1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Drensteinfurt
  6. >
  7. Fassadenkunst und frische Wände

  8. >

Sozialarbeiterin in der Flüchtlingshilfe stellt Projekte vor

Fassadenkunst und frische Wände

Drensteinfurt

Sie haben durch etliche Umzüge und zahlreiche Bewohner ein wenig gelitten - und sollen nun mit Hilfe der Bewohner wieder auf Vordermann gebracht werden. Nur eine der Ideen, die Sozialarbeiterin Anna Zacharias zur Aufwertung der Flüchtlingsunterkünfte in dieser Woche im Sozialausschuss präsentierte.

Von Dietmar Jeschke

Sowohl außen als auch innen ist der Zustand einiger städtischer Flüchtlingsunterkünfte mittlerweile alles andere als ansehnlich. Sozialarbeiterin Anna Zacharias plant nun, Räume und Gebäude gemeinsam mit Geflüchteten „aufzuhübschen“. Foto: Dietmar Jeschke

Der große Flüchtlingsansturm aus dem Jahr 2015 ist mittlerweile Geschichte. Dennoch ist einiges, das seinerzeit oft schlichtweg aus der Not geboren worden war, bis heute geblieben. Und das sind nicht nur die Unterkünfte, die die Stadt zwischenzeitlich hergerichtet, erworben oder sogar neu gebaut hat. Es ist vielmehr auch die Betreuungsstruktur, die neben zahlreichen ehrenamtlichen Helfern mittlerweile auch einige speziell ausgebildete hauptamtliche Kräfte umfasst. Dr. Mojgan Servati und Anna Zacharias waren am Dienstagabend im Sozialausschuss zu Gast, um über ihre Arbeit zu berichten.

Mojgan Servati betreut im Auftrag des Beratungs- und Bildungscentrums der Diakonie Münster seit Januar auch in Drensteinfurt Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von zwölf bis 27 Jahren mit Migrationshintergrund (wir berichteten). Die entsprechenden Beratungen des Jugendmigrationsdienstes finden mit Unterstützung des Deutsch-Ausländischen Freundeskreises immer dienstags von 16 bis 19 Uhr im evangelischen Gemeindehaus an der Martinskirche statt. Dabei, berichtete Servati den Ausschussmitgliedern, leiste sie Hilfe, wenn es etwa um Behördengänge, die Anerkennung von Schulabschlüssen sowie um Fragen zu Bewerbungsschreiben, die Vermittlung von Sprachkursen und Praktika oder die Integration in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt geht. Außerdem begleitet und vermittelt sie Therapieangebote für Menschen, die psychologische Unterstützung benötigen.

Seit März engagiert sich zudem Anna Zacharias als in Vollzeit beschäftigte Sozialarbeiterin der Stadt in der Flüchtlingsarbeit. Und wie auch Dr. Mojgan Servati lobt auch Zacharias die betont niederschwellige Zusammenarbeit mit den Aktiven des Deutsch-Ausländischen Freundeskreises. Inhaltlich leistet auch die städtische Sozialarbeiterin praktische Hilfe, wenn es etwa um Behördenangelegenheiten und um Fragen des Aufenthaltsrechtes geht. Dazu ist sie auch für das Konfliktmanagement in den Unterkünften verantwortlich. Nach den ersten Monaten der Einarbeitung hat Anna Zacharias nun zwei konkrete Projekte in den Stiel gestoßen, die nicht nur sozialen Zwecken dienen, sondern auch einen handfesten Nutzen haben sollen. Zum einen sollen die – teilweise in schlechtem Zustand befindlichen – Wohnräume der Übergangsheime gemeinsam mit Geflüchteten sowie unter Anleitung eines professionellen Malers und Lackierers auf Vordermann gebracht werden. Das, erklärte die Sozialarbeiterin, erhöhe nicht nur die Wertschätzung für das temporäre Zuhause, sondern fördere zugleich auch das handwerkliche Geschick.

Gestaltung im Streetart-Design

Weitaus öffentlichkeitswirksamer als die Wohnraumsanierung ist ein zweites angedachtes „Farbprojekt“. Zusammen mit dem Münsteraner Büro und Atelier „Lackaffen“ sollen einzelne Außenwände der Flüchtlingsunterkünfte im Streetart-Design gestaltet werden. Und das, betont Zacharias, ganz professionell. Neben der reinen Fassadenaufwertung könnten entsprechende Kunstwerke dazu hilfreich sein, Verbindungen zwischen Ortsansässigen und Geflüchteten herzustellen, ist sie überzeugt. „Ich freue mich total, diese Projekte in die Praxis umzusetzen“, sagte sie.

Startseite