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Bauarbeiten am Marktplatz vor dem Abschluss

Café kann kommen

Drensteinfurt

Nach mehrjährigem Leerstand soll nun endlich ein Gastronomiebetrieb in die ehemaligen Räume von „Bäcker Becker“ am Marktplatz einziehen. „Andre‘s Auszeit“ wird das Lokal heißen. Die Pächter bringen Erfahrung mit: Sie betreiben bereits zwei Restaurants in Hamm.

Von Nicole Everingund

Früher „Bäcker Becker“, jetzt kaum wiederzuerkennen: Hell und modern kommen die Räume am Marktplatz nach der Renovierung daher. Foto: Nicole Evering

Das gastronomische Angebot in der Stadt ist überschaubar. Wer morgens gemütlich frühstücken oder abends lecker essen gehen möchte, der hat in Drensteinfurt bisher nicht gerade die Qual der Wahl. Doch Besserung ist in Sicht.

Schon bald werden die ersten Plakate in den Fenstern darauf hinweisen, wer demnächst in die ehemaligen Räume der Bäckerei Becker einziehen wird. André Krawczyk und Frank Raulf von der „A & F Gastronomiebetriebe GbR“ aus Hamm wollen sich am Marktplatz ein drittes Standbein aufbauen. Einen Namen gibt es auch schon: „Andre‘s Auszeit“ wird das Lokal heißen, das Bistro, Café und Restaurant in einem werden soll.

Bis dahin war es allerdings ein weiter Weg. Denn trotz der 1a-Lage ist am Standort der ehemaligen Bäckerei lange nichts passiert. Mehrere Jahre haben die dringend renovierungsbedürftigen Verkaufsräume leer gestanden. Doch seit etwa einem Jahr ist Geschäftigkeit zu beobachten. Handwerker gehen ein uns aus. Nun stehen die Bauarbeiten, die coronabedingt zwischenzeitlich auch mal stillstanden, kurz vor dem Abschluss.

Die Innenstadt aufwerten

Sehr zur Freude von Elke Willecke und Dr. Birgit Salomon. Die beiden Vorsitzenden der Marga-Kamphus-Stiftung sehen, nach der erfolgreichen Fertigstellung der Tagespflege im alten Hotel zur Post, auch dieses Herzensprojekt endlich Form annehmen. Mit dem Kauf des Gebäudes, in dem sich außerdem zwei Wohnungen befinden, verfolgt die Stiftung zwei Ziele: Zum einen müssen Einnahmen generiert werden, um das Stiftungskapital nicht aufzuzehren und auch in Zukunft weitere Projekte für ältere, an Demenz erkrankte Menschen umsetzen zu können. „Es gibt da schon einige Ideen“, sagt Birgit Salomon. Zum anderen soll die Innenstadt aufgewertet und belebt und damit etwas für die Menschen vor Ort getan werden. Denn dass in die Räume eine Gastronomie einzieht, kommt sowohl Einheimischen als auch Touristen und den umliegenden Kaufleuten zugute.

Alle Bauarbeiten sind im Bestand vorgenommen worden, und dennoch ist das Innenleben des Hauses kaum wiederzuerkennen. Es gibt nun einen hellen Vinylboden, große Fensterfronten, neue Wände und Decken sowie komplett erneuerte Sanitäranlagen. Aktuell laufen die Restarbeiten, von außen muss noch die Fassade verputzt und mit Klinkerriemchen versehen werden. Dann wäre alles bereitet.

Pächter Frank Raulf

Einen Pächter hatten die Vorsitzenden auch schon gefunden. Die Verträge seien vor Monaten unterschrieben worden, ein Teil des Umbaus sei nach seinen Vorgaben erfolgt. In diesen Tagen hätte die Übergabe stattfinden sollen. Doch vorletzte Woche ist der Partner abgesprungen. „Wir sind aus allen Wolken gefallen“, waren Salomon und Willecke enttäuscht.

Doch die beiden Frauen hatten mit André Krawczyk und Frank Raulf noch ein zweites Eisen im Feuer – und konnten nun kurzfristig Vollzug vermelden. In der Nachbarstadt Hamm betreibt das Duo bereits „Andre‘s Restaurant“ und „Andre‘s Dinner“. Mit ähnlichem Konzept, also deutsch-mediterraner Küche, soll auch „Andre‘s Auszeit“ zum Erfolg werden, wie Frank Raulf auf Anfrage unserer Zeitung erläutert. „Wir werden allerdings früher öffnen als in Hamm.“ Heißt: Vom Frühstück über eine Mittagskarte und den Kuchen am Nachmittag bis hin zum Abendessen soll das Angebot reichen.

Gute Lösung für beide Seiten

„Von der Lage her ist das für uns optimal“, sagt Raulf. Den Gedanken, den Betrieb zu erweitern, habe es schon länger gegeben. Auch mit der Drensteinfurter Wirtschaftsförderung habe man deswegen schon vor vielen Monaten Kontakt aufgenommen. Dass es nun den Zuschlag für die Räume am Marktplatz gab, ist für beide Seiten eine gute Lösung. „Wir freuen uns riesig“, betont Birgit Salomon.

Wenn alles gut läuft, könnten im Spätsommer Tische und Stühle direkt am Brunnen zum Verweilen einladen. Platz ist auch drinnen: im vorderen Bereich für etwa sieben bis acht Tische, im hinteren Bereich wurde die einstige Backstube als Gesellschaftsraum für bis zu 40 Personen hergerichtet. Nach jahrelangem Leerstand und angesichts der guten Entwicklung der Corona-Zahlen dürfte dieses Angebot von den Menschen nur allzu gerne wahrgenommen werden.

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