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Rüdiger Pieck wird neues Seniorenbüro leiten

„Großer Fan von Teamarbeit“

Drensteinfurt

Mit Rüdiger Pieck hat die Stadt ab sofort einen – dazu hauptamtlichen – Seniorenbeauftragten. In einem erst Schritt wird Pieck dazu das vom Sozialausschuss abgesegnete Konzept zur Einrichtung eines Seniorenbüros in den Räumen des Kulturbahnhofs umsetzen.

Von Dietmar Jeschke

Im Kulturbahnhof soll nun zeitnah das neue Seniorenbüro eingerichtet werden. Foto: Jeschke

Für Rüdiger Pieck war es eine Art „Déjà-vu“. Denn fast auf den Tag genau vor 25 Jahren war es, als er sich und seine künftige Arbeit zum ersten Mal im Ausschuss für Familien, Jugend, Senioren und Soziales vorgestellt hatte. Kurz vor dem silbernen Dienstjubiläum folgte nun am Dienstagabend eine Neuauflage. Das allerdings nicht in seiner Funktion als langjähriger Stadtjugendpfleger und Leiter des Kulturbahnhofs, sondern als künftiger Seniorenbeauftragter der Stadt Drensteinfurt. Einstimmig und ohne große Debatte segneten die Ausschussmitglieder den entsprechenden Konzeptentwurf (wir berichteten) ab.

Zuvor nutzte Pieck noch einmal die Gelegenheit, um sich an den auch in dieser Zeitung geäußerten Fragen über die Notwendigkeit einer entsprechenden Einrichtung „abzuarbeiten“. Das jedoch im positiven Sinne, ist es ihm doch ein wichtiges Anliegen, die Daseinsberechtigung einer – in vielen anderen Städten bereits selbstverständlichen – Einrichtung namens „Seniorenbüro“ zu untermauern.

„Als ich mich vor 25 Jahren im Fachausschuss vorgestellt habe, hat es über die Frage, ob denn eine hauptamtliche Stelle für die Jugendarbeit tatsächlich notwendig ist, eine lange Diskussion gegeben“, blickte Pieck zurück. Gleiches galt, als nur fünf Jahre später das Konzept des Kulturbahnhofs erstmals präsentiert worden war. Beide Einrichtungen, so der Jugendpfleger, seien mittlerweile absolut selbstverständlich und stünden seit vielen Jahren vollkommen außer Frage. Und das, erklärt der neue Seniorenbeauftragte, werde sicherlich auch in Sachen „Seniorenbüro“ schon bald nicht anders sein.

Betont niederschwelliges Angebot

Inhaltlich gehe es vor allem darum, nun ein möglichst niederschwelliges Angebot für die ältere Generation zu entwickeln. Und das in Zusammenarbeit mit älteren Menschen als auch mit weiteren Kollegen aus der Verwaltung. „Ich bin ein großer Fan von Teamarbeit“, betonte Pieck, dem durch die zunächst für sechs Monate befristete und dann zur Verlängerung anstehende Aufstockung des Stundenplans um eine halbe Stelle nun Freiraum für die neue Aufgabe eingeräumt wurde. Zu seiner Entlastung in der Jugendarbeit und in der Verwaltung des Kulturbahnhofs erhielt dazu Piecks Kollegin Maike Schlamann einen zunächst befristeten Arbeitsvertrag.

„Es wäre gut, wenn es jemanden gäbe, bei dem alle Fäden zusammenlaufen. Und den gibt es bislang nicht“, schilderte Pieck den Hauptgedanken hinter der Gründung eines eigenen Seniorenbüros. Entsprechend sieht er seine Aufgaben künftig vor allem darin, Netzwerke zu knüpfen, Kontakte zu pflegen sowie Informationen und weitere Anlaufadressen zu vermitteln. „Dazu muss ich sicher noch einiges lernen. Aber das ist ein Feld, in das man sich einarbeiten kann“, sagte Pieck, um im gleichen Atemzug zu betonen, dass er weder die Kinder- und Jugendarbeit noch die Spielraumplanung an den berühmten Nagel hängen werde. „Ziel ist es, das Ganze irgendwann zu verknüpfen“, so Pieck. Klar sei allerdings auch, dass die zusätzliche Arbeit nicht „personenneutral“ funktionieren könne.

Kostenfrage noch nicht aus dem Raum

Die Resonanz aus der Politik ist weiter positiv. „Wenn Sie mit genauso viel Elan wie in der Jugendarbeit an die Sache gehen, dann haben wir alles richtig gemacht“, sagte Ausschussmitglied Manuela de Vaal (CDU). Unionsfraktionsvorsitzender Markus Wiewel verwies noch einmal darauf, dass der gesamte nun angestoßene Prozess auf Initiative seiner Partei erfolgt sei und man ihn selbstredend mittrage. Aber die nun zusätzlich im Stellenplan der Verwaltung auftauchenden Stunden seien schon „ein kleines Problem“. „Hier gilt es, sorgfältig abzuwägen“, erklärte Wiewel, der sich im Zuge der anstehenden Haushaltsplanberatungen einige konkretere Angaben seitens der Verwaltung darüber wünscht, wie viel Zeit die Arbeit im Seniorenbüro denn nun tatsächlich erfordert. Denn schließlich sei Seniorenarbeit ja in der Vergangenheit auch in anderen Bereichen der Stadtverwaltung geleistet worden, in denen die entsprechenden Aufgaben nun wegfallen würden. Konkrete Angaben zu den de facto anfallenden Personalkosten wünscht sich zudem auch die FDP.

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