CDU beantragt weitere Radwege

Freie Fahrt nach Hamm und Herbern

Drensteinfurt

An der Verbindung in Richtung Rinkerode sowie von Walstedde in Richtung Mersch wurde bereits viel getan. Nun soll auch das Radwegenetz in Richtung Herbern und Bockum-Hövel weiter ausgebaut werden. Die CDU-Fraktion legt dazu einen konkreten Antrag vor.

Dietmar Jeschke

Kurz hinter dem Ortsschild endet der Radweg entlang der Kreisstraße 21. Die CDU fordert nun weitere Teilstücke, und zwar sowohl von Drensteinfurt in Richtung Mersch als auch von Mersch in Richtung Bockum-Hövel und Herbern. Foto: Dietmar Jeschke

Mit dem Rad von Walstedde in Richtung Merscher Bahnhof? Das ist nun seit Jahren kein Problem. Und auch der Weg von Walstedde in Richtung Ahlen soll dank des Engagements des Bürgerradwegvereins für „Pedalritter“ bald gefahrenfrei und auf direktem Kurs möglich sein. Anders sieht es dagegen für diejenigen Fahrradfreunde aus, die von Drensteinfurt aus in Richtung Mersch, Bockum-Hövel und Herbern unterwegs sind. Der Radweg entlang der Kreisstraße 21 endet kurz hinter dem Ortsschild in der Bauerschaft Büren. Dort heißt es dann: geradeaus auf einer Spur mit Auto- und Lkw-Verkehr oder aber links ab und über den Umweg entlang der Bahngleise in Richtung Landesstraße 671, auf der es dann gleichfalls ohne Radweg in Richtung Nachbargemeinden weitergeht.

Eine Situation, die die CDU nun möglichst zügig ändern möchte. In einem Antrag an Fachausschuss und Rat fordert die Union nicht nur den Bau eines Radwegs entlang der K 21 vom Haus Drüge bis hin zur Merscher Unfallkreuzung. Vielmehr sollen auch von der Kreuzung der K 21 und der L 671 bis hin zur Coesfelder Kreisgrenze neue Radwegteilstücke gebaut werden.

Wie CDU-Fraktionsvorsitzender Markus Wiewel erläutert, gibt es auf dem angrenzenden Hammer Stadtgebiet bereits seit vielen Jahren einen Radweg. „Es wäre daher sinnvoll, dass die Stadt Drensteinfurt gemeinsam mit dem Kreis Warendorf das gleiche Ziel verfolgt“, so Wiewel. Interessant an dem Radweg sei insbesondere, dass die Fördermaßnahme „Stadt und Land“ des Bundes Fahrradwege an Gemeinde- und Kreisstraßen zum Inhalt habe. Voraussetzung für eine Förderung sei aber das Vorliegen eines Radwege- oder Mobilitätskonzeptes, das es in Drensteinfurt bisher aber nicht gibt (siehe Infokasten). „Allerdings gibt es ein für die Förderung ausreichendes Radwegekonzept des Kreises Warendorf, das einen Radweg an der K 21 von Drensteinfurt bis Hamm und zur Grenze des Kreises Coesfeld vorsieht“, so die CDU. Ein vollständiger Radweg entlang der Kreisstraße 21 von Drensteinfurt bis zur Grenze des Kreises Coesfeld werde zwar kurzfristig nicht realisierbar sein – von der Kreuzung der K 21 und L 671 in Richtung Nachbarstädte aber sehr wohl, ist Markus Wiewel überzeugt.

„Da in Herbern der Ausbau des Bürgerradweges an der L 671 bis zur ,Merscher Kreuzung‘ in Kürze beginnen wird und auch auf Drensteinfurter Stadtgebiet ein Radweg bis zum Bahnhof Mersch geplant ist, würde mit deren Verwirklichung erstmalig ein durchgängiger Radweg für die Drensteinfurter und Herberner Bevölkerung bis nach Bockum-Hövel entstehen“, zeichnet Wiewel vor. Und das könnte letztendlich auch positiven Einfluss auf ein ganz anderes verkehrspolitisches Ziel haben: den seit Jahren geforderten Umbau der Merscher Kreuzung in einen Kreisverkehr.

Was das im Falle der Anbindung zwischen Mersch, Bockum-Hövel und Herbern dann immer noch fehlende Teilstück entlang der Kreisstraße 21 von Mersch bis Drensteinfurt betrifft, so sei dies auch für die Anlieger von großer Bedeutung, so die CDU weiter. „Derzeit ist ein Befahren der K 21 mit dem Fahrrad aufgrund des zugenommenen Pkw- und Schwerlastverkehrs als extrem gefährlich zu bewerten. Ein Befahren durch Kinder ist nahezu ausgeschlossen“, schildert Markus Wiewel.

Da sich aber sowohl die Eigentumsverhältnisse als auch die Streckenführung für diesen Teilabschnitt als schwierig darstellen dürften, will die CDU zunächst die Anbindung im oberen Abschnitt vorantreiben, ohne jedoch den Drensteinfurter Teil aus den Augen verlieren zu wollen. Für die Planungskosten stünden im Haushalt ausreichend Finanzmittel zur Verfügung. Und sollten bereits im Jahr 2021 Finanzmittel für Grundstückskäufe erforderlich werden, könnten diese zur Not auch über einen Nachtragshaushalt abgesichert werden.

Ein Radwegkonzept soll her

Neben dem konkreten Radwegprojekt in Mersch fordert die CDU auch die Aufstellung eines Radwege- und Radverkehrskonzeptes für die Stadt. Hintergrund sei vor allem die Vielzahl von Fördermaßnahmen zum Ausbau von Radwegen, die Bund und Land zwischenzeitlich aufgelegt habe. Voraussetzung zur Inanspruchnahme dieser Fördermittel sei aber in der Regel das Vorliegen eines entsprechende Mobilitätskonzeptes. „Auch in Zukunft ist mit weiteren Förderprogrammen für den Ausbau des Radverkehrs zu rechnen. Allein dem Projekt ,Nationaler Radverkehrsplan 3.0‘ der Bundesregierung dürfte noch eine Vielzahl von Fördermaßnahmen folgen“, heißt es in der Stellungnahme der Union. „Die Stadt Drensteinfurt sollte mit der Erstellung eines Radwege- und Radverkehrskonzeptes die Voraussetzung schaffen, schnell auf Fördermaßnahmen reagieren und mit konkreten Planungen Fördergelder in Anspruch nehmen zu können. Auch wenn durch Bürgerradwege bereits nachhaltige Verbesserungen erreicht wurden, ist ein weiterer, zügiger Ausbau unseres heimischen Radwegenetzes auf verschiedenen Ebenen sinnvoll.“

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