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Auftakt der Kulturscheunen-Saison

Songs über die ganz großen Gefühle

Walstedde

„More, more“, sangen die Besucherinnen und Besucher den drei Künstlern hinterher, als sie am Sonntag die Bühne in der Kaminhalle von Haus Walstedde verließen. San Glaser, Arnd Geise und Rudi Marhold als Gastgeber ließen sich da nicht lange bitten.

Von Dierk Hartleb

Rudi Marhold (Schlagwerk), San Glaser (Gesang und Keyboard) und Arnd Geise (Bass) rockten die Kaminhalle. Foto: Dierk Hartleb

Sie spielten eine Zugabe, die Lust auf mehr machte. Es war zugleich das einzige Lied, das San Glaser auf Deutsch präsentierte. Eine Auftragsarbeit, einen bekannten Kiezsong musikalisch umzuformen. Sie entschied sich für das Walzerlied von Ralph Arthur Robert, das Hans Albers berühmt gemacht hat: „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“.

Einen weiteren Nachschlag gab aber es nicht, zumal es bislang ihr einziges Lied auf Deutsch ist. Dafür hatte die gebürtige Niederländerin Songs aus der eigenen Kompositionswerkstatt und solche aus dem großen amerikanischen Songbook in ihrem musikalischen Gepäck.

Ansteckende Lebensfreude

An der Seite von Arnd Geise und virtuos begleitet von Rudi Marhold am Schlagwerk versprühte die Wahl-Hamburgerin eine ansteckende Lebensfreude, die selbst Münsterländer aus der Reserve lockt. Rhythmisches Klatschen war noch die geringste Übung, Mitsingen – und das mehrstimmig – eine Bravourleistung.

Mit ihrer einnehmenden Soulstimme nahm San Glaser das Publikum mit auf eine Reise durch die Welt der großen Gefühle wie Sehnsucht, Liebesglück und -leid, Melancholie und Trauer über den Tod eines geliebten Menschen. Ihrer Mutter hat Glaser das Lied „Visions Of Daisies“ gewidmet, in dem sie das Festhaltenwollen und Loslassen gefühlvoll in Worten und ausklingenden Takten beschreibt.

Meistens erlebten die Zuhörer die Künstlerin als Energiebündel, die den Takt vorgab, aber sich zurücknahm, um dem Zusammenspiel von Bass und Schlagwerk ihrer beiden Begleiter Raum zu geben. Ein Genuss, den beiden Musikern zuzuhören, die sich gegenseitig in einen regelrechten Spielrausch hineinsteigerten.

Gedanken und Gefühle

Mit Charme und betörender Nonchalance führte San Glaser durch das Programm und ließ das Publikum teilhaben an ihren Gedanken und Gefühlen, wenn sie aus Liebeskummer nach New York fliegt, um sich dort stante pede in die Stadt zu verlieben, oder sich an ihre Teeniezeit in den 1980ern erinnert, als die Welt noch darauf wartete, von ihr erobert zu werden.

Das Publikum ließ das Trio nicht ohne Zugabe gehen. Foto: Dierk Hartleb

Ihre Bühnen hat sie längst erklommen und erobert und bezaubert und berauscht – mit einer magischen Stimme und Klangwelten, die noch lange nachwirken.

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