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Plakataktion der „Seebrücke“-Gruppe

Das Leid nicht vergessen

Drensteinfurt

Das Leid der Geflüchteten im griechischen Lager „Moria“ dauert an, auch wenn in den Medien nicht mehr so viel darüber berichtet wird. Gemeinsam mit anderen Initiativen hat die „Seebrücke“ nun eine Plakataktion ins Leben gerufen, um für Aufmerksamkeit zu sorgen.

Von Nicole Evering

Raphaela Blümer (l.) und Bettina Reher von der Drensteinfurter „Seebrücke“-Gruppe machen auf die aktuelle Plakataktion aufmerksam. Foto: Nicole Evering

Der Name „Moria“ wird vielen ein Begriff sein. Über das Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos sowie die menschenunwürdigen Umstände und das Leid dort ist in den zurückliegenden Monaten viel berichtet worden. „Doch trotz internationaler Aufmerksamkeit droht die Lage der Geflüchteten immer wieder in Vergessenheit zu geraten“, sagen Raphaela Blümer und Bettina Reher.

Die beiden Mitglieder der lokalen „Seebrücke“-Gruppe sind deshalb aktiv geworden und haben sich an einer europaweiten Plakatkampagne beteiligt. Das Fotoprojekt mit dem Titel „Now You See Me Moria“ möchte auf die Situation der Geflüchteten aufmerksam machen, „aber mit einem anderen Ansatz, nämlich dem Blick von innen, dem der Betroffenen, die dort leben müssen und versuchen, zu überleben“, schildert Blümer den Hintergrund.

Die „Seebrücke“ und andere Initiativen haben europaweit diese Aktion koordiniert, die ihren Weg nun auch nach Drensteinfurt gefunden hat. Im Netz stehen dutzende Plakatmotive geflüchteter Künstler zum kostenlosen Ausdruck bereit, um eine möglichst breite Öffentlichkeit zu erreichen. 30 davon hat Raphaela Blümer ausgesucht. Am Montag hat Bettina Reher dann die Geschäfte und Dienstleister in der Innenstadt abgeklappert und um Unterstützung für die Aktion geworben.

Im Nu alles verteilt

Von der ausgesprochen positiven Resonanz sei sie dann doch überrascht gewesen. „Gleich im ersten Laden hieß es: Klar, da machen wir mit. Zwei Plakate durfte ich dort lassen“, berichtet Reher. Und auch die weiteren Anlaufstellen hätten gleich „Ja“ gesagt, sodass die 30 Plakate im Nu verteilt waren.

„Wir sind überwältigt von der Unterstützung für die Sache“, wollen Blümer und Reher den Beteiligten noch einmal Danke sagen. Zugleich rufen die beiden Frauen nun die Bürgerinnen und Bürger auf, der Plakataktion ihre Aufmerksamkeit zu schenken. In mehr als 20 Schaufenstern in der Innenstadt hängen die zum Teil großformatigen Motive noch bis zum 8. März, dem Weltfrauentag, aus. „Wir möchten die Menschen motivieren, spazieren zu gehen und sich die Fotos anzuschauen“, sagt Bettina Reher. Über QR-Codes auf den Plakaten sind weitere Informationen zum Projekt abrufbar. Parallel dazu dürfe natürlich auch ein Blick in die Schaufenster der Geschäfte geworfen werden, betont Bettina Reher abschließend. Die Aktion könne schließlich auch eine Win-win-Situation für die örtlichen Händler sein.

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