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Lösung im Nachbarschaftsstreit gesucht

„Halli-Galli“ auf dem Prüfstand

Drensteinfurt

Die Ferienaktionen „Halli-Galli“ und „Minilon“ sind seit Jahren ein Knaller. Ob sie aber auch im kommenden Jahr wieder in der Grundschule stattfinden werden, scheint offen. Der Grund: Bürgermeister Carsten Grawunder hat angekündigt, eine Lösung für den jahrelangen Streit mit den Nachbarn finden zu wollen.

Dietmar Jeschke

Sie zählen seit Jahren zu den beliebtesten Aktionen im Ferienprogramm. Und sie locken nicht nur Kinder aus Drensteinfurt, sondern auch aus Walstedde und Rinkerode. Allein zum Auftakt der Aktionswoche „Halli-Galli“ waren rund 240 junge Besucher dabei. Und in der Spielstadt „Minilon“, die in der kommenden Woche in der Grundschule stattfinden wird, werden es mit großer Wahrscheinlichkeit noch deutlich mehr sein. Für die Ferienkinder sind die Aktionen ein „Knaller“. Für die Anwohner der Grundschule dagegen sind sie seit langem ein „rotes Tuch“. Die entsprechenden Beschwerden wegen anhaltender Lärmbelästigung beschäftigten mittlerweile sogar die Justiz (WN berichteten).

Scheinbar mit Erfolg – wie es zumindest in den vergangenen Tagen Gerüchten aus Eltern- und Betreuerschaft zu entnehmen war. Denen zur Folge ist das „Aus“ von „Halli-Galli“ und „Minilon“ am Standort Grundschule nämlich bereits beschlossene Sache. Was Bürgermeister Carsten Grawunder auf WN-Anfrage jedoch umgehend dementierte – um gleichzeitig einzuräumen, dass man sehr wohl an einer Lösung arbeite, die allen Seiten gerecht werde. „Ich habe durchaus Verständnis dafür, dass die Nachbarn den Krach nicht so toll finden“, erklärte der Bürgermeister, dass er nach den von ihm im Wahlkampf getroffenen Aussagen den Grundschul-Anwohnern gegenüber „im Wort“ stehe. „Und das Ganze hat mittlerweile Ausmaße angenommen, bei denen man sicher schon mal genauer hinschauen muss.“ Das wolle er nach Ferien mit Stadtjugendpfleger Rüdiger Pieck und Fachbereichsleiter Gregor Stiefel tun.

Dabei dürften auch die Probleme thematisiert werden, die ein Alternativstandort – in Frage kommt eigentlich nur das Schulzentrum an der Sendenhorster Straße – mit sich bringen würde. Denn kurze Wege und eine bekannte Umgebung wie in der Grundschule sowie eine Einrichtung, die Grundschulkindern gerecht wird, gibt es dort nicht. Eine weitere Schwierigkeit dürfte die Integration der Kinder bereiten, die im Rahmen der Ferienbetreuung der Offenen Ganztagsschule am Ferienprogramm teilnehmen. Da die OGS in der Grundschule bereits um 7.30 Uhr öffnet und erst am Nachmittag schließt, müssten die dort betreuten Kinder für die bislang von 9.30 bis 12.30 Uhr stattfindenden Ferienaktionen vom Windmühlenweg zur Sendenhorster Straße und zurück transportiert werden. Was allein bei rund 90 Kindern in diesem Jahr (Tendenz steigend), eine gewissen organisatorische Herausforderung bedeutet – und zudem Geld kosten würde. „Hier muss man schon schauen, was die Stadt bereit ist, zu leisten“, erklärt Grawunder. „Es geht darum, einen gesunden Ausgleich zu finden.“

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