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Projekt der „Kleinen Strolche“ in Rinkerode

Auch Ohrenkneifer müssen mal schlafen

Rinkerode

Es braucht gar nicht viel, um einem Ohrenkneifer ein gemütliches Zuhause zu bauen. Blumentöpfe, Stroh, Drahtgitter zum Befestigen, ein Stock und eine Kordel zum Aufhängen – fertig. Da haben sich die Vorschulkinder der Kita „Kleine Strolche“ doch gleich ans Werk gemacht.

Von Nicole Evering

Die Vorschulkinder der Kita „Kleine Strolche“ haben einen ganzen Bollerwagen voller Ohrenkneiferhotels für die Streuobstwiese gebaut. Ingo Meyer und Ludger Westhoff (hinten v.l.) vom Hegering Rinkerode werden sich ums Aufhängen kümmern. Foto: Nicole Evering

Gemeinsam mit den beiden Naturtrainerinnen Angelika Bohnenkamp und Margret Thiemeyer haben sie sich ans Werk gemacht. Das Ergebnis haben Kinder und Erzieherinnen am Donnerstag an den Rinkeroder Hegering übergeben.

Der hat vor einiger Zeit die Patenschaft für die Streuobstwiese am westlichen Rand des Baugebiets Meerkamp übernommen. Von den 40 im vergangenen Jahr gepflanzten Obstbäumen seien bis auf zwei alle angegangen, berichteten Ludger Westhoff und Ingo Meyer erfreut. Und die Bastelarbeit der Kita-Kinder soll ein weiteres Stück aktiver Naturschutz sein. Denn auch Blattläuse tummeln sich gerne in diesem Biotop. Statt auf Chemikalien setzt der Hegering aber lieber auf natürliche Schädlingsbekämpfer: Ohrenkneifer zum Beispiel. Die fressen für ihr Leben gerne Blattläuse, haben in Vögeln allerdings auch selbst Fressfeinde. Vor denen können sie sich nun in den selbst gebastelten Behausungen in Sicherheit bringen.

Nützliche kleine Tierchen

Dass die Ohrenkneifer, die eigentlich Ohrwürmer heißen, sehr nützliche kleine Tierchen sind und gar nicht so gefährlich, wie ihr Name vermuten lässt, das haben die Kita-Kinder bei diesem Projekt auch gelernt. Die beiden Naturtrainerinnen sind vom Nabu Münsterland speziell für die Arbeit mit Kindergarten- und Grundschulkindern ausgebildet worden. Einen Vormittag lang waren sie mit den „Strolchen“ im Werkraum der Kita aktiv, bis ein ganzer Bollerwagen voll mit Hotels fertig war. „Dabei haben die Kinder auch zum ersten Mal mit der Laubsäge gearbeitet“, berichtet Angelika Bohnenkamp.

Jette demonstriert, wo das Ohrenkneiferhotel hängen soll. Foto: Foto: Nicole Evering

Stolz machte sich eine Gruppe Kinder am Donnerstag auf den Weg in Richtung Streuobstwiese, um die Arbeitsergebnisse zu überreichen. Da die neuen Bäumchen erst noch fachgerecht zurückgeschnitten werden müssen, landete der Inhalt des Bollerwagens zunächst in Ludger Westhoffs Kofferraum. Er und seine Mitstreiter werden sich dann zeitnah darum kümmern, dass die Ohrenkneiferhotels einen guten Platz bekommen: weit oben und nah am Stamm – da fühlen sich die nützlichen Insekten besonders wohl.

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