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Einstimmigkeit über Grünen-Antrag

Ehrenamtliche sollen E-Auto kostenlos nutzen

Drensteinfurt

Eine Idee, um den Einsatz Ehrenamtlicher mehr wertzuschätzen, haben die Grünen per Antrag in den Sozialausschuss eingebracht. Die Stadt solle prüfen, ob das Carsharing-Auto den Engagierten nicht kostenlos zur Verfügung gestellt werden könne. Das scheint leichter gesagt als getan.

Die Stadt besitzt zwei E-Autos. Eins davon ist ein Carsharing-Fahrzeug. Foto: Dietmar Jeschke

Fahrten zu Behörden oder Ärzten in anderen Städten stehen für geflüchtete Menschen häufig auf dem Programm. Unterstützung bekommen sie dabei wegen der Sprachbarriere vielfach von Ehrenamtlichen, etwa vom Deutsch-Ausländischen Freundeskreis (DAF) – die dafür oftmals das eigene Auto nutzen. „Entweder sie rechnen die Kosten dann über den DAF ab – oder meistens eben auch nicht“, berichtete Bernhard Mayer (Grüne).

Vor diesem Hintergrund beantragte die Fraktion der Bündnisgrünen am Montagabend im Sozialausschuss, den Aktiven für solche Fahrten das Carsharing-Auto der Stadt kostenlos und vorrangig zur Verfügung zu stellen.

Seit 2019 besitzt die Stadt zwei Renault Zoe, von denen einer durch die Firma „Teilauto“ als Carsharing-Auto betrieben wird und von allen registrierten Bürgerinnen und Bürgern gegen eine Gebühr ausgeliehen werden kann. Der Einnahmenausfall müssten dann von der Stadt getragen werden.

Die Kapazitäten wären vorhanden, betonte Katrin Adolf vom städtischen Sozialamt. Das E-Auto werde durchschnittlich nur alle drei Tage genutzt. Es sei allerdings noch nicht abschließend möglich gewesen, mit der Firma „Teilauto“ über mögliche Modalitäten zu verhandeln. „Es wird nach einer Regelung gesucht, wie die Ehrenamtlichen das Auto nutzen können, ohne dafür zu bezahlen.“ Die Ausleihe sei nach der Registrierung per App möglich, die Abrechnung erfolge automatisiert. Dafür müsse eine Lösung gefunden werden, ohne dass das Finanzamt hellhörig werde, so Adolf.

Kein Vorrang vor „normalen“ Nutzern

Aus den Reihen der FDP kam der Vorschlag, dieses Projekt zeitlich zu begrenzen. „Von welchen Kosten reden wir denn hier?“, fragte sich Sonja Berstermann-Kowalke. Darüber solle man nicht in erster Linie nachdenken, entgegnete Silke Heitbaum (SPD). Schließlich könne man über jeden Ehrenamtlichen froh sein, der die Stadt in der Flüchtlingsarbeit unterstütze. Am Wort „vorrangig“ allerdings störten sich mehrere Vertreter der anderen Fraktionen. Es wurde schließlich aus dem Beschluss gestrichen, der einstimmig erfolgte. Stadt und Vertragspartner sollen also bis zur nächsten Sitzungsperiode einen Vorschlag unterbreiten, wie man Ehrenamtlichen das Carsharing-Auto kostenlos zur Verfügung stellen kann.

Dabei, das schlug die Stadt noch vor, solle man dieses Angebot nicht nur auf Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe beschränken. Eine Idee könne sein, das Carsharing-Auto allen Besitzern einer Ehrenamtskarte kostenlos oder zumindest vergünstigt anzubieten.

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