1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Drensteinfurt
  6. >
  7. Längerer Pachtvertrag soll her

  8. >

Debatte um die Sanierung des Schlossparks

Längerer Pachtvertrag soll her

Drensteinfurt

Der Schlosspark bietet seit Jahren ein trauriges Bild. Im Bauausschuss hat die Verwaltung nun ein 700.000 Euro umfassendes Gesamtpaket zur Sanierung vorgelegt. Bevor das allerdings umgesetzt, fordert die Politik einen neuen und langfristigen Pachtvertrag mit dem Eigentümer.

Von Simon Beckmann

Bevor mehrere Hunderttausende Euro in die Sanierung und Aufwertung des Schlossparks investiert werden, fordern die Parteien die Verlängerung des Pachtvertrags. In einem ersten Schritt wurden allerdings bereits neue Bänke bestellt. Foto: Dietmar Jeschke

Einigkeit statt großer Diskussion herrschte beim Thema „Schlosspark“ am Montagabend bei allen Parteien im Bauausschuss. Denn bevor dort irgendwelche Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung (wir berichteten) beschlossen und realisiert werden, soll sich die Stadtverwaltung zunächst mit dem Eigentümer zusammensetzen, um den Pachtvertrag, der in 14 Jahren ausläuft, zu verlängern.

„Der Schlosspark bedarf an Aufwertung. Wir haben nur ein großes Problem: Wir können doch nicht Hunderttausende Euro in ein Grundstück versenken, das uns nicht gehört. Da habe ich Bauchschmerzen“, brachte es Ingo Meyer (CDU) auf den Punkt. Und weiter: „Wir reden hier von einem Eigentümer, der sich in den letzten Jahren extrem unkooperativ bei größeren und wichtigen Sachen gezeigt hat. Ohne einen länger laufenden Pachtvertrag zu vernünftigen Konditionen würde ich nichts machen.“

Diese Auffassung teilte auch Stefan Gengenbacher von den Grünen. „Wenn wir über eine Neugestaltung nachdenken, sollte der Pachtvertrag eine Laufzeit von mindestens 25 bis 30 Jahren haben“, sagte er. Andreas Kurzhals (FDP) forderte, neben dem Eigentümer auch die örtlichen Vereine mit ins Boot zu holen. „Sonst macht das alles doch keinen Sinn“, fand er. Ingo Stude (SPD) wollte im ersten Schritt die Frage beantwortet wissen, wie man mit dem Eigentümer umgehe. „Vorher können wir doch gar nicht entscheiden, was wir dort investieren“, meinte der Fraktionsvorsitzende.

Ebenfalls kamen im Zuge der Vorstellung eines neuen Gesamtkonzepts durch Hellmut Neidhardt vom beauftragten Planungsbüro „Landschaft planen+bauen“ bei den Ausschussmitgliedern weitere Fragen und Punkte auf, die berücksichtigt werden sollten.

So regte Andreas Kurzhals an, auch die Hundebesitzer mit einer entsprechenden Fläche zu berücksichtigen. „Auch ein überdachter Platz wäre schön“, bemerkte der FDP-Politiker. Oliver Buchholz (Grüne) sorgte sich um die Toilettensituation, wenn Picknickplätze realisiert werden sollten. Ebenfalls hatte er die Idee, den Pachtvertrag auch hinsichtlich der erlaubten Veranstaltungen – bis jetzt sind das nur die drei Schützenfeste sowie weitere kulturelle Events nach Absprache mit dem Eigentümer – anzupassen.

Martin Zinselmeier (CDU) sprach die Infrastruktur im südlichen Bereich des Parks an. „Für die Schützenfeste ist es zum Beispiel extrem wichtig, dass dort vernünftige Stromleitungen liegen und eine gute Be- und Entwässerung stattfinden kann“, sagte er. Hier, hakte Bauamtsleiter Christoph Britten ein, liege ein großer Kostenpunkt. „Wir können dort nur mit kleinem Gerät im Tiefbau arbeiten, um die Bäume nicht zu beschädigen. Zudem müssen da eine neue Stromhauptleitung sowie neue Wasserleitungen gelegt werden“, erörterte er. Das sei nun mal kostspielig und aufwendig. Ingo Stude gab zu berücksichtigen, dass bei einer Umgestaltung auch der Platz des Schützenfestzelts im vorderen rechten Teil nicht vergessen werden dürfe. „Wir sollten auch darauf vorbereitet sein, dass es demnächst bei den Festen deutlich mehr Strom und Wasser bedarf, weil die Hygienemaßnahmen steigen werden“, prognostizierte er.

Ludger Autermann (CDU) empfahl zudem, mit dem Festwirt zu sprechen, um viele weitere kleine Anforderungen unproblematischer angehen zu können. „Wir haben hier eine riesige Aufgabe vor uns“, fasste es Britten zusammen. „Diese wollen wir mit vielen kleinen Schritten angehen.“

Einen ersten dazu machten die Mitglieder des Bauausschusses ebenfalls. Mit einer großen Mehrheit bei zwei Gegenstimmen beschlossen sie die Anschaffung neuer Sitzbänke aus Metall und zweier Picknickplätze aus Holz. „Um die Erneuerung der Möblierung kommen wir nicht umher. Das ist doch kein Zustand jetzt“, begründete Werner Schmidt (CDU) zuvor die Entscheidung. Ebenfalls erteilte das Gremium der Stadtverwaltung – wie eingangs beschrieben – den Auftrag, den Pachtvertrag für den Schlosspark zu verlängern.

Startseite