1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Drensteinfurt
  6. >
  7. Klimafreundlich und sicher

  8. >

Neuer Radweg in Richtung Ahlen feierlich eingeweiht

Klimafreundlich und sicher

Walstedde

Nein, verdient hatten sie den ersten sonntäglichen Herbststurm sicherlich nicht. Denn dafür haben die Aktiven des Bürgerradwegvereins im vergangenen Jahr viel zu viel geleistet. Trotzdem wollte das Wetter bei der offiziellen Einweihung der Verbindung in Richtung Ahlen nicht wirklich mitspielen.

Von Simon Beckmannund

Es ist vollbracht: Trotz des schlechten Wetters waren zahlreiche Gäste gekommen, um den neuen Radweg entlang der Landesstraße 671 feierlich seiner Bestimmung zu übergeben. Foto: Simon Beckmann

Von anhaltendem Regen und teilweise heftigen Böen ließ sich am Sonntag auf dem Hof von Martin Nettebrock niemand die Laune vermiesen. Ganz im Gegenteil: Die rund 70 Anwesenden hatten einen guten Grund zum Feiern. Denn im Rahmen der Zusammenkunft wurde der rund 1,9 Kilometer lange Radweg entlang der Landesstraße 671 von Rubberts Mühle bis zur Einfahrt Ostfeld – die Bauzeit betrug rund neun Monate – offiziell eingeweiht.

„Radwege sind wichtig für eine sichere Verkehrsanbindung der zahlreichen Fahrradfahrer. Gleichzeitig sind sie aber auch ein entscheidender Faktor in Sachen Klimaschutz“, bemerkte Bürgermeister Carsten Grawunder in seiner Ansprache. Danach blickte das Stadtoberhaupt kurz auf die Historie des Bürgerradwegs zurück. So sei mit den Planungen bereits im Jahr 2015 begonnen worden. Die ersten Gespräche mit den Anliegern seien 2016 geführt worden. „Im Anschluss standen acht Planungsverfahren an. Die Entwässerung war auch ein großes Thema“, berichtete Grawunder, der froh ist, dass die Arbeiten nun abgeschlossen sind. Gekostet hat das Projekt übrigens 730 000 Euro belaufen würden. Davon haben die Stadt 270 000 Euro, der Kreis 13 000 und das Land NRW 448 000 Euro übernommen.

Bernd Borgmann, Vorsitzender des Bürgerradwegvereins Walstedde, berichtete, dass die ersten Planungen bereits gut 30 Jahre zurückliegen. „Das ständige Werben der Anlieger, Nachbarn und unseres Vereins haben dann am Ende zu diesem zufriedenstellenden Ergebnis geführt“, freute er sich. Sein Dank galt nicht nur den Anliegern, die sich alle sehr kooperativ gezeigt hätten, sondern auch den zahlreichen Helfern und Unterstützern sowie der Firma Tegelkamp, die den Radweg letztendlich gebaut habe. Ebenso machte er augenzwinkernd auf das „neue Vier-Sterne-Haus, dem ,Hotel Stratmann‘ in Herrenstein“ – gemeint war damit die Schutzhütte, die am Radweg aufgebaut wurde – aufmerksam.

Hubertus Ebbeskotte vom Landesbetrieb Straßen NRW lobte das Engagement des Bürgerradwegvereins und ging danach kurz auf die „größte Bürgerbewegung“ des Landes, die Realisierung der Bürgerradwege in Nordrhein-Westfalen, ein. „Bislang konnten landesweit Tausende Menschen in zahlreichen Vereinen rund 180 Projekte umsetzen“, erzählte er und schob hinterher: „So wird die Verkehrswende gelingen. Da wird mir nicht bange.“ Die „Hochburg“ der Bürgerradwege sei zudem der Kreis Warendorf mit mehr als 80 fertiggestellten Kilometern.

In die gleiche Kerbe schlug der neue Bundestagsabgeordnete Henning Rehbaum (CDU): „NRW ist das Fahrradland Nummer eins – und das wollen wir auch bleiben. Fahrradfahren gehört hier zur Lebensart dazu – gerade im Münsterland.“ Seit 2017 seien rund 580 Kilometer an Radwegen – ein Großteil davon waren Bürgerradwege – landesweit gebaut worden. Damit aber nicht genug: „Wir wollen, dass das Fahrrad eine echte Alternative zum Auto wird, und wollen deswegen überall gute Radwege haben“, sagte er. Die Landesmittel für den Radwegebau würden ebenfalls nun auf 102 Millionen Euro erhöht werden.

Auch Rita Pöppinghaus-Voss, stellvertretende Bürgermeisterin aus Ahlen, freute sich, dass die Fahrradfahrer künftig noch besser und sicherer von Drensteinfurt nach Ahlen gelangen können. „Ein Wermutstropfen bleibt aber leider vorerst. Denn auf unserer Seite fehlt noch ein kleines Stück“, erörterte sie. Die Einweihung des Teilstücks in Walstedde nehme sie aber noch einmal zum Anlass, um Gespräche auf Ahlener Gebiet zu suchen. „Hoffentlich können wir bald verkünden, dass der Radweg durchgängig befahrbar ist.“

Startseite