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Sage des Zwergenkönigs erzählt

Goldemar spukt immer noch

Rinkerode

Auf den Spuren des Zwergenkönigs Goldemar war eine Kreativgruppe unterwegs. Ihre Entdeckungen präsentierte sie bei einer musikalischen Lesung in Rinkerode.

-bim-

Die Geschichte von Goldemar trugen Michael Kolberg (v.l.), Natalie Reineke, Anja Kreysing und Katja Angenent vor. Foto: Birte Moritz

Die Geschichte des Zwergenkönigs Goldemar, der in der Hohen Ward gelebt haben soll, wurde am Sonntagnachmittag drei Mal in einem Schaufenster an der Albersloher Straße als musikalische Lesung erzählt. Durch den Künstler Ben Uhlenbrock und dessen Goldemar-Skulptur am Rande des Waldes war der Musiker Michael Kolberg auf die Sage aufmerksam geworden. Der Rinkeroder griff das Thema musikalisch auf.

Zurück bis ins Mittelalter

Zu seinen elektronischen Gitarrenklängen sowie der Klangkunst von Anja Kreysing am Akkordeon las Autorin Katja Angenent. Natalie Reineke moderierte. „Wir haben uns auf Spurensuche begeben“, erklärte Angenent. Diese Suche hatte die Kreativgruppe zurück bis ins 13. Jahrhundert geführt, als „Goldemar“ der Titel eines Heldengedichts war. Im späten Mittelalter soll der Zwergenkönig einer Legende nach auf der Burg Hardenberg im Ruhrgebiet sein Unwesen getrieben haben.

Einwände gegen Eisenbahnstrecke

Aus dem 19. Jahrhundert schließlich sind zwei Gedichte überliefert, die von Goldemar in der Hohen Ward erzählen. Beide wurden von Angenent vorgetragen. In einem dieser Texte zeigt sich „der stolze Heidekönig“ sogar politisch engagiert, indem er sich gegen den damaligen Bau der Eisenbahnstrecke ausspricht. „Wir sind uns sicher, dass Goldemars Geist noch immer durch die Hohe Ward spukt, zumindest um Mitternacht“, so Angenent, die empfahl, sich gut mit dem Zwergenkönig zu stellen.

Die halbstündige Veranstaltung konnte auch als Livestream verfolgt werden. Das Online-Angebot ist weiterhin abrufbar. Unterstützung erhielten die vier Künstler durch die Stiftung Kunst und Kultur Münsterland.

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