Fördermittel für „Lorena“ fließen

Händler und Kunden sollen profitieren

Sendenhorst/Drens...

Über kommunale und sogar Kreisgrenzen hinweg soll ein Online-Marktplatz installiert werden, der örtlichen Geschäften neue Kunden verschaffen soll. Am Projekt „Lorena“ sind auch die Städte Sendenhorst und Drensteinfurt beteiligt. Nun sind die beantragten Fördermittel bewilligt worden.

Von Nicole Evering und Dietrich Harhuesund

Im Münsterland hat sich ein Online-Marktplatz mit Lieferservice bereits rund um Telgte, Warendorf, Everswinkel und den nordöstlichen Teil von Münster etabliert. „Lozuka“ heißt er dort. Foto: Kreis Coesfeld

Über kommunale und sogar Kreisgrenzen hinweg steht derzeit ein Vorhaben auf der To-do-Liste, dem der Charakter einer Pionierarbeit zukommt. Es soll ein Online-Marktplatz installiert werden, der örtlichen Geschäften, darunter auch landwirtschaftlichen Direktvermarktern, neue Kunden auch über die eigenen Stadtgrenzen hinaus verschaffen soll.

Hinter dem Namen „Lorena“ (lokal, regional, nachhaltig) verbirgt sich ein Kooperationsprojekt unter der Beteiligung der neun Städte und Gemeinden Ascheberg, Billerbeck, Coesfeld, Drensteinfurt, Havixbeck, Rosendahl, Senden und Sendenhorst. Die Fäden laufen in Senden im Kreis Coesfeld zusammen, wo Wirtschaftsförderer Niklas Esser die Aktivitäten bisher maßgeblich koordiniert hat. Vor Monaten hat er einen Förderantrag an das Programm „Heimat 2.0“ des Bundesinnenministeriums gerichtet. Mit Erfolg: Der Zuwendungsbescheid in Höhe von 584 100 Euro ist soeben eingetrudelt.

Viele Geschäfte, eine Rechnung

Von dem Geld sollen in den nächsten knapp drei Jahren die Entstehungskosten der Plattform getragen werden, die sich danach selbst finanzieren soll. Geplant ist, dass die Händler ihre Waren über den gemeinsamen Online-Marktplatz anbieten. Die Kunden könnten so gleichzeitig in mehreren Geschäften einkaufen, zahlten aber nur einen Gesamtbetrag. „Das System verbucht die Zahlung automatisch auf die einzelnen Geschäfte. Die Lieferung an die Kunden erfolgt innerhalb eines vorher festgelegten Zeitfensters. Auch eine Abholung an Pick-up-Stationen soll möglich sein“, heißt es in einer Mitteilung des Kreises Coesfeld.

Doch das Angebot diene nicht nur der Stärkung des lokalen Handels. Es sei gleichzeitig eine innovative Versorgungsmöglichkeit für ältere Menschen, die Anwohner in Streusiedlungen und Familien – genau genommen für jeden, der bewusst, vor Ort oder bei Direktvermarktern einkaufen möchte, dies aber aufgrund des Zeitaufwands oder der Entfernungen nicht tue. Der lokale Online-Marktplatz soll das – so der Zeitplan des Projekts – spätestens ab Herbst 2021 ändern.

Von der technischen Abwicklung der Bestellung und Bezahlung bis zur logistischen Kette bei der Auslieferung gebe es aber „noch viele dicke Bretter zu bohren“, sind sich Esser und seine Mitstreiter bewusst.

Abstimmung in der Arbeitsgruppe

In der Sendenhorster Stadtverwaltung freut man sich zunächst über die Förderzusage für das Gemeinschaftsprojekt. „Das ist eine tolle Sache für Händler ohne eigenen Onlineshop, Erfahrungen mit einem solchen Angebot zu sammeln“, findet Wirtschaftsförderin Annette Görlich. Zudem sei es für die Kunden interessant, mehr über die Angebote in ihrer Region zu erfahren. Nun solle zeitnah in die weitere Planung eingestiegen werden, die auch eine Informationsveranstaltung für interessierte Händler umfasse.

Aus der Drensteinfurter Verwaltung heißt es auf Anfrage, dass Senden die Federführung bei diesem Projekt inne habe. In der Arbeitsgruppe werde es einen Abstimmungstermin bezüglich der weiteren Arbeit geben. Sobald Details vorlägen, sollen Politik und Öffentlichkeit informiert werden.

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