Teamschüler polieren Stolpersteine

Ermordet am2. November 1943

Drensteinfurt

Über das Schicksal der jeweils genannten Personen haben sie in den vergangenen Monaten bereits einiges erfahren. Am Dienstag machten sich die Schüler des Politikkurses der Teamschule daran, die im Stadtgebiet verlegten Stolpersteine wieder auf Hochglanz zu polieren.

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Über das Schicksal von Herta Salomon haben sie bereits einiges erfahren. Und auch die übrigen Namen, die auf den Stolpersteinen in der Drensteinfurter Innenstadt zu finden sind, sind ihnen in den vergangenen Monaten durchaus so einige Male begegnet. Am Dienstag nun machten sich die Zehntklässler des Profils „Politische Bildung“ der Teamschule gemeinsam mit Leiterin Anja Sachsenhausen und Fachbereichsleiter Heiko Schwarz daran, die in den Gehwegen eingelassenen Gedenksteine für die einstigen Mitglieder der jüdischen Gemeinde wieder auf Hochglanz zu polieren. Gestartet wurde an der Ecke Südwall und Hammer Straße. „Hier wohnte Johanna Salomon. Geborene Samuel. Jahrgang 1889. Deportiert 1941 nach Riga. Ermordet 2. November 1943“, ist dort einem der Stolpersteine nun wieder klar und deutlich zu entnehmen. Mit dabei bei der Reinigungsaktion war auch Bürgermeister Carsten Grawunder. „Das ist eine gute Sache, um die Idee lebendig zu halten“, fand der Verwaltungschef.

Fachbereichsleiter Heiko Schwarz erklärte, dass ihm dieser Kurs, der nun in wenigen Wochen die Drensteinfurter Sekundarschule verlassen wird, schon besonders ans Herz gewachsen sei. „Das ist eine tolle Gruppe mit sehr interessierten Schülern“, schilderte der Pädagoge. Und er muss es wissen, hatte er sie in den vergangenen Jahren in Sache politische Bildung doch maßgeblich begleitet. Und dabei, betont er, durchaus auch manche Veränderung festgestellt. „Einige sind schon deutlich sensibler für gewisse Themen geworden“, so Schwarz.

Verantwortlich dafür dürfte auch der seinerzeit umfassend vor- und nachbereitete Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald bei Weimar gewesen sein, das die damaligen Neuntklässler gemeinsam mit Heiko Schwarz, Stadtjugendpfleger Rüdiger Pieck und Schulsozialarbeiterin Simone Minnemann vor gut zwei Jahren besichtigt hatten. Eine Fahrt, die mit anderen interessierten Schülern – nach coronabedingter Absage – nun nach Möglichkeit vom 14. bis zum 17. Dezember erneut stattfinden soll.

Der Kurs „Politische Bildung“ hat sich aber in den vergangenen Jahren natürlich nicht nur der Geschichte der NS-Vergangenheit gewidmet. Auf dem Unterrichtsplan stand vielmehr auch die politische Gegenwart. Notwendiges „Anschauungsmaterial“ gab es dazu ja bekanntlich im abgelaufenen Jahr in Form des Kommunalwahlkampfes mehr als ausreichend. Der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen ist allerdings das umfassend vorbereitete Projekt „Beweg was“, in dessen Zuge die Schüler eigentlich die Möglichkeit haben sollten, an lokalen Fraktions- und Fachausschusssitzungen teilzunehmen. „Das ist schon schade“, bedauert Heiko Schwarz – in der Hoffnung, dass das Projekt zumindest für die künftigen Schüler nur aufgeschoben aber nicht aufgehoben ist.

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