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Stiftung Altenkrankenheim St. Marien

Engagement im Hintergrund

Drensteinfurt

Sie existiert bereits seit 158 Jahren, doch nur wenigen ist sie ein Begriff: die Stiftung Altenkrankenheim St. Marien Drensteinfurt. Stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums war 30 Jahre lang Bernd-Josef Brinker. Nun gibt es einen Nachfolger.

Von Matthias Kleineidam

Bis 1982 wurde an der Hammer Straße ein Krankenhaus betrieben. Dieses war 1863 errichtet worden, weil Engelbert Freiherr von Landsberg das Grundstück dafür zur Verfügung gestellt hatte. Foto: Evering

Volker Möllers übernimmt den Posten, nachdem Brinker auf eigenen Wunsch aus dem Kuratorium ausgeschieden ist.

1863 wurde die Stiftung anerkannt. Mehr als 100 Jahre betrieb sie das Krankenhaus in Drensteinfurt, ehe der Betrieb des St.-Marien-Hospitals 1982 zugunsten der Altenpflege aufgegeben wurde. 1983 folgte die Umbenennung, zwei Jahre später übernahmen die Malteser die Betriebsführung des Altenkrankenheims an der Hammer Straße, das den Stewwertern heute als Malteserstift St. Marien bekannt ist. Die Stiftung trägt allerdings weiterhin den Namen „Altenkrankenheim St. Marien“. Aufgabe des Kuratoriums ist die „reine Vermögensverwaltung“, erklärt Brinker, der als Banker für das Amt geradezu prädestiniert war. Am 24. Juni 1991 wurde der damals 33 Jahre alte Drensteinfurter zum Nachfolger von Karl Berges gewählt. Der langjährige Leiter der Volksbank war dem Gremium Anfang der 1960er Jahre beigetreten.

Laut Satzung hat die Stiftung den Zweck, „das Altenkrankenheim in Drensteinfurt, in dem alte und gebrechliche Kranke ohne Unterschied ihres Glaubens und ihrer Herkunft gepflegt werden, zu fördern und zu unterstützen. Soweit möglich, sollen insbesondere Kranke aus dem örtlichen Bereich aufgenommen werden.“ Brinker drückt es so aus: „Die Erträge sollen der Einrichtung und deren Bewohnern zugute kommen – mit der Maßgabe, dass Projekte gefördert werden, die nicht durch die üblichen Pauschalen gedeckt sind.“

Urlaube und Anschaffungen

Unter anderem hat die Stiftung die Bestuhlung, die Orgel und das Altarkreuz in der Kapelle des Malteserstifts finanziert. „Unternehmen Bewohner eine Urlaubsreise, übernehmen wir Personalkosten, wenn das nötige Kleingeld fehlt“, nennt Brinker ein weiteres Beispiel. Außerdem wurden mit dem Geld Besuche von Therapiehunden und Fahrten mit einer Hochzeitskutsche ermöglicht. Die letzte große Anschaffung war eine E-Rikscha. Der Großteil der Kosten wurde durch das Förderprogramm „8 Plus Vital NRW“ gedeckt, den Eigenanteil steuerte die Stiftung bei. Als größtes Projekt in seiner Amtszeit bezeichnet Brinker den Verkauf des Grundstücks und der Einrichtung an die Malteser im Oktober 1996. 2013 wurde am Malteserstift das 150-jährige Jubiläum der Stiftung gefeiert.

Erster Vorsitzender ist von Amts wegen der Pfarrer. Brinker, der fünf Mal für jeweils sechs Jahre zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt wurde, war in den 30 Jahren mit Bernhard Wübbelt (bis 1993), Dieter Trockel (bis 2001), Matthias Hembrock (bis 2015) und Jörg Schlummer im Kuratorium. Neben Schlummer gehören aktuell auch Angelika Eusterwiemann und Klaus Storck dem Gremium an.

30 Jahre lang war Bernd-Josef Brinker (2.v.r.) 2. Vorsitzender des Kuratoriums, das sich um die Verwaltung der Stiftung Altenkrankenheim St. Marien kümmert. Zum Ende seiner Amtszeit bekam er die St.-Regina-Plakette und einen Blumenstrauß von der Pfarrgemeinde. Brinkers Nachfolger ist Volker Möllers (l.). Ebenfalls Kuratoriumsmitglieder sind Pfarrer Jörg Schlummer (r.) und Klaus Storck. Foto: Foto: Matthias Kleineidam

Seit dem 12. Juni ist Volker Möllers neuer stellvertretender Vorsitzender. Er war Anfang Mai gewählt worden. „Ich hatte das Gefühl, das passt ganz gut. Außerdem finde ich die Historie ganz interessant“, sagt der 49-Jährige, der in Ahlen geboren und in Walstedde groß wurde. Vier Jahre wohnte er in Münster, seit 2003 lebt er in Drensteinfurt. Möllers ist verheiratet, hat drei Kinder (18, 14 und zwölf Jahre alt) und ist Leiter der Gruppe Bistumskasse beim Bischöflichen Generalvikariat Münster. Zahlungsverkehr, Buchführung et cetera – das alles ist für ihn daher alltägliches Geschäft. Er werde versuchen, die Arbeit im Kuratorium „kontinuierlich weiterzuführen“ – auch wenn die Stiftung von den Bürgern kaum wahrgenommen werde. Aktuell stehen Satzungsänderungen und die Umstellung auf Online-Banking auf der Agenda.

Volker Möllers

Auch Bernd-Josef Brinker wünscht sich Kontinuität auf dem Posten – und setzt seinen Nachfolger augenzwinkernd gleich ein wenig unter Druck. „Ich hoffe, dass es ein paar Mal funktioniert mit der Wiederwahl“, sagt Brinker. Schließlich waren sowohl er als auch sein Vorgänger Berges jeweils für 30 Jahre Mitglieder des Kuratoriums.

Vor der Sitzung am Dienstagabend im Alten Pastorat übergab Pfarrer Schlummer Brinker im Auftrag der Pfarrei St. Regina einen Blumenstrauß. Außerdem erhielt der Stewwerter für seine langjährige Tätigkeit die St.-Regina-Plakette in Bronze.

Wer mehr über die Stiftung Altenkrankenheim St. Marien erfahren möchte oder ein anderes Anliegen hat, kann sich an Pfarrer Jörg Schlummer und den neuen stellvertretenden Vorsitzenden Volker Möllers wenden.

Aus der Satzung der Stiftung

Ein Auszug aus der Präambel der Satzung der Stiftung Altenkrankenheim St. Marien von 1998: „Die Gründung des St.-Marien-Hospitals geht zurück auf Anregungen des emeritierten Pfarrers Kopstadt und des Reichsfreiherrn Engelbert von Landsberg-Velen zu Drensteinfurt. Sie wurde ermöglicht durch geldliche Zuwendungen des Pfarrers Kopstadt und der Familie Bonse sowie insbesondere durch die Hingabe des Krankenhausgrundstücks nebst Garten und durch den Bau des ursprünglichen Krankenhauses seitens des genannten Engelbert Freiherr von Landsberg. Die Stiftungsurkunde wurde vom Bischof von Münster am 25. September 1857 festgestellt. Die staatliche Genehmigung erfolgte durch Kabinetts-Ordre des Königs von Preußen vom 24. August 1863. Die Stiftung hat ein allgemeines Krankenhaus betrieben. Entsprechend den Festsetzungen des Krankenhausbedarfsplanes des Landes Nordrhein-Westfalen wurde das St.-Marien-Krankenhaus ab dem 1. Oktober 1982 in ein Altenkrankenheim umgewandelt. Mit Vertrag vom 20. August 1985 wurde zwischen der Stiftung Altenkrankenheim St. Marien und der Genossenschaft der Rheinisch-Westfälischen Malteser-Devotionsritter ein Betriebsüberlassungsvertrag geschlossen. Um den Bestand des Altenkrankenheimes langfristig auch über den 31. Dezember 2000 hinaus zu sichern, hat die Stiftung das Altenkrankenheim nebst Betriebsgrundstück an die Malteser-Genossenschaft verkauft. Zukünftig will die Stiftung das Altenkrankenheim fördern und unterstützen.“

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