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Teamschüler sammeln fast 15 000 Euro für Kinder aus der Ukraine

„Krieg ist keine Lösung“

Drensteinfurt

Die Idee entstand recht spontan: Kurz nach Beginn des russischen Feldzuges gegen die Ukraine beschloss die Teamschule, Spenden für vom Krieg betroffene Kinder zu sammeln – und zwar in Form eines Sponsorenlaufs. Das Ergebnis übertraf mit „erlaufenen“ 14 738 Euro alle Erwartungen.

Von Dietmar Jeschke

Schulleiterin Anja Sachsenhausen war vom Ergebnis überwältigt. Ein Großteil des gesammelten Geldes soll an das Kinderhilfswerk Unicef Foto: Dietmar Jeschke

Blauer Himmel, Sonnenschein und milde Frühlingstemperaturen, kurz: Es war „Läuferwetter“. Und die rund 350 Fünft- bis Zehntklässler der Drensteinfurter Teamschule wussten die Bedingungen bestens zu nutzen. Das jedoch ausnahmsweise nicht für Urkunden oder Medaillen, sondern für buchstäblich bare Münze. Denn bereits wenige Tage nach dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine hatten Lehrer und Schüler den Ernst der Lage erkannt und zu einer spontanen Unterstützungsaktion für betroffene Kinder aus der Krisenregion aufgerufen. Mit einem, so Schulleiterin Anja Sachsenhausen, vollkommen unerwarteten und „fantastischem Ergebnis“. Denn am Ende des nur mit einer Woche Vorlauf geplanten Sponsorenlaufes stehen nun stattliche 14 738 Euro und zehn Cent zu Buche.

„Nach Hause kommen, essen, kuscheln oder am PC spielen. Das ist für viele von euch die normale Welt“, erklärte die Teamschulleiterin am Dienstagmittag gegenüber der versammelten Schülerschaft. Das, was im Gegenzug derzeit in der Ukraine stattfindet, hätte sie selbst bis vor wenigen Wochen nicht für möglich gehalten. „Ich dachte immer, wir leben im 21. Jahrhundert“, so Sachsenhausen, die sich angesichts der schockierenden Bilder, die derzeit um die Welt gehen, in ihrer innerlichen Einstellung mehr als bestätigt sieht, denn: „Krieg ist keine Lösung“, sagte sie. Und das nicht nur mit Blick darauf, was der russische Angriff den Menschen in der Ukraine bereits jetzt abverlangt. Denn die humanitäre Katastrophe werde wohl noch viele Jahre lang nachwirken. „Über die Hälfte der ukrainischen Kinder sind bereits auf der Flucht“, schilderte die Schulleiterin. Entsprechend hoch anzusehen sei das Engagement ihrer Schülerschaft und deren Unterstützer aus Reihen von Familien, Freunden und Verwandtschaft. Denn nachdem die Schüler den Auftrag bekommen hatten, Sponsoren für jede von ihnen gelaufene Runde rund um den Schlosspark zu finden, füllten sich die Sammellisten in Windeseile. Und mancher engagierte Sekundarschüler musste sogar noch einen provisorischen Zettel „dran heften“, um alle Namen und die damit versprochenen Beträge tatsächlich auflisten zu können.

Nach erfolgreicher sportlicher Betätigung hieß es dann „abkassieren“. Und was dabei letzten Endes herausgekommen ist, machte Anja Sachsenhausen und ihr Team zumindest kurzfristig sprachlos. „Das ist schon eine unvollstellbare Summe“, schildert sie. Gleichzeitig war jedoch guter Rat „teuer“: denn wo am besten mit dem Geld hin, damit es auch wirklich den vom Krieg betroffenen ukrainischen Kindern zugute kommt? Nach reiflicher Überlegung und einigen Beratungen entschieden sich die Verantwortlichen dafür, einen Löwenanteil dem Kinderhilfswerk Unicef zur Verfügung zu stellen. Ein weiterer Teil geht auf das Konto der evangelischen Mirjam-Kirchengemeinde, die bekanntlich die ehrenamtlich organisierte Drensteinfurter Flüchtlingshilfe für Menschen aus der Ukraine mit Hilfslieferungen ins Krisengebiet sowie Sachenspenden für bereits eingetroffene Geflüchtete unterstützt.

Den Schülern und beteiligten Lehrern – die Pädagogen erhielten übrigens für ihr eigenes Lauf-Engagement eine Belohnung in Höhe von 350 Euro von der Interessengemeinschaft „Werbung für Drensteinfurt“ – dankte Anja Sachsenhausen am Dienstagmittag in einer kleine Feierstunde im großen Forum der Teamschule.

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