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Im Wendehammer ist Schluss

Im Zuge des Velorouten-Konzepts: Ladestrang soll Einbahnstraße werden

Drensteinfurt

Im Zuge der innerörtlichen Anbindung an das Radwegeschnellnetz mit Namen „Velorouten“ wird es wohl zu einer geänderten Verkehrsführung am Bahnhof kommen. Um Platz für Radfahrer zu schaffen, sollen Teile des Ladestrangs zur Einbahnstraße erklärt werden.

Von Dietmar Jeschke

Wird das Velorouten-Konzept wie geplant umgesetzt, dann heißt es künftig ab Gaststätte Averdung in Richtung Bahnhof nur noch „freie Fahrt für Radfahrer“. Foto: Dietmar Jeschke

Es sind – und damit sprach Christoph Britten wohl allen Beteiligten aus der Seele – nun wirklich allesamt keine „Superlösungen“. Aber dennoch, so der Bauamtsleiter in der Sitzung des Fachausschusses, gilt es nun einmal, sich für eine der drei vorgeschlagenen innerörtlichen Streckenvarianten zu entscheiden.

Denn genau das sehen die Förderrichtlinien für das münsterlandweite Radwegeschnellnetz mit Namen „Velorouten“ (wir berichteten) vor – ganz egal, in welchem Umfang die ausgewiesenen Verbindungen dann am Ende auch tatsächlich genutzt werden – oder eben auch nicht. Trotzdem, so Britten weiter, sollen die markierten Strecken aber natürlich vor allem eines sein: sicher.

Ein Grund, aus dem die bereits in einer der vorherigen Sitzungen vorgeschlagenen Radwegverläufe zwischen Aldi- und K+K-Markt sowie entlang der Raiffeisenstraße dann doch recht schnell vom Tisch waren. Die beste Variante, lautete auch der Tenor aus Reihen der Politik, sei eben der Streckenverlauf vom Bahnhof aus über den Ladestrang in Richtung Konrad-Adenauer-Straße. Umsetzbar wird dieser Verlauf aber nicht ohne eine durchaus eingreifende Maßnahme sein. Denn angesichts der recht schmalen Straßenbreite zwischen dem Außenlager des angrenzenden Baustoffhandels auf der einen und den Park-and-Ride-Parkplätzen am Bahnhof auf der anderen Seite soll der Ladestrang in diesem Bereich zur Einbahnstraße erklärt werden.

Entwarnung gab die Verwaltung diesbezüglich jedoch für die Anlieger im oberen Bereich des Ladestrangs.

Denn die Einfahrt von der Adenauer-Straße aus in Richtung Gaststätte Averdung soll auch weiterhin möglich sein – nur eben nicht für Pendler mit dem Ziel Bahnhof. Denn das einseitige Einfahrtsverbot soll erst in Gaststättenhöhe im Wendehammer am einstigen Bahnübergang gelten. Von dort aus soll dafür auf dem Teilabschnitt in Richtung Bahnhof ein beidseitig befahrbarer Radfahrschutzstreifen angelegt werden.

Stimmten die Mitglieder der Grünen-Fraktion diesem Vorhaben noch zu, so wünschten sie sich für die weitere Anbindung an den Bundesstraßenradweg eine gänzlich andere Route – und zwar nicht, wie vorgesehen, entlang der Konrad-Adenauer-Straße in Richtung Q1-Tankstelle, sondern über den (privaten) Weg durch Pellengahrs Busch. Über Ankauf oder entsprechendes Wegerecht, so die Forderung der Grünen, sollte die Verwaltung mit dem Eigentümer verhandeln.

Das jedoch lehnte Bürgermeister Carsten Grawunder gleich aus mehreren Gründen ab. Zum einen, wiederholte er, dienten die Velorouten eben keinerlei „touristischen Zwecken“ samt landschaftlich möglichst schöner Streckenführung. Zum anderen könne es schon aus rein ökologischen Aspekten kaum das Ziel sein, einen schlichten Waldweg zu asphaltieren und aus Sicherheitsgründen auch noch nachts zu beleuchten, damit er schließlich als Radschnellweg dienen kann. Aber, so Grawunder weiter, dies schließe ja perspektivisch nicht aus, das Wegstück durch den Wald trotzdem irgendwann doch noch einmal aufzuwerten – nur halt eben nicht im Rahmen des recht normierten Veloroutenkonzepts.

Die Grünen nutzten die Debatte im Fachausschuss aber auch dafür, um nochmals auf die aus ihrer Sicht vollkommen verfehlte Radwegeplanung der vergangenen zwei Jahrzehnte in diesem Bereich hinzuweisen.

Ausschussmitglied Reinhard Weißen legte dar, das es seinerzeit klar definiertes städtebauliches Ziel gewesen sei, eine direkte Fuß- und Radwegachse zwischen Innenstadt und Weidenbrede im Konrad-Adenauer-Gebiet zu schaffen. Davon seien Verwaltung und politische Mehrheit jedoch nach entsprechenden Anfragen zur Entwicklung von Gewerbeflächen und Wohnbebauung im Bereich von Adenauer- und Raiffeisenstraße sukzessive abgewichen. Mit der Folge, dass entsprechende Möglichkeiten nun heute buchstäblich verbaut seien. „Man hätte öfter Mal unseren Vorschlägen folgen sollen“, sagte Weißen.

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