1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Drensteinfurt
  6. >
  7. Ein Gesamtkonzept soll her

  8. >

Hinterlandbebauung an der Marienstraße

Ein Gesamtkonzept soll her

Drensteinfurt

In verschiedenen Bereichen der Stadt soll das Thema „Nachverdichtung“ stärker verfolgt werden, um weitere Baugrundstücke zu erschließen. Nun hat die Verwaltung den Bereich zwischen Marien- und Landsbergstraße ins Auge gefasst. Seinen grünen Charakter soll das Quartier in jedem Fall behalten.

Dietmar Jeschke

Der Charakter als „Quartier von städtebaulich hoher Bedeutung“ soll auch im Falle einer möglichen Hinterlandbebauung an der Marienstraße erhalten bleiben. Die Verwaltung schlägt daher entsprechende Gestaltungsregeln vor. Foto: Dietmar Jeschke

Hier und dort gibt es noch stattliche grüne Lücken – auch wenn man sie von der Straße aus gar nicht sieht und oft auch nicht vermutet. Wie etwa im oberen Bereich der Marienstraße. Wie ein Blick auf Luftbild und Übersichtskarte zeigt, weisen die Grundstücksparzellen in Richtung Landsbergplatz eine stattliche Tiefe auf. Weshalb es in der Verwaltung bereits des Öfteren Anfragen seitens der Eigentümer gab, wie es denn mit einer potenziellen Bebauung dieser Flächen aussieht.

Ein Thema, dessen sich die Stadt auch mit Blick auf ihr erklärtes Ziel, eine sinnvolle Nachverdichtung dort zu ermöglichen, wo sie sich anbietet, nun angenommen hat. Einen ersten Entwurf zur Aufstellung eines Bebauungsplanes für diesen Bereich wird die Verwaltung den Mitgliedern des Stadtentwicklungsausschusses am Montagabend (26. April) vorstellen.

„Da es sich bei dem Gebietszuschnitt zwischen der Marienstraße, der Landsbergstraße und dem Landsbergplatz um ein Quartier von städtebaulich hoher Bedeutung sowie Qualität handelt, hat die Verwaltung sich intensiver mit diesem Karree beschäftigt“, erläutert Bauamtsleiter Christoph Britten in der Vorlage zur Sitzung. „Insellösungen zur Errichtung einzelner weiterer Baukörper würden aus Sicht der Verwaltung zu einer ,Segmentierung‘ des Gebietes führen. Somit verfolgt die Stadt die Idee, ein Gesamtkonzept für dieses Quartier zu entwickeln. Die vorhandene Bausubstanz entlang der Marienstraße ist sehr prägend.“

Boden- und kostensparendes Bauen

Grundsätzlich, schildert Britten weiter, sei eine Nachverdichtung im Innenbereich aus Gründen des boden- und kostensparenden Bauens und zum Schutz des Außenbereichs landesplanerisch und städtebaulich richtig. Konkret stelle sich im Bereich der Marienstraße jedoch die Frage, in welcher Form die innere sowie die äußere Erschließung des Gebietes erfolgen könnte. „Öffentliche Verkehrsflächen, die im Bestand genutzt werden könnten, gibt es bislang nicht, sodass über ein gänzlich neues Erschließungssystem nachgedacht werden muss“, erklärt der Bauamtsleiter“. Erste Recherchen sowie Anfragen hätten ergeben, dass eine Zuwegung über das gegenüber der Bahnlinie befindliche Flurstück 1743 erfolgen könnte. Auf dem Gelände befindet sich der Funkmast der Deutschen Telekom. „Mindestens ein weiterer Erschließungsarm müsste jedoch zusätzlich realisiert werden, um nicht nur die Erschließung aller neu entstehenden Bauplätze zu gewährleisten, sondern auch, um den planinduzierenden Durchgangsverkehr zu steuern“, betont Christoph Britten. „Des Weiteren wären die auftretenden Emissionen aufgrund der direkten räumlichen Nähe zu den Bahngleisen mittels Gutachten umgehend zu prüfen. Unter Berücksichtigung der Nachbarschaftsbelange wären alle Ergebnisse zusammenzuführen und abzuwägen.“

Bauamtsleiter Christoph Britten

Liege ein aus städtischer Sicht nachbarschaftlich verträgliches Gesamtkonzept vor, so wäre dieses in einem nächsten Schritt in einer Anliegerversammlung mit allen betroffenen Eigentümern abzustimmen. Wie die Verwaltung betont, soll die grundsätzliche Charakteristik des Areals auf jeden Fall erhalten bleiben. Eine massive Verdichtung ohne Erhalt von Grünstrukturen sei somit ausgeschlossen. Außerdem müssten sich neue Häuser an der Bestandsbebauung entlang der Marienstraße orientieren. Dazu könnten auch ganz konkrete gestalterische Vorgaben gemacht werden. „So wäre ein steuernder Eingriff beispielsweise hinsichtlich der Farb- und Materialwahl bei der Fassadengestaltung oder der Dachlandschaft denkbar“, schildert Christoph Britten. „Die Verwaltung schlägt vor, den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 1.46 ,Marienstraße‘ zu fassen und in das Verfahren einzusteigen.“

Startseite