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Vorauswahl zum Deutschen Schulpreis

Konzept der Lambertusschule überzeugt

Walstedde

In Sachen Digitalisierung ist die Lambertusschule anderen ein Stück voraus. Deshalb hat es die Grundschule auch in die Vorauswahl zum Deutschen Schulpreis geschafft. Neben der Anerkennung freut sich Rektorin Birgitta von Rosenstiel besonders über den gelungenen Austausch mit den anderen Bewerbern.

Nicole Evering

Lernen mit Tablet, Whiteboard und Activpanel ist für die Walstedder Grundschüler Alltag. „Zettel zu verteilen, ist kein Unterricht, sondern bloß Beschäftigung“, sagt Rektorin Birgitta von Rosenstiel. Foto: Nicole Evering

Für einen Sieg hat es nicht ganz gereicht, gewonnen hat die Lambertusschule aber trotzdem. Und zwar nicht nur Anerkennung, sondern auch Anregungen, wie man das eigene Konzept immer noch ein Stück weit verbessern kann. Denn: „Schule darf nie Status quo sein. Sie muss sich weiterentwickeln, so, wie es auch die Gesellschaft tut“, sagt Rektorin Birgitta von Rosenstiel.

Die Lambertusschule Walstedde hatte es in die Vorauswahl zum „Deutschen Schulpreis 20|21 Spezial“ geschafft. Aus den insgesamt 366 Bewerbungen waren 121 Konzepte ausgewählt worden, die in digitalen Workshops näher vorgestellt und von einer Fachjury bewertet wurden. Die Grundschule aus dem Lambertusdorf war mit 22 anderen Schulen in der Kategorie „Digitale Lösungen umsetzen“ nominiert. Was sie am Ende besonders gefreut habe, berichtet die Rektorin, sei die große Wertschätzung für die Arbeit der Grundschule sowohl seitens der Jury als auch seitens der anderen Bewerber gewesen. „Wir haben gesehen, dass wir mit unserem Konzept auf dem richtigen Weg sind“, sagt von Rosenstiel. Das bedeute aber keineswegs, dass alles prima und fertig sei. „Es gibt immer noch andere Wege und Möglichkeiten. Das war auch für uns interessant zu sehen“, nehme das Team viel aus den Workshops mit.

Vorschlag aus der Bevölkerung

Dabei hatte die Lambertusschule sich gar nicht selbst für den Preis beworben. „Wir sind aus der Bevölkerung vorgeschlagen worden“, blickt von Rosenstiel zurück. Die Bewerbung, die man daraufhin in jedem Fall habe einreichen wollen, sei recht aufwändig gewesen. Es ging darum, das Schulkonzept zu präsentieren, die Ausgangslage und Stolpersteine aufzuzeigen und – besonders entscheidend – deutlich zu machen, was andere Schulen daraus lernen können. „Das ist ja das Wesentliche“, meint Birgitta von Rosenstiel: die Konzepte in die Breite zu tragen, sich auszutauschen und Anregungen einzuholen. „So funktioniert Schulentwicklung.“ An den kompetenten Fragen der Jury habe man gemerkt, dass diese sich im Vorfeld wirklich mit dem Konzept der Walstedder Grundschule befasst hatte.

Schulleiterin Birgitta von Rosenstiel

Das zielt in erster Linie auf die umfangreiche digitale Ausstattung ab. Seit Jahren gehören Tablets, Whiteboards und Activpanels in Walstedde zum Schulalltag, auch schon für die Erstklässler. Alle Unterrichtsmaterialien, wie etwa Bücher, sind zusätzlich digitalisiert. Es wird in Jahrgangsstufen gedacht. Und auch die Lehrer arbeiten, unterstützt von Schulbegleitern, in Teams, um individuell auf die Bedürfnisse jedes Kindes eingehen zu können und mehr Zeit für projektorientiertes Lernen zu ermöglichen. Die Umstellung auf das in Corona-Zeiten notwendige Distanzlernen sei damit problemlos möglich gewesen. Doch auch in anderen Fällen, bei Kuraufenthalten oder Krankheit zum Beispiel, sei es so möglich, die Kinder trotzdem in den Unterricht einzubinden. „Für all das braucht es aber auch die räumlichen, sachlichen und personellen Ressourcen“, ist Birgitta von Rosenstiel nicht nur dem Schulträger, sondern auch ihrem Kollegium dankbar, das voll mitziehe.

Der Deutsche Schulpreis

Mit dem Deutschen Schulpreis zeichnen die Robert-Bosch- und die Heidehof-Stiftung gemeinsam mit der ARD und der Zeit-Verlagsgruppe seit 2006 gute Schulen und ihre innovativen Konzepte aus. Der „Deutsche Schulpreis 20|21 Spezial“ macht besonders die Konzepte sichtbar, die Schulen in der Corona-Krise entwickelt haben. Aus den Bewerbungen haben sich sieben Themen herauskristallisiert, die Schulen besonders beschäftigen: „Beziehungen wirksam gestalten“, „Bildungsgerechtigkeit fördern“, „Digitale Lösungen umsetzen“, „Schüler individuell fördern“, „Tragfähige Netzwerke knüpfen“, „Selbstorganisiertes Lernen ermöglichen“ und „Zusammenarbeit in Teams stärken“. Aus 366 Bewerbungen wurden von einem 61-köpfigen Gremium 121 Konzepte ausgewählt. 18 Schulen haben es in die Finalrunde geschafft. Am Ende geht es nicht nur um 100.000 Euro Preisgeld. Alle Nominierten werden zwei Jahre lang in ihrer Schulentwicklung begleitet. Dazu gehört unter anderem ein Hospitationsprogramm, an dem sich auch die Lambertusschule beteiligen will.

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