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Fünfte Bereitschaft alarmiert

Im Konvoi zum Unwettereinsatz

Drensteinfurt/Sendenhorst/Ahlen

Tief „Bernd“ hat am Mittwoch unter anderem das Rheinland schwer getroffen. Am Abend wurde die fünfte Bereitschaft aus dem Raum Warendorf/Münster alarmiert, um bei den Hilfseinsätzen dort zu unterstützen. Sammelpunkt für alle Einsatzkräfte war die Konrad-Adenauer-Straße in Drensteinfurt

Von Nicole Evering und Christian Wolff

Damit sich die Bereitschaft sammeln konnte, wurde die Konrad-Adenauer-Straße voll gesperrt. Foto: -sre-

Gegen 20.20 Uhr hatte die Leitstelle des Kreises Warendorf die Alarmierung ausgegeben, etwa eine Stunde später trafen die ersten Fahrzeuge aus dem Umkreis in Stewwert ein. Gemeinsam mit den örtlichen Feuerwehr-Kameraden sorgte der hiesige Malteser-Hilfsdienst an der Sammelstelle für einen reibungslosen Ablauf. Die Konrad-Adenauer-Straße war durch die Polizei von der Schützen- bis zur Bürener Straße voll gesperrt worden. Dort reihten sich dann nach und nach die etwa 20 Einsatzfahrzeuge ein, um anschließend im Verband zu ihrem Einsatz aufzubrechen.

Um 22.45 Uhr starteten sie im Konvoi ins 200 Kilometer entfernte Aachen. Rund vier Stunden dauerte allein die Fahrt, vor den Kameraden lag dann noch ein zwölf Stunden langer Einsatz im Hochwassergebiet. Die Reihe roter Fahrzeuge, die sich über die Autobahn geschlängelt habe, sei schon „sehr imposant“ gewesen, sagte Johannes Ewers von der Ahlener Feuerwehr.

Vier bis fünf Fahrzeuge je Zug

Die fünfte Bereitschaft fuhr mit fünf Zügen plus dem Führungszug des Kreises, der aus der Fernmeldeeinheit und dem Stabsfahrzeug besteht. Zu jedem Zug gehören vier bis fünf Einsatzfahrzeuge, die aus 13 Kommunen des Kreises plus Münster kamen. Aus Sendenhorst wurden ein Löschfahrzeug und neun Einsatzkräfte abgestellt. Von der Wache Drensteinfurt fuhr kein Fahrzeug mit. „Kameraden aus Drensteinfurt unterstützen die Fernmeldeeinheit“, informierte Frank Kronshage, stellvertretender Leiter der Feuerwehr.

Die Ahlener Kollegen wurden schließlich in den Ortsteil Hahn bei Stolberg geschickt, wo sich innerhalb kurzer Zeit kleine Bäche und Rinnsale in reißende Flüsse verwandelt hatten. „Das ist enorm, welche Flächen hier unter Wasser stehen“, sagte Johannes Ewers im Gespräch mit unserer Zeitung. „Wir pumpen ohne Unterbrechung.“ Wie nervös und zugleich fassungslos die betroffenen Anwohner sind, bekamen die zahlreichen Helfer hautnah mit.

Dass sich die Hochwasserlage im Westen Deutschlands innerhalb kurzer Zeit derart extrem entwickeln würde, war auch für die Einsatzkräfte überraschend.

„Zum Glück gibt es dieses System der gegenseitigen Hilfe“, hielt Christian Reeker, Leiter der Feuerwehr Ahlen, angesichts der dramatischen Bilder fest, die am Mittwochabend auch allerorts im Fernsehen zu sehen waren.

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