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Kaiserwetter, packende Rennen und eine bislang einmalige Hochzeit

Frisch getraut aufs Siegertreppchen

Drensteinfurt

Nach zweijähriger Abstinenz wurden die Pferdesportfreunde bei der 110. Auflage des Drensteinfurter Renntags bestens entschädigt. Neben zehn packenden Rennen gab es ein besonderes Rahmenprogramm: Profi-Fahrer Jochen Holzschuh heiratete seine langjährige Liebe Julia Knoch.

Von Dietmar Jeschkeund

Mit viel Applaus ging es für das frischvermählte Paar Julia und Jochen Holzschuh in der Kutsche auf die Ehrenrunde. Die Trauung vollzogen hatte Bürgermeister Carsten Grawunder höchstpersönlich Foto: Dietmar Jeschke

Blauer Himmel, 26 Grad und beste Bahnbedingungen – kurz: Besser konnte es nicht laufen. Und das nicht nur für die Mitglieder des Rennvereins und die rund 3000 Zuschauer, die das erste Spektakel nach nun zweijähriger Pause live verfolgten. Auch Jochen Holzschuh dürfte sich an die 110. Auflage der Stewwerter Traditionsveranstaltungen noch lange erinnern. Denn nur 60 Minuten, bevor er sich gleich im ersten Rennen zum Sieger des Preises der Stadt Drensteinfurt krönte, hatte er seiner langjährigen Liebe Julia Knoch das „Ja-Wort“ gegeben. Und das mitten auf der Rennbahn und unter tosendem Beifall der bereits zahlreich erschienenen Zuschauer, die sich das bislang einmalige Ereignis nicht entgegen lassen wollten.

Einen Antrag hatte Profifahrer Jochen Holzschuh seiner jetzigen Frau übrigens bereits im vergangenen Jahr gemacht. Als es mit dem Datum aber irgendwie nicht klappen wollte, machten die Freunde schließlich im Juli beim Renntag in Dinslaken ein wenig „Druck“. Holzschuhs kurze Antwort: „Dann machen wir es eben im August beim Renntag in Drensteinfurt.“ Als die Aktiven um Präsident Klaus Storck davon Wind bekommen hatten, begannen die sprichwörtlichen Drähte zu glühen. Auch in Kommunikation mit der Stadt Drensteinfurt, denn die sollte nicht nur in Person von Bürgermeister Carsten Grawunder den Standesbeamten stellen. Im Vorfeld musste das Sportzentrum im Erlfeld vielmehr auch formell zum Trauort erklärt werden. Und an dem, erläuterte Grawunder, sind nun auch künftig Eheschließungen möglich. „Aber nur für verdiente Aktive aus dem Sport – zwei Mal auf der Ersatzbank sitzen reicht da nicht“, erklärte Grawunder, der in seiner Laufbahn übrigens quasi „nebenbei“ schon über ein Dutzend Ehen geschlossen hat – aber eben noch keine auf dem Sportplatz.

Den Rahmen für die Zeremonie hatten Rennverein und Familie übrigens bestens vorbereitet – eine weißleuchtende Hochzeitspagode und ein eigenes Festzelt für die Festgesellschaft inklusive.

Kennengelernt hatte sich das Paar – wie auch sonst – über den Trabrennsport. Jochen Holzschuh lebte damals noch in seiner alten Heimat im Landkreis Reutlingen. Julia Knoch kommt aus Karlsruhe. Als sie damals mit ihrem Pferd Casanova d´Amour einige Probleme hatte, suchte sie Hilfe bei Jochen Holzschuh, der als Spezialist im Umgang mit schwierigen Pferden gilt. Zwischen den beiden Pferdefreunden hat es danach schnell gefunkt – und Casanova d´Amour bekam der Profi natürlich auch zügig in den Griff.

Nach der Trauung hatte Jochen Holzschuh übrigens keine Zeit zum Anstoßen. Denn nach der Ehrenrunde in der Hochzeitskutsche ging es ab aus dem Anzug und rein in den Renndress. Und Graf Bismarck, mit dem er im ersten Rennen an den Start ging, gratulierte dem Routinier auf seine Weise – mit einem souveränen Sieg.

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