1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Drensteinfurt
  6. >
  7. Baron von Landsberg ist tot

  8. >

Drensteinfurt

Baron von Landsberg ist tot

Drensteinfurt - Ignaz-Wessel Freiherr von Landsberg-Velen ist tot. Er verstarb am Samstagnachmittag im Alter von 87 Jahren. Am 29. September hätte er seinen 88. Geburtstag gefeiert. Drensteinfurt hat eine Persönlichkeit verloren...

Stefan Kroes

Drensteinfurt - Ignaz-Wessel Freiherr von Landsberg-Velen ist tot. Er verstarb am Samstagnachmittag im Alter von 87 Jahren. Am 29. September hätte er seinen 88. Geburtstag gefeiert. Drensteinfurt hat eine Persönlichkeit verloren, die sich an vielen Punkten um die Stadt verdient gemacht hat.

Der Schlossherr von Haus Steinfurt war Träger des Silvesterordens, den ihm Papst Johannes Paul II am 7. Juni 2003 verliehen hatte. Diese nicht alltägliche Ehrung war dem Baron zuteil geworden, weil er als Diözesanleiter des Malteser-Hilfsdienstes von 1956 bis 1978 entscheidenden Anteil daran hatte, dass bei den Maltesern die Weichen für die Zukunft gestellt wurden. Mitverantwortlich war Baron von Landsberg, der in den vergangenen Jahren mit seiner Frau Margarethe zurückgezogen auf Haus Steinfurt gelebt hatte, für den Neubau des Malteser-Krankenhauses in Bockum-Hövel und für die Errichtung des Drensteinfurter Altenheims.

Eine weitere hohe Ehre wurde ihm mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande zuteil. In Drensteinfurt hat er mit großem Engagement dazu beigetragen, dass alte Kultur lebendig bleibt. Lange Jahre ist Ignaz-Wessel Freiherr von Landsberg-Velen Vorsitzender des Drensteinfurter Heimatvereins (bis 1976) gewesen. 44 Jahre lang war der Verstorbene Kreisheimatpfleger im Kreis Coesfeld. 1998 gab er diesen Posten ab, doch noch heute ist sein Name eng mit dem Erhalt historischer Bausubstanz im Kreisgebiet verbunden. Von 1974 bis Juni 2005 führte er den Vorsitz des Heimatgebietes Münsterland.

Lange Zeit war der Baron auch stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes von St. Regina.

Im rheinischen Engelskirchen wurde er als Sohn von Alfred Freiherr von Landsberg und Johanna Freifrau von Ketteler auf Haus Alsbach geboren. Sein Abitur erlangte er in München, wurde direkt danach zur Wehrmacht eingezogen und verbrachte die Kriegsjahre an der Ostfront und in Frankreich. In Kriegsgefangenschaft verschlug es ihn nach England und in die USA. Anschließend war es ihm vergönnt, unter anderem in Münster Rechtswissenschaften zu studieren. In Bayern lernte der Verstorbene seine spätere Frau, Margarete Gräfin von Rechberg und Rothenlöwen, kennen.

Im Jahr 1951 starb sein Onkel Engelbert, und er übernahm das Familienerbe. So siedelte Baron von Landsberg-Velen im Alter von 30 Jahren nach Drensteinfurt über und trat die Nachfolge als Schlossherr von Haus Steinfurt an.

Startseite
ANZEIGE