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Öffentliche Defibrillatoren

Für den Notfall besser vorbereitet

Drensteinfurt

Die Fußball-Europameisterschaft hat es gerade erst gezeigt: Herzrhythmusstörungen können jeden ereilen, auch jüngere Menschen. Besonders wichtig ist dann schnelles Handeln. Durch ein Sponsoring konnten drei weitere öffentliche Defibrillatoren angeschafft werden.

Von Nicole Evering

Durch eine gemeinsame Aktion von DJK, LVM und Stadt konnten drei weitere Defibrillatoren für Drensteinfurt angeschafft werden (v.l.): Bürgermeister Carsten Grawunder, Frank Kronshage (Stadt und Feuerwehr), Hermann Voges (DJK Drensteinfurt), Wilfried Voges (LVM), Gisela Bienk (DJK-Diözesanverband Münster) und Gerhard Geske (DJK Drensteinfurt). Es fehlt Michael Knispel (LVM). Foto: Nicole Evering

Es kann so schnell passieren, und es kann jeden treffen – auch jüngere, eigentlich gesunde Menschen. Das hat die Welt gerade erst bei der Fußball-Europameisterschaft verfolgen können, als Dänemarks Spieler Christian Eriksen mitten auf dem Platz kollabierte und wiederbelebt werden musste. In solchen Fällen kommt ein Defibrillator zum Einsatz, der durch gezielte Stromstöße Herzrhythmusstörungen wie zum Beispiel Kammerflimmern beenden kann.

Doch nicht nur Rettungssanitäter und Notärzte sind mit solchen Geräten ausgestattet. Auch an immer mehr öffentlichen Orten hängen externe Defis, die von jedermann auch ohne spezielle Fachkenntnis zu bedienen sind. Drei weitere sind dank einer gemeinschaftlichen Spendenaktion nun in Drensteinfurt hinzugekommen.

Im Stadtgebiet gibt es seit 2015 öffentliche Defis. Den tragischen Grund dafür rief Bürgermeister Carsten Grawunder beim Pressetermin noch einmal in Erinnerung: Im Erlfeld hatte es damals einen medizinischen Notfall gegeben, „und ein solches Gerät hat dort gefehlt“. Der Rettungswagen sei so schnell nicht vor Ort gewesen, „die Person hat es damals leider nicht geschafft“. Es entstand die Idee, für die Zukunft besser vorbereitet zu sein. Mittlerweile konnten über diverse Sponsorings bereits mehrere Defibrillatoren angeschafft werden. Für drei weitere haben jetzt die DJK Olympia und die beiden LVM-Agenturen Voges und Knispel zusammengelegt.

Defis für alle drei Turnhallen

Denn: Gerade die Turnhallen im Ortsteil Drensteinfurt seien bislang noch „schwarze Löcher“ gewesen, was die Ausstattung mit den kleinen roten Taschen anbelange, erläuterte der hiesige DJK-Vorsitzende Gerhard Geske. Da wollte der Sportverein, der sich stark im Kinder- und Jugendbereich engagiert, unbedingt Abhilfe schaffen.

Gerade recht kam dem Vorstand da eine Spendenzusage des DJK-Diözesanverbandes Münster über 750 Euro. Das Geld stand anlässlich des 70-jährigen DJK-Bestehens zur Verfügung. „Wir wollten davon keine große Feier ausrichten, sondern den Ortsgruppen etwas Gutes tun“, berichtet Gisela Bienk, Vorsitzende des DJK-Diözesanverbandes. Andernorts sei das Geld in Lehrgänge oder Ausstattung investiert worden – in Drensteinfurt nun in Lebensrettung.

Bürgermeister Carsten Grawunder

Die 750 Euro bildeten den Grundstock, reichten aber bei weitem nicht aus. Denn die in Drensteinfurt genutzten Geräte sind besonders hochwertig, sodass der alarmierte Notarzt mit ihnen gleich weiterarbeiten und bereits erhobene Daten auswerten kann. „So entsteht kein Zeitverlust, weil die Pads des einen Geräts erst entfernt und die des nächsten angebracht werden müssten“, berichtet der Bürgermeister. „Das hat sich bewährt“, unterstreicht auch Frank Kronshage, Mitarbeiter der Stadtverwaltung und gleichzeitig stellvertretender Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr. Im Notfall komme es auf jede Sekunde an, weiß er von Einsätzen der „First Responder“, sozusagen den Erste-Hilfe-Truppen der Feuerwehr, die ebenfalls mit diesen Defis ausgestattet sind.

Der Defi ist kinderleicht zu bedienen. Ein Sprachcomputer hilft dabei, falsch machen kann man eigentlich nichts. Foto: Foto: Nicole Evering

Mit Unterstützung der beiden Drensteinfurter LVM-Agenturen Voges und Knispel sowie dank weiterer Privatspenden kamen insgesamt 4200 Euro zusammen. Die Stadt schoss dann noch einmal etwa 1200 für die nötige Sicherheitsausstattung dazu. Denn die Defis werden immer in grünen Plastikboxen an der Wand aufgehängt und mit diversen Hinweisschildern an den Türen versehen. Die Boxen können von jedermann geöffnet werden, geben dann allerdings einen schrillen Piepton von sich: ein Alarm gegen Diebstahl, der im Ernstfall aber auch Aufmerksamkeit erregen und weitere Helfer anlocken soll. Die Stadt kümmert sich zudem um die Wartung der Geräte – „die im besten Fall nie zum Einsatz kommen“, so der Bürgermeister.

Sprachcomputer leitet an

Wenn aber doch, dann sollte niemand Scheu vor der Bedienung haben müssen, wie Frank Kronshage betonte. Nach Drücken des grünen Startknopfes erkläre ein Sprachcomputer deutlich jeden einzelnen Schritt und wiederhole sich auch, wenn er merke, dass nichts geschehe. Außerdem erkenne das Gerät nach Anbringen der Pads auf der Brust des Kollabierten selbstständig, ob ein Schock ausgelöst werden muss oder nicht. „Man kann nichts falsch machen“, unterstrich auch der Bürgermeister. Die Übungsleiter der DJK Olympia sollen allerdings noch eine persönliche Einführung in die Handhabung bekommen.

Die Standorte im Überblick

13 Defibrillatoren gibt es mittlerweile im Stadtgebiet. Von diesen hängen zehn an öffentlich zugänglichen Orten, drei werden von den „First Respondern“ genutzt und dazu auf den Einsatzfahrzeugen mitgeführt, erläutert Frank Kronshage. An folgenden Standorten sind die Defis zu finden:

in Drensteinfurt: im Erlbad, in der Schiedsrichterkabine des SVD, in der Stadtverwaltung, in der Alten Post, in der Turnhalle der Teamschule, im Saniraum der Dreingau-Halle und in der Turnhalle der KvG-Grundschule;

in Rinkerode: im Schiedsrichterraum des SVR Im Breul;

in Walstedde: im Schiedsrichterraum von Fortuna am Böcken und in der St.-Lambertus-Kirche.

Diese Aufzählung macht deutlich: Gerade in den beiden kleineren Ortsteilen wären weitere Geräte wünschenswert. In Ameke und Mersch gibt es noch gar keine öffentlichen Defis. Gerne würde die Stadt an dieser Stelle Abhilfe schaffen. Sponsoren, die die Anschaffung unterstützen möchten, können sich an Frank Kronshage wenden: Tel. 0 25 08 / 9 95 13 04, E-Mail: f.kronshage@drensteinfurt.de.

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