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Nester-Beseitigung erforderlich

Eichenprozessionsspinner sorgt für Kirchenschließung

Drensteinfurt/Ems...

Weil vor der Martinskirche in Dreinsteinfurt zwei Eichen stehen, die – wie sollte es anders sein – vom Ei­chen­prozes­sions­spinner befallen sind, hat die evangelische Mirjam-Gemeinde jetzt die vorläufige Schließung des Gotteshauses angeordnet. Alle Gottesdienste werden nach Ascheberg verlegt, erklärte Pfarrerin Angelika Ludwig nach Rücksprache mit dem Ordnungsamt und der Su­perintendentur.

-ne/kse/lnw-

Ausgelagert nach Ascheberg: Die Martinskirche in Drensteinfurt ist vorerst dicht. Vor dem Gotteshaus stehen zwei Eichen, die vom Eichenprozessionsspinner bevölkert sind. Foto: Nicole Evering

Die Kirche bleibt zunächst bis Mitte Juli geschlossen. Erst dann hat ein Fachunternehmen einen Termin zur Beseitigung der Nester frei. Die Gemeindegruppen sollen ihre Aktivitäten bis dahin ausfallen lassen – oder sich andere Räumlichkeiten suchen. Als Grundstücks­­­ei­gentümerin ist die Kirchengemeinde wie jede andere Privatperson auch auf ihrem Grundstück für die Verkehrssicherungspflicht und damit die Entfernung der Raupen zuständig.

Die derzeit millionenfach umherfliegenden Haare der kleinen Tierchen sind giftig und können zu Atemnot, Hautreizungen und im schlimmsten Fall zu allergischen Schocks führen.

Plastiklaub als Alternative 

Vor dem Hintergrund der Plage plant die Emsdettener Kolpingschützengilde radikale Maßnahmen. Statt des traditionellen Eichenlaubs könnte dort schon bald Plastiklaub die Kaiser- und Königsstühle zieren. „Wir denken darüber nach, welche Alternativen infrage kommen“, bestätigt Jörg Möller, Leiter der AG Gilde. Man könne aktuell keinem Schützenbruder zumuten, in die Büsche zu gehen und Ei­chenlaub abzuschneiden. „Ob es tatsächlich Plastiklaub wird, prüfen wir gerade. Das ist ja auch ein Kostenfaktor. Aber auf jeden Fall möchten wir eine Alternative finden“, betont er.

In Dortmund war aus dem gleichem Grund das Freibad Stockheide zweieinhalb Wochen lang gesperrt. Am Dienstag teilte die Stadt mit, dass das Freibad nun am Mittwoch wieder geöffnet werde. Einer der beiden Eingänge bleibt allerdings weiterhin gesperrt. Im angrenzenden Hoeschpark waren Anfang Juni zahlreiche Nester entdeckt worden. Park und Schwimmbad waren daraufhin aus Sicherheitsgründen gesperrt worden. Weiterhin würden Bäume mit Hochdruck von einer Fachfirma abgesaugt, berichtete die Stadt.

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