Aktionen zum Weltgebetstag

Einsatz für die Rechte der Frauen

Drensteinfurt/Rin...

„Steh auf und geh!“: Unter diesem Motto steht der Weltgebetstag, der am morgigen Freitag auch in Deutschland gefeiert wird. Frauen aus Simbabwe haben in diesem Jahr die Texte und Gebete ausgewählt, die von den Vorbereitungsteams in den drei Drensteinfurter Ortsteilen aufgegriffen worden sind.

vor/ne/pm

Nach den Gottesdiensten laden die Vorbereitungsteams überall noch zu einem Imbiss ein. Im evangelischen Gemeindehaus in Drensteinfurt werden landestypische Speisen aus Simbabwe serviert. Foto: WGT

Das Motto berührt: „Steh auf und geh!“. Genauso meinen es die Frauen in Simbabwe. Sie haben erkannt, dass es Veränderung braucht. In diesem Jahr ist es eben dieses Land, das nahe der afrikanischen Südspitze angesiedelt ist, das zum Weltgebetstag am 6. März die Texte und Gebete auswählen darf.

Die Religionen des Landes sind zu 85 Prozent christlich geprägt. „Wir beten für die Glaubwürdigkeit unserer Kirchen und unseres Landes“, sagen Simbabwerinnen in einer Broschüre zum Weltgebetstag 2020. Aber die Frauen wollen mehr – nicht nur informieren und beten. Sie wollen handeln und sich nicht fürchten: „Steht auf und geht – für Gerechtigkeit und Menschenwürde. Voll Gottvertrauen.“

In allen drei Ortsteilen finden am Freitag Aktionen zum Weltgebetstag statt.

In Drensteinfurt laden Frauen der katholischen und der evangelischen Gemeinde zur Teilnahme am Wortgottesdienst ein. Er beginnt um 17 Uhr in der evangelischen Martinskirche. Das Vorbereitungsteam wird sich dem Motto entsprechend afrikanisch kleiden. Im Gottesdienst werde dann ausführlich über die Situation in Simbabwe berichtet, teilt Anke Schulte Huxel mit. Zum Beispiel darüber, dass die Gebetstagstexte zensiert wurden und welche frauenfördernden Programme mit der Kollekte unterstützt werden sollen. Es werden zudem Unterschriften gesammelt für die Umwandlung von Simbabwes Schulden in ein Gesundheitsprogramm. Im Anschluss an den Gottesdienst besteht im Gemeindesaal die Möglichkeit zum Beisammensein und zum Gespräch. Dazu werden landestypische Speisen aus Simbabwe angeboten.

In Rinkerode und Walstedde

In Rinkerode lädt die KFD um 15 Uhr Frauen aller Konfessionen zum Gottesdienst ins Pfarrzentrum ein. An diesen schließt sich ein gemütliches Kaffeetrinken an.

In Walstedde findet der ökumenische Gottesdienst um 16 Uhr im evangelischen Paul-Gerhardt-Haus statt. Christen aller Konfessionen sind zu diesem Gottesdienst und dem anschließenden Imbiss willkommen.

Simbabwe

In der offiziellen Info-Broschüre des Deutschen Komitees zum Weltgebetstag wird Simbabwe für die Zeit zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert als Großreich beschrieben. Der Handel mit Elfenbein, Gold und Hirse florierte. Ende des 19. Jahrhunderts stand Simbabwe unter britischer Führung und sollte dies bis zum Befreiungskrieg fast 100 Jahre später (1980) bleiben. Das repressive Herrschaftssystem von Präsident Robert Mugabe führte seit 2000 in eine Wirtschaftskrise. Bis heute hält die Abwanderung aus dem Land an. Ein Militärputsch im Jahr 2017 führte zum Machtwechsel. Seither regiert Emmerson Mnangagwa. Die Wirtschaft erreichte allerdings bereits Anfang letzten Jahres einen neuen Tiefpunkt. Trotz laut Verfassung vorgeschriebener Gleichberechtigung von Mann und Frau ist die Diskriminierung noch immer einer großes Thema, Zwangsehen und Polygamie sind keine Seltenheit. Rund 72 Prozent der Menschen leben unter der Armutsgrenze, darunter viele Frauen, die weniger verdienen als Männer.

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