere Dame an die Scheibe und verlangt nach einem Abstrich – obwohl die Teststelle eigentlich erst am Nachmittag öffnet. Das sei ihr zu spät, sie brauche den Nachweis sofort . . .

Täglich geöffnet

Das neue Testzentrum an der Mühlenstraße, direkt neben dem ehemaligen „Ihr Platz“, wird ab Montag deutlich ausgedehntere Öffnungszeiten anbieten, als es die Wagenfeld-Apotheke in den vergangenen Wochen konnte. Die Bürgertests sind dort montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr, montags, mittwochs und freitags zusätzlich von 15 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 14 Uhr sowie sonn- und feiertags von 10 bis 13 Uhr möglich. Eine einmalige Online-Registrierung ist erforderlich. Die Daten der Apotheke, darauf weisen Kämmerer und Webers ausdrücklich hin, werden nicht weitergegeben. Termine können online gebucht werden, die Testung ist auch ohne Terminbuchung möglich, dann allerdings gegebenenfalls mit Wartezeiten verbunden.

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