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Erster „Landregen“ seit Monaten „verhagelt“ den Gewerbeschau-Samstag

Ein Auftakt für Hartgesottene

Drensteinfurt

Nein, das hatten sich Martina Lammersmann und ihre Mitstreiter im Gewerbeverein ein wenig anders vorgestellt: Nach wochenlanger Trockenheit setzte der lang ersehnte „Landregen“ ausgerechnet zum Start der ersten Drensteinfurter Gewerbeschau im Gebiet Viehfeld ein.

Von Dietmar Jeschke

Hauptamtsleiter Jan Schwering (2. v. l.) und sein Team informierten auf dem Bauhofgelände über die möglichen Berufslaufbahnen in der Stadtverwaltung. Foto: Dietmar Jeschke

Monatelang hatte man sehnlichst auf ihn gewartet. Als er am Samstag dann endlich einsetzte, hielt sich die Begeisterung im Gewerbegebiet Viehfeld jedoch überaus in Grenzen. „Er ist ja dringend nötig – aber ausgerechnet heute?“, war eine vielfach zu hörende Frage. Dennoch gab es etliche Neugierige, die sich zum Auftakt der ersten Drensteinfurter Gewerbeschau nicht vom berühmten „Landregen“ beeindrucken ließen und trotz denkbar schlechter Wetterbedingungen schon am Samstagnachmittag mit Schirm und Regenjacke das Drensteinfurter Gewerbegebiet erkundeten.

Allen voran: Die Acht- bis Zehntklässler der Teamschule sowie deren Familien. Denn ihre „Mission“ war es, sich zumindest über vier Ausbildungsberufe eingehend und dazu aus erster Hand informieren zu lassen. Dass sie dies durchaus rege taten, davon konnten sich Schulleiterin Anja Sachsenhausen und die Ausbildungsbeauftragte der Schule, Uda Persch-Büttner, höchst persönlich überzeugen. So etwa im Info-Stand von Manfred Harwardt, der Schülern und Besuchern mit Hightech-Ausrüstung demonstrierte, wie Fotos und moderne Imagefilme für Unternehmen und Co. produziert werden. Nur wenig weiter hatte der Mosaik-Großhandel „H.u.H Welscheit“ seine Tore geöffnet, um über Ausbildungen in den Bereichen Lagerlogistik und Außenhandelsmanagement zu informieren. Im Bürotrakt des gleichen Unternehmens hatte Computerexperte Philipp Spielbusch Position bezogen, um IT-Freaks den von seinem Unternehmen „PSC“ betreuten – und recht stattlichen – Serverraum zu erklären und dazu über modernste Firewall-Technik und Smart-Home-Lösungen zu informieren.

Dass das klassische Handwerk trotz akuter Nachwuchssorgen bei der jungen Generation dennoch durchaus auf Interesse stößt, erfuhren die Teamschulvertreterinnen in der Werkstatt des Möbelhauses Gaßmöller. Denn dort traf Anja Sachsenhausen nicht nur auf einen „alten Bekannten“, der dort seit einiger Zeit seine Ausbildung absolviert, sondern auch auf interessierte Neuntklässler, die sich bereits über die Möglichkeiten eines im Frühjahr anstehenden Praktikums informieren wollten.

Im Möbelhaus selbst kamen derweil alle Besucher mit einem Fabel für die „gute Küche“ auf ihre Kosten – und das nicht nur, was die Gerätschaften betrifft. Denn in Vertretung von Food-Bloggerin Genevieve Wiehe, die krankheitsbedingt kurzfristig hatte absagen musste, war der bekannte „Show-Cook“ Christian Müller eingesprungen – an seinem bis dahin noch „einzig freiem Wochenende bis Weihnachten“. In der Ausstellungsküche zeigte Müller den Besuchern eindrucksvoll, wie sich mit wenig Aufwand und dazu in kurzer Zeit absolut leckere Gerichte zaubern lassen. Der zur Verkostung gereichte, kurz angebratenen Rücken vom Ameker Strohschwein samt regionalem und kurz geschmorten Gemüse brauchte jedenfalls keinerlei weiteren Worte, um selbst feine Zungen schnell zu überzeugen.

Doch nicht nur letztere kamen auf ihre Kosten. Wer „Technik im Großformat“ mag, für den hatte vor allem die auf Haverie-Management spezialisierte Firma Hülsmann groß aufgefahren – Autokräne und Bergungsraupe inklusive. Wenig weiter hatte sich die Stadt Drensteinfurt postiert – samt Gesamtfuhrpark des städtischen Bauhofes. Aber nicht nur für den sucht man kompetenten Nachwuchs. Im städtischen Pavillon informierten Hauptamtsleiter Jan Schwering und sein Team interessierte Schüler und Besucher vielmehr auch über die vielfältigen Karrieremöglichkeiten, die eine Ausbildung in der Kommunalverwaltung bietet.

Nicht wirklich begeistert von den widrigen Witterungsbedingungen am Samstag – aber mit im Nachhinein belohnter Zuversicht für den zweiten, sonnigen Schautag am Sonntag – zeigten sich IGW-Vorsitzende Martina Lammersmann und ihr Team. Der Regen hatte aber auch durchaus „sein Positives“. Denn der Entschluss, nach Lichtern, Flaschenöffnern, Schlüsselanhängern und Tischdecken nun auch einen eigenen Regenschirm mit der markanten „Stewwert-Silhouette“ als Werbeträger für Stadt und Gewerbeverein in Auftrag zu geben, stehe nun „absolut fest“, schmunzelte Lammersmann.

Weiterer Bericht folgt.

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