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Großtagespflege und Kita in Rinkerode

Erfahrung gibt den Ausschlag

Rinkerode

Die Awo soll Trägerin der neuen Großtagespflege werden, die ins Sparkassen-Gebäude einziehen soll. Dafür hat am Dienstag der Sozialausschuss einhellig votiert. Es wurde allerdings deutlich, dass dieses Projekt kein einfaches Unterfangen ist, gerade mit Blick auf den akuten Fachkräftemangel.

Von Nicole Evering

Die neue Großtagespflege soll in das Sparkassen-Gebäude einziehen. Stadt, Kreis und Kreditinstitut führen darüber gerade letzte Gespräche. Foto: Dietmar Jeschke

Die Entscheidung war am Ende eindeutig: Die Awo soll Trägerin der neuen Großtagespflege und perspektivisch auch einer weiteren Kita in Rinkerode werden. Dafür sprach sich am Dienstagabend der Sozialausschuss aus. Auf den Mitbewerber, das DRK, entfiel keine Stimme. Mit seinen fundierten Ausführungen bei der Konzeptpräsentation hatte Daniel Frieling, Bereichsleiter Kindertagesbetreuung im Awo-Unterbezirk Ruhr-Lippe-Ems, den Ausschussmitgliedern allerdings auch fast gar keine andere Wahl gelassen.

Eine Großtagespflege (GTP) sei keineswegs eine „kleine Kita“, betonte Daniel Frieling. „Da gelten ganz andere Spielregeln.“ Es müsse jede Menge Arbeit investiert werden, und das für eine eher kleine Gruppe. Denn maximal neun Kinder können dort betreut werden. Wenn die Awo nicht sowieso schon vom Kreisjugendamt mit der Fachberatung Kindertagespflege beauftragt wäre, ließe sich eine GTP in dieser kurzen Zeit gar nicht umsetzen. „Da bin ich ganz ehrlich, dann säße ich heute Abend nicht hier“, so Frieling. „Wir müssen uns ordentlich auf die Hinterbeine stellen, um das noch zu organisieren.“

Entweder selbstständig oder angestellt

Denn angesichts des Fachkräftemangels sei es keineswegs ausgemacht, dass man bis zum geplanten Start am 1. August auch ausreichend Tagespflegepersonen (TPP) finde. Drei sind für eine solche GTP vorgesehen. Diese könnten entweder selbstständig über einen Kooperationsvertrag oder aber als Awo-Angestellte tätig sein, führte Frieling die Optionen aus. „Da würden wir uns nach den Wünschen der Mitarbeiter richten.“ Die Selbstständigkeit sei für diese in jedem Fall das finanziell attraktivere Modell.

Nur aufgrund der Fachberatung, dank der die Awo schon entsprechende Netzwerke im Kreisgebiet aufgebaut hat, und auch durch den Umstand, dass man 2021 ebenfalls schon als Trägerin der neuen Kita im Baugebiet Mondscheinweg in Drensteinfurt ausgewählt worden war, könne man auf einen gewissen Mitarbeiter-Pool zurückgreifen. „Wir würden dann versuchen, dort zusätzliche Ressourcen hineinzugeben, um schnell reagieren zu können“, so Frieling. Dies gelte etwa für Vertretungen im Krankheitsfall. Urlaubszeiten müssten Familien und TPP untereinander abstimmen.

Bei Urlaub keine Betreuung

Denn, auch das erläuterte Frieling, die Betreuung in einer GTP sei eine „höchstpersönlich zu erbringende Dienstleistung“. Die Familie schließe einen Vertrag direkt mit der Tagespflegeperson, nicht mit dem Träger. Das Kind werde in der Regel immer von dieser einen Person betreut. Habe sie Urlaub, finde, anders als in einer Kita, keine Betreuung statt.

Am Ende konnte die Awo wohl auch mit ihren Beziehungen im Bereich Großtagespflege punkten. Das DRK, für das Anke Edelmeier und Birgit Jungclaus das Konzept im Ausschuss vorgestellt hatten, tritt hingegen überhaupt erst seit 2018 als Kita-Träger im Kreis Warendorf auf und betreibt eine Großtagespflege. Das dürfte den Lokalpolitikern angesichts des „empfindlichen Systems“ Großtagespflege, wie Daniel Frieling es bezeichnet hatte, womöglich zu wenig Erfahrung gewesen sein.

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