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„Luca“-App im Möbelhaus

Erst einchecken, dann einkaufen

Drensteinfurt

Bisher war das Hinterlassen der eigenen Kontaktdaten in Restaurants oder Geschäften mit viel Papierkram verbunden. Die neue „Luca“- App soll dies ändern – und dazu noch zur schnelleren Rückverfolgbarkeit von Infektionen beitragen. Bei Möbel Gaßmöller wird die App jetzt eingesetzt.

Nicole Evering

Im Möbelhaus von Heinz Gaßmöller wird „Luca“ schon genutzt. Wer die App noch nicht hat, kann weiterhin wie gewohnt schriftlich den Anmeldebogen ausfüllen. Foto: Nicole Evering

Ohne Termin geht derzeit fast nichts im hiesigen Einzelhandel. Das ist auch im Möbelhaus Gaßmöller so, stört Inhaber Heinz Gaßmöller jun. aber weniger. Er ist vielmehr froh, dass sich seine Kunden endlich wieder persönlich im Geschäft umschauen dürfen. Wer kauft schon gerne Sofa oder Stuhl, ohne vorher Probe gesessen und den Bezug selbst angefasst zu haben?

„In unserer Branche läuft ohnehin viel über Beratungstermine“, ist das Prozedere für den Geschäftsmann Alltag. Gemäß der neuen Ein-Kunde-pro-40-Quadratmeter-Fläche-Regel dürfte Gaßmöller bis zu 65 Menschen gleichzeitig in seine Räume hineinlassen. Das tut er bewusst nicht. Stattdessen soll jeder der insgesamt sechs Berater höchstens zwei verschiedene Kundengruppen zeitgleich betreuen. Geregelt wird das über „Luca“.

Der Kreis Warendorf ist Modellregion zur Erprobung dieser neuen App zur Kontaktnachverfolgung. Diese ist seit nunmehr fast einem Jahr wichtiger Bestandteil der Corona-Schutzverordnung und wohl hinlänglich bekannt: Wer Restaurant, Bücherei, Museum oder eben Geschäft betritt, muss seine Daten hinterlassen. Bislang in der Regel schriftlich, was für die Betreiber ordentlich Papierkram bedeutete. Über die App soll das nun einfacher gehen.

Abgeordneter war der Erste

„Wir sind von unserem Verband und auch von der Wirtschaftsförderung des Kreises darüber informiert worden“, erzählt Heinz Gaßmöller, für den es gar keine Frage war, bei diesem Modellprojekt mitzumachen. „Genau dieser Aspekt fehlt in der Corona-Warn-App. Er hätte dort von Beginn an integriert werden müssen“, findet der Drensteinfurter. Zu Wochenbeginn war der hiesige CDU-Landtagsabgeordnete Henning Rehbaum bei ihm zu Besuch, um sich über die Lage der Wirtschaft und die Situation des stationären Handels zu informieren. „Er hat als Erster über ‚Luca‘ bei uns eingecheckt“, berichtet Gaßmöller schmunzelnd. Das System funktioniert, auch wenn Datenschützer noch Bedenken haben und mehr Transparenz vom Hersteller, dem Berliner Start-up Nexenio, fordern.

Ein Aufsteller im Eingangsbereich des Möbelhauses erklärt, wie‘s dort funktioniert. Für jeden der Verkaufsberater sind ein bis zwei virtuelle „Tische“ angelegt worden. Die entsprechenden QR-Codes kann der Kunde mit seinem Handy einscannen. So wird erfasst, wer zu welchem Zeitpunkt bei welchem Berater ein Gespräch hatte. „Die Namen und Kontaktdaten der Scans können die Betreiber nach Angaben der App-Entwickler nicht sehen – ein Vorteil gegenüber Einträgen auf Papier“, teilt die Verbraucherzentrale NRW dazu mit.

Dass derzeit noch nicht jeder die App auf seinem Handy installiert hat, hat Heinz Gaßmöller einkalkuliert. So ist es auch weiterhin möglich, schriftlich einen Anmeldebogen auszufüllen.

Kontakt-Verfolgung per Smartphone

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