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Reduziertes Spielplatzkonzept beschlossen

Der Erlbad-Zirkus kommt

Drensteinfurt

Was darf ein Spielplatz kosten, der nur etwa fünf Monate im Jahr genutzt werden kann? Darüber haben in dieser Woche drei Fachausschüsse debattiert. Am Ende konnten sich die Politiker aber doch auf einen Kompromiss einigen. Der Erlbad-Spielplatz kann also erneuert werden.

Von Nicole Evering und Dietmar Jeschke

Das in die Jahre gekommene Spielhäuschen im Nichtschwimmerbereich des Erlbades wird bald ausgedient haben. Stattdessen soll ein neuer Spielplatz unter dem Motto „Zirkus“ entstehen. Da wird auch der „Mülleimer-Elefant“ gut hineinpassen. Foto: Foto: Dietmar Jeschke

Was darf ein Spielplatz kosten, der nur etwa fünf Monate im Jahr genutzt werden kann? Höchstens 50 000 Euro, so wie jeder andere Spielplatz in der Stadt auch? Oder 90 000 Euro, weil es sich eben um das Erlbad handelt, das über die Ortsgrenzen hinaus beliebt ist? Oder gar 160 000 Euro, weil die Planer ein besonders aufwändiges Konzept erdacht haben und auch die immensen Preissteigerungen berücksichtigt werden müssen? Darüber hat am Dienstag der Sozialausschuss lange diskutiert.

Tags zuvor war im Bauausschuss mit den Stimmen von CDU und FDP beschlossen worden, die Kosten für den neuen Erlbad-Spielplatz auf maximal 50 000 Euro zu deckeln. Das kam bei SPD und Grünen gar nicht gut an. „Ich finde es sehr schade, dass diese Entscheidung über den eigentlichen Fachausschuss hinweg getroffen wurde“, erklärte Bernhard Meyer (Grüne). Martin Niesmann (SPD) zeigte wenig Verständnis, dass Hunderttausende für einen weiteren Kunstrasenplatz im Erlfeld ausgegeben werden sollen, für dieses Projekt aber kein Geld da sei. „Wollen wir nur was für den SVD tun? Oder auch was für die Allgemeinheit?“, fragte Parteikollegin Silke Heitbaum in die Runde.

In einzelnen Modulen

Grund für den CDU-Antrag war die nun erst vorliegende, deutlich konkretere Planung gewesen, laut der die Spielplatz-Aufwertung unter dem Motto „Zirkus“ die Stadt rund 160 000 Euro kosten sollte. Bisher hatten 90 000 Euro im Raum gestanden. „Da haben wir uns auch erschrocken“, gab Bürgermeister Carsten Grawunder unumwunden zu. Positiv hob er hervor, dass die Elemente modulartig aufgebaut seien und deshalb auch einzeln angeschafft werden könnten.

„Wir wollen uns hier nicht wegen 10 000 Euro streiten“, versuchte Manuela de Vaal (CDU), die Wogen zu glätten. „Aber wir haben damals schon gesagt, dass 90 000 Euro echt ein Wort sind. Und nun wird es noch deutlich teurer.“ Vielleicht sei es ja möglich, sich in der Mitte einzugrooven. Man müsse die Verhältnismäßigkeit im Blick haben, ergänzte Ann-Christin Budde (CDU): „Wir wollen den Erlbad-Spielplatz ja aufwerten. Aber wir müssen doch auch überlegen, was sinnvoll ist.“ Für eine Kompromisslösung sprach sich auch Christian Druffel-Severin (FDP) aus.

Besucher nach Wünschen befragt

Stadtjugendpfleger Rüdiger Pieck hat die Konzeption von Anfang an begleitet. Im Sommer waren auch die Erlbad-Besucher nach ihren Wünschen und Ideen gefragt worden. „Ich halte die Pläne für klasse. Freibäder sind heute eben nicht mehr nur zum Schwimmen da, so war das vielleicht in den Sixties“, meinte Pieck. Mit dem gedeckelten Budget sei das Konzept nicht zu realisieren. „Ich brauche von Ihnen eine klare Vorgabe, wie wir weitermachen sollen: in Modulbauweise oder gleich kleiner planen?“. Das gehe auch, aber dann sei es eben kein Leuchtturmprojekt mehr. Er schlug vor, den Pavillon aus dem Konzept zu streichen. „Das spart fast 60 000 Euro. Der ist mir selbst auch viel zu teuer.“ Dann lande man fast wieder bei den einst anvisierten 90 000 Euro.

Da das Erlbad in den Entscheidungsbereich des Ausschusses für Schule, Sport und Kultur fällt, hatte der das Thema am Donnerstag dann auch noch einmal auf der Tagesordnung. Mit dem gleichen Tenor: Das Konzept soll umgesetzt werden – allerdings deutlich günstiger als im Ursprungsentwurf. Zudem wurde angeregt, für einzelne Bestandteile – wie etwa für die vorgesehenen Tierfiguren – nach möglichen Sponsoren zu suchen.

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