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Peter Sachers Weihnachtsgrußkarte

In jedem zweiten Haus eine Gaststätte

Drensteinfurt

Es gab eine Zeit, da gab es in Drensteinfurt gefühlt in jedem zweiten Haus eine Gaststätte. Mit seiner diesjährigen Weihnachtsgrußkarte erinnert Modellbauer Peter Sacher an vergessene oder nicht bekannte Drensteinfurter Geschichte und Namen.

Von Peter Sacher

Vorbild und Nachbau: Auf Peter Sachers diesjähriger Weihnachtsgrußkarte ist der Büssing 5000S der Isenbeck-Brauerei aus Hamm abgebildet. Passend dazu erinnert er an die einst blühende Gaststätten-Landschaft in Stewwerts Innenstadt. Foto: Foto: Peter Sacher

Die Brauerei Isenbeck in Hamm gab es unter diesem Namen seit 1769. Ihr Bier war vor allem in den Regionen rund um Hamm verbreitet. Ihre Auslieferungswagen waren ein gewohnter Anblick in vielen Orten, schreibt Modellbauer Peter Sacher zu dem Lkw-Modell auf seiner Weihnachtsgrußkarte. Die Karosseriebaufirma Esselmann aus Hamm war der Isenbeck-Hauslieferant für Lkw-Aufbauten und von Verkaufsanhängern. Im Jahr 1989 endete die Geschichte der Hammer Traditionsbrauerei. Sie wurde von der Warsteiner Brauerei übernommen. Das über viele Jahre das Hammer Stadtbild prägende Brauereigebäude wurde 1990 abgerissen und musste einem Einkaufszentrum weichen.

Ende der 1950er Jahre gab es in Drensteinfurt gefühlt in jedem zweiten Haus eine Gaststätte. Am Marktplatz/Ecke Mühlenstraße stand der „Westfälische Hof“ mit Wirt „Fürst“ Reinert, an der Mühlenstraße standen der „Münsterländer Hof“ von Heinrich Woeste, das „Hotel zur Post“ von Maria Wietheger und das „Alte Brauhaus“ von Bernhard Bultmann. Willi „Bum“ Wiggermanns Gaststätte fand man an der Kurzen Straße, die Gaststätte Hagedorn am Kirchplatz, der „Centralhof“ von Georg Mittendorf und die Gaststätte von Wilhelm Volkmar befanden sich in der Wagenfeldstraße. An der Hammer Straße standen die Gaststätten „Fels an de Paot“ mit Wirt Hans Fels und am Ortsausgang der Gasthof von Clemens „Clem“ Lackhoff.

Nur die im Stadtzentrum

Des Weiteren gab es die Gaststätte Heinrich Fels am Honekamp, das Kolpinghaus mit Wirt Heinrich Teigelkötter an der Riether Straße, die Bahnhofsgaststätte mit Wirt Quatschmer und an der Münsterstraße die Gaststätte Tenfelde mit Pächterin „Mutti“ Heumann. An der Sendenhorster Straße führte Heinrich Klaverkamp die Gaststätte „Zur Breemühle“. Kurz hinter dem Bahnübergang an der Ossenbecker Straße zapfte Bernhard Averdung das Bier für die Gäste.

Und das waren nur die Gaststätten im erweiterten Stadtzentrum. Für trinkfeste Männer galt damals: Stolperte man aus einer Kneipe, hatte man schon die Klinke der nächsten in der Hand.

Peter Sacher

Zu dieser Zeit war der Büssing 5000S der Isenbeck-Brauerei aus Hamm ein gerngesehener Gast in Drensteinfurt. Beladen mit Bierfässern, Bierkästen, Kohlensäureflaschen und den fast einen Meter langen Eisstangen zum Kühlen des Gerstensaftes, belieferte er Gaststätten und Lebensmittelläden. Wurden die Eisstangen von den Fahrern mit Eispickeln von der Ladefläche geholt, brachen immer wieder kleine Eisstücke ab. „Darauf warteten wir Kinder. Genüsslich lutschten wir an dieser herrlich kühlen Erfrischung“, erinnert sich Peter Sacher noch gut. Bei Schützenfesten sorgte der Bierlaster für Nachschub an der Vogelstange.

„Mit meinem Eigenbaumodell des Büssing 5000S im Maßstab 1:24 und diesem Artikel möchte ich an vergessene oder nicht bekannte Drensteinfurter Geschichte und Namen erinnern“, schreibt Peter Sacher.

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