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Stadt sucht Wohnraum für Flüchtlinge und Obdachlose

Grundvoraussetzung für Integration

Drensteinfurt

Drensteinfurt werden wieder mehr Geflüchtete zugewiesen. Und auch die Zahl der Obdachlosen ist in jüngster Zeit gestiegen. Deshalb ist die Stadt dringend auf der Suche nach Wohnraum, den sie anmieten oder kaufen kann.

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In allen Ortsteilen hält die Stadt eigene Häuser und Wohnungen für geflüchtete Menschen vor. Darüber hinaus ist 2016 die ehemalige Feuerwache an der Sendenhorster Straße zu einer Unterkunft umgebaut worden. Foto: Dietmar Jeschke

Die Lage auf dem Wohnungsmarkt ist ohnehin angespannt. Gerade bezahlbare Mietwohnungen fehlen – auch in Drensteinfurt. Hinzu kommt, dass der Stadt wieder vermehrt Geflüchtete zugewiesen werden. Um für diese Platz in den städtischen Unterkünften schaffen zu können, müssten allerdings die bereits anerkannten Flüchtlinge in Mietverhältnisse vermittelt werden. Doch das gestaltet sich angesichts der Lage schwierig. Nun startet die Stadt einen öffentlichen Aufruf.

Sie sucht wieder verstärkt Wohnungen oder Häuser zur Miete oder zum Kauf für die Unterbringung von Geflüchteten – sowie für Personen ohne Obdach. „Infrage kommt grundsätzlich jeder Wohnraum, selbst Wohngemeinschaften sind denkbar“, heißt es in der Mitteilung.

Wie Carolin Zulka, persönliche Referentin des Bürgermeisters, auf Anfrage mitteilt, habe auch die Zahl der Obdachlosen in jüngster Zeit merklich zugenommen. Derzeit handele es sich um fünf Personen, die schon seit Längerem in städtischen Unterkünften untergebracht seien. „In den vergangenen Jahren hat es da immer mal wieder die eine oder andere Person gegeben“, blickt Zulka zurück. Die aktuell hohe Zahl sei ungewöhnlich und sei ebenfalls auf den angespannten Wohnungsmarkt sowie die steigenden Energiekosten zurückzuführen.

Intensive Betreuung durch Sozialarbeiterinnen

Bei der Belegung der Unterkünfte werde versucht, die Belange der Vermieterinnen und Vermieter zu berücksichtigen, teilt die Verwaltung mit. Die Geflüchteten würden von den Sozialarbeiterinnen der Stadt Drensteinfurt und zudem oftmals intensiv von Ehrenamtlichen betreut. „Eine angemessene Wohnsituation ist eine Grundvoraussetzung für eine gelingende Integration. Was für die allermeisten von uns eine Selbstverständlichkeit ist, bedeutet für den betroffenen Personenkreis sehr viel mehr“, so Bürgermeister Carsten Grawunder, der hofft, dass noch mehr Vermieterinnen und Vermieter die Stadt bei dieser Aufgabe unterstützen.

Drensteinfurt hält mehrere eigene Häuser und Mietwohnungen zur flexiblen Unterbringung von zugewiesenen Asylbewerbern, die noch kein dauerhaftes Bleiberecht in Deutschland haben, oder von Flüchtlingen, die noch keine eigene Wohnung gefunden haben, vor. Darüber hinaus habe der Bedarf, Menschen, die ihre Wohnung verloren haben, vor der Obdachlosigkeit zu bewahren, in den vergangenen Monaten spürbar zugenommen. „Die vorhandenen Kapazitäten für die unterschiedlichen Unterbringungen sind deshalb nahezu ausgeschöpft“, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Wohnsitzauflage erschwert die Unterbringung

Erschwerend hätten Personen mit einem dauerhaften Bleiberecht die Pflicht, die ersten drei Jahre nach ihrer Anerkennung in Drensteinfurt wohnen zu bleiben. Aufgrund dieser Wohnsitzauflage gebe es nur in ganz wenigen Ausnahmefällen die Möglichkeit, auf andere Städte auszuweichen, was die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum zusätzlich erhöhe.

Wer Interesse daran hat, Wohnraum an die Stadt zu vermieten oder zu verkaufen, der kann sich bei Katrin Adolf, Tel. 0 25 08 / 9 95 14 01, oder bei Lisa Friedrichs, Tel. 0 25 08 / 9 95 14 02, melden.

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