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25 Jahre städtische Kinder und Jugendarbeit

„Man muss flexibel bleiben“

Drensteinfurt

Vor genau 25 Jahren hatte Rüdiger Pieck seinen Dienst in der Stadtverwaltung angetreten. Ein Datum, das gleichzeitig den Beginn der organisierten städtischen Kinder- und Jugendarbeit markiert. Am Samstag wurde das Jubiläum im Kulturbahnhof gefeiert.

Von Simon Beckmann

Zum 25-jährigen Bestehen der städtischen Kinder- und Jugendarbeit hatten Maike Schlamann, Jugendpfleger Rüdiger Pieck, Jutta Hambrock und Meike Haverkamp (v.l.) alte und neue Weggefährten in den Kulturbahnhof eingeladen Foto: Simon Beckmann

In der Spielstadt „Minilon“ können die Kinder – außerhalb der Pandemie – Jahr für Jahr spielerisch verschiedenen Berufen nachgehen. Im Baucamp wird jedes Mal in den Sommerferien gewerkelt. Und bei der Kinderfreizeit „Bolle“ geht es für den Walstedder Nachwuchs für ein paar Tage für ganz viel Spaß. Nicht zu vergessen sind natürlich „Halli-Galli“, das „Café KIDZ“ oder die umfassenden Ferienprogramme, die mit den unterschiedlichsten Angeboten den Nerv der Drensteinfurter Mädchen und Jungen treffen.

Kurz gesagt: Die Kinder- und Jugendarbeit der Stadt ist nicht mehr aus Drensteinfurt wegzudenken. Die Basis für diesen Erfolg wurde vor 25 Jahren gelegt. Denn zum 1. Oktober 1996 wurde mit Rüdiger Pieck erstmals ein Ortsjugendpfleger eingestellt. Zum Jubiläum, das am Samstag mit zahlreichen ehemaligen und aktuellen Weggefährten im Kulturbahnhof gefeiert wurde, ließ Pieck die vergangenen 25 Jahre Revue passieren und warf einen Blick in die Zukunft.

Gegenwind aus der Politik

„Das war damals ganz schön problematisch, diese Stelle zu schaffen“, erinnerte sich Pieck. Vorausgegangen waren nämlich jahrelange politische Diskussionen. „SPD und Grüne wollten einen Ortsjugendpfleger einstellen. Gegenwind gab es lange Zeit von CDU und FDP“, ergänzte er. Als sich dann endlich alle auf die Idee einlassen konnten, galt es für die Bewerber, sich im Haupt- und Finanzausschuss vorzustellen und sich zu beweisen. „Dort habe ich mich dann durchgesetzt“, sagte Pieck, der in der Anfangszeit zweigleisig unterwegs gewesen war.

Zum einen war er für die gesamte Jugendarbeit in der Stadt zuständig. Zum andere kümmerte er sich um die Jugendlichen im Jugendheim. „Das war dort ein ständiges Auf und Ab. Für ein paar Jahre funktionierte es gut, dann gab es wieder Probleme“, blickte er zurück. „Ich sollte das stabilisieren, habe es aber nicht geschafft.“ 1998 wurde das Jugendheim schließlich abgerissen – und Pieck legte nun seinen ganzen Fokus auf die Jugendarbeit in der Stadt. „Ich habe den Kontakt zu allen örtlichen Vereinen und Institutionen gesucht und nach Unterstützungs- sowie Kooperationsbedarfen gefragt“, erklärte er. Im Laufe der Zeit seien dann langsam verschiedene Angebote entstanden. In Stein gemeißelt war und ist davon aber nichts: „Die Kinder- und Jugendarbeit ist in einem stetigen Wandel.“ Es komme immer auf die Wünsche und Bedarfe des Nachwuchses an. „Man muss flexibel bleiben und Mut haben, neue Dinge auszuprobieren“, hat er einen guten Weg gefunden, um damit umzugehen. „Wenn etwas nicht funktioniert, lässt man es einfach bleiben.“ Ein großer Meilenstein sei die Eröffnung des Kulturbahnhofs im Jahr 2004 gewesen. „Vorher war meine Arbeit an mehreren Standorten verteilt“, berichtete Pieck. Sein Büro befand sich zunächst in der Stadtverwaltung. Dazu gab es ein Materiallager in der Alten Post und einen Jugendtreff in den Räumen der evangelischen Kirche. „Ich bin froh, dass wir den Kulturbahnhof bekommen haben. Eine zentrale Anlaufstelle für soziale Themen ist extrem wichtig“, findet der Ortsjugendpfleger, der immer wieder betont, dass er nie allein, sondern stets im Team gehandelt habe. „Bei mir sind nur die Fäden zusammengelaufen. Wichtig waren die Hunderten Ehrenamtlichen, Praktikanten, Honorarkräfte und Bufdis, die die Kinder- und Jugendarbeit gelebt haben“, bemerkte Pieck.

Rüdiger Pieck

Ein großes Highlight habe es für ihn in den vergangenen 25 Jahren nicht gegeben, sondern gleich mehrere. „Jedes Jahr gibt es neue Höhepunkte“, sagte er. Besonders freue es ihn, zu sehen, wie sich Menschen, die er als Kinder kennengelernt hat, heute als verantwortungsvolle Erwachsene in der Kinder- und Jugendarbeit engagieren. „Das ist total klasse.“

Und wie geht es weiter? Pieck wird in der Arbeit mit dem Nachwuchs kürzertreten und einiges an Verantwortung an Maike Schlamann übergeben. „Das fällt mir gar nicht so leicht. Aber bei Maike ist dieses Thema in super Händen“, meint der Jugendpfleger, der sich künftig verstärkt um die Seniorenarbeit kümmern wird (wir berichteten). „Das werde ich mit dem gleichen Elan und mit der gleichen Energie machen wie bei den Kindern und Jugendlichen“, versprach er

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