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Landtagswahl in Drensteinfurt

CDU vorne, Diekhoff verliert sein Mandat

Drensteinfurt

Für FDP-Politiker Markus Diekhoff war es ein bitterer Abend. Der Drensteinfurter hat sein Landtagsmandat wohl verloren. Die CDU und vor allem die Grünen konnten in der Wersestadt Stimmen dazugewinnen.

Von Dietmar Jeschke und Nicole Evering

Regina Helm-Rickes und Joe Reinkemeier hatten in den vergangenen Wochen im Briefwahllokal im Kulturbahnhof alle Hände voll zu tun. Foto: Dietmar Jeschke

Unsicherheit bis zum Schluss? Nein, davon konnte bei einem Großteil der Drensteinfurter wahrlich keine Rede sein. Denn bis Freitagmittag um 12 Uhr hatten nicht weniger als 4300 der insgesamt 12 500 Wahlberechtigten bereits ihre „Kreuzchen“ auf dem Stimmzettel zur Landtagswahl gemacht.

Im Verhältnis zur Wahlbeteiligung des Jahres 2017 mit fast 76 Prozent oder 9323 Wählern bedeutet dies, dass bereits fast jeder zweite seine Stimme vor dem eigentlichen Wahltermin abgegeben hatte.

Und obwohl es klassischerweise „Briefwahl“ heißt, hatten sich zahlreiche Bürger den Gang zur Post oder zum Briefkasten gespart. Die Stimmabgabe war nämlich auch dieses Mal persönlich im eigens dafür eingerichteten Wahlbüro im Kulturbahnhof möglich. Dort hatten die Wahlhelfer Regina Helm-Rickes und Joe Reinkemeier bis Freitagabend um 18 Uhr auch fast durchweg gut zu tun.

„Die Resonanz war schon sehr groß“, erzählte Helm-Rickes. Und bis auf einige hartnäckige „Maskenverweigerer“, die den freundlichen Hinweis zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes innerhalb des Amtsgebäudes hartnäckig ignorieren wollten, hätten die meisten Besucher die Möglichkeit zur Vorab-Stimmabgabe überaus gut gelaunt genutzt.

CDU mit Abstand vorne

Diese gute Laune wird ab dem frühen Abend auch die CDU ergriffen haben. Sie holte in der Wersestadt mit Abstand die meisten Stimmen – wie schon bei der Wahl 2017, als die Christdemokraten sowohl bei den Erst- als auch bei den Zweitstimmen vorne lagen.

Zuerst waren um 18.37 Uhr die Stimmen im Landhaus Thiemann ausgezählt. Bis 19.58 Uhr und damit extra flott folgten die Zahlen aus den anderen 15 Wahlbezirken. Grund zum Jubeln hatten vor allem die Grünen, die ihr Ergebnis mehr als verdoppeln konnten. Die SPD musste leichte Verluste hinnehmen. Die FDP, in Drensteinfurt sonst immer eine Bank, sah ihr Ergebnis von 2017 halbiert. Die AfD blieb deutlich unter fünf Prozent.

Markus Diekhoff

Der Drensteinfurter Markus Diekhoff, der 2017 in seiner Heimatstadt 8,33 Prozent der Erststimmen geholt hatte und über die Landesliste ins Parlament eingezogen war, wird sein Mandat (Listenplatz 17) aufgrund des schlechten FDP-Ergebnisses wohl verlieren. „Ich bin sehr enttäuscht über das Abschneiden der FDP“, sagte er. Der gesamte Erfolg der guten Regierungsarbeit sei bei der CDU gelandet – für Diekhoff nicht nachvollziehbar. Besonders schmerze es ihn, sogar noch hinter der AfD zu liegen. Auch für ihn persönlich sei das Wahlergebnis schade. „Ich habe mich viele, viele Jahre intensiv engagiert und werde das natürlich auch weiter tun.“ So abgewählt zu werden, sei sehr traurig.

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